Der Mythos vom deutschen Sonderweg

Wenn man im nächsten Jahr überall an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs erinnert, wird viel von den verhängnisvollen Konsequenzen eines angeblichen „deutschen Weltmachtstrebens“ die Rede sein. Dabei haben sich die meisten Historiker von simplen moralischen Standpunkten in der Kriegsschuldfrage verabschiedet. Christopher Clark in Cambridge geht sogar so weit, die Politiker aller großen europäischen Nationen als Schlafwandler zu charakterisieren, die zwar die kommende Katastrophe geahnt hätten, aber unfähig waren, sich ihr entgegenzustemmen. Sein meisterhaftes Werk könnte die mediale Vergegenwärtigung des Weltkriegs hierzulande nachhaltig beeinflussen. Bislang vertraute man bei der Erklärung des „Großen Krieges“ auf ein tiefschwarzes Bild der deutschen Geschichte, für das sich immer weniger gute Gründe finden lassen… (Fortsetzung im CICERO! Die Stimmen mehren sich!)