SiegmundskronNach dem Zweiten Weltkrieg beanspruchte Österreich wieder das ganze Tirol, aber den meisten war vermutlich klar, daß sich die Grenzen Italiens im Norden nicht verschieben würden. Wie hätte denn den Siegermächten das Schicksal eines kleinen Volkes wichtig sein sollen. Gleich am 8. Mai 1945 wurde die Südtiroler Volkspartei (SVP) gegründet, christlich-sozial und konservativ aufgestellt, die von Anfang an nicht zwischen “Dableibern” und “Optanten” unterschied. Man sollte nicht vergessen, daß die Letzteren 1945 de jure ausgebürgerte Deutsche waren, und die Italiener zeigten wenig Neigung, sie wieder aufzunehmen – die Tiroler allerdings schon.

Es war ein Ziel, die Ausgewanderten wieder heimzuholen. Ansonsten wollten die Südtiroler soviel Selbstbestimmung wie möglich, die Italiener so wenig wie möglich. Immerhin kam es am Rande der Pariser Außenministerkonferenz 1946 zum sogenannten Gruber-De-Gasperi-Abkommen, in dem den Südtirolern (und Österreich) einige Rechte eingeräumt wurden – auf dem Papier, denn Italien hatte keineswegs Änderungen der Lage im Sinn, und es förderte nach wie vor den Zuzug von Italienern, speziell nach Bozen. Zudem war Südtirol verwaltungstechnisch mit dem italienischen Trentino zusammengelegt worden, was die Leute verärgerte und zunächst zur populären Forderung “Los vom Trentino” führte. Später hieß es dann ’Los von Rom’.

Es kam zu Protesten und großen Demonstrationen, die bereits in den fünfziger Jahren – 57 auf Schloss Sigmundskron, verlangte unser Volk das Los von Rom (Foto oben) – vom späteren Landeshauptmann und Obmann der SVP, Silvius Magnago (Foto), mit angeführt wurden, dem verdienstvollsten und überragendsten Südtiroler Politiker zwischen 1947 und 1991. Die Italiener blieben aber hart, an Autonomie oder irgendeine Selbstbestimmung war damals jedenfalls nicht zu denken. Die Unzufriedenheit im Land wuchs immer mehr. (Foto: Knüppelsonntag Bozen 1960)

Knüppelsonntag Bozen 1960

Schließlich wurde der Widerstand gewalttätig, einige Südtiroler legten Bomben, zunächst an Hochspannungsmasten und faschistische Denkmäler, dann gab es auch Tote.

Feuernacht

Hier wäre zu nennen der Befreiungsausschuss Südtirol (BAS) mit Anführern wie Sepp Kerschbaumer oder Luis Amplatz. Es kam zur Feuernacht, bzw. der Herz-Jesu-Nacht, in der die Stromversorgung in die Industriezone Bozens lahmgelegt wurde. In Südtirol wurden 37 Hochspannungsmasten, zwei Hochdruckleitungen und mehrere Eisenbahnmasten gesprengt

Die Bombenserie dauerte hauptsächlich von 1956 bis 1969. Inwieweit der Terror genützt hat, ist geschichtlich umstritten. Aber das Südtirolproblem kam in dieser Zeit mehrmals bis vor die UNO nach New York. Ohne Bomben wäre das nicht geschehen. Wikipedia zählt 21 Tote, davon 15 Staatsvertreter, 2 Zivilisten und 4 Freiheitskämpfer (auf Italienisch Terroristen), die bei der Vorbereitung einer Bombe zerrissen wurden, und 57 Verletzte: 24 unter den Staatsvertreter und 33 Zivilisten.

Südtiroler Freiheitskämpfer

Auch die Italiener setzten verbotene Methoden ein, folterten Gefangene in den Carabinieri-Kasernen schwer und ermordeten drei, die Haftstrafen waren äußerst lang. In dieser verhärteten Situation, vor gerade mal 50 Jahren, hätte sich niemand die spätere Entwicklung des Landes vorstellen können.

Reschensee

Exkurs: Daß die Hochspannungsmasten als erstes ins Visier der Südtiroler Bombenleger gerieten, ist kein Zufall. Die Südtiroler hat es immer geärgert, daß die in Strom verwandelte Wasserkraft ihres Landes  stracks in die oberitalienischen Industriezentren abgeleitet wurde. Ein Beispiel ist der Kirchturm am Reschenpass (Foto), der noch an das Dorf Graun erinnert, das um 1950 zwangsweise gesprengt und im Stausee ertränkt wurde. Auch wenn ich schon hundertmal in bester Stimmung und mit Urlaubsvorfreuden an der malerischen Stelle vorbeigefahren bin, die Geschichte des Stausees ist eigentlich traurig! Die nächste Folge ist die letzte und geht bis in die Gegenwart. Vorangegangene Teile:

Geschichte Südtirols 1 – Prolog
Geschichte Südtirols 2 – Andreas Hofer
Geschichte Südtirols 3 – Der Erste Weltkrieg, Kriegserklärung Italiens
Geschichte Südtirols 4 – Gebirgskrieg 1915-1918 >
Geschichte Südtirols 5 – faschistische Italianisierung durch Tolomei
Geschichte Südtirols 6 – Die Option

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29 KOMMENTARE

  1. Hi Kewil,
    ich erinnere gerne, daß auch in bester Stimmung und mit Urlaubsvorfreuden dort vorbei gefahren bin. Der Kirchturm ist in diesem Fall zu einem Mahnmal geworden. Wenn man die Passhöhe überwunden hat kommt man dann in die Weinbaugebiete und Obstplantagen, die im Herbst für Stimmung sorgten.

  2. Warum macht ihr hier Stimmung gegen Italien und für separatistische Bewegungen? Südtirol ist den Österreichern nach dem 1. Weltkrieg verloren gegangen. Lebt damit.

    Warum macht ihr keine Stimmung gegen Russen in Preußischen und Schlesischen Gebieten? Das einzige was ihr hiermit erreicht ist deutsche und italienische Südtiroler gegeneinander aufzuhetzen…

  3. Es geht um Aufklärung und wahrheitsmässige Deutung der Geschichte.Nicht um Hetze.Europas und besonders Geschichte der Deutschen und deutsprechenden wurde lange durch linkslastige Ansichten belastet.

    Freundlichen Gruss

  4. Das einzige was ihr hiermit erreicht ist deutsche und italienische Südtiroler gegeneinander aufzuhetzen…

    Wobei hingegen auch viele unserer italienischen Tiroler gerne bei Österreich seien würden.

    Mit besten Grüßen aus Tirol!

  5. @2 isochor89 . In den Ostgebieten Deutschlands wohnen fast keine Deutschen mehr, in Südtirol aber eine weit mehrheitlich nichtitalienische Bevölkerung MJal was von Selbstbestimmung gehört? Im Kosovo, wo sich die Albaner die Mehrheit schlicht ervö..lt hatte, wurde die mit NATO-Bombern, auch deutsche, gnadenlos durchgesetzt.

  6. Wie können hier einige von „Stimmung gegen …“ reden?! Der Artikel ist sachlich und erhält keine Parolen etc.!

    Fakt ist, dass die Situation des Südtirols völkerrechtlich bedenklich war bzw. immer noch ist. Es sind eben mehrheitlich keine Italiener und nach den Pariser Abkommen von 1946 sollte es eben weitestgehende Autonomie geben, die aber von der italienischen Regierung nur auf dem Papier galt…

    Hier bei PI will zum Beispiel auch keiner Stimmung gegen Muslime machen. Es geht um die Kritik, die zwar poltisch unkorrekt ist, aber auf Missstände in unserer Gesellschaft hinweist.

    Das sollte doch erlaubt sein…

  7. Kewils ausgezeichnete, akribisch recherchierte Südtiroler Geschichtsabhandlung als „Stimmungsmache“ zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück.

  8. Dieser LügenGaukler ist untragbar und NICHT MEIN Präsident!

    Wenn die Wanderwarze Claudia Roth schon Applaus gibt, dann kann es nur falsch sein..
    Wie dämlich und borniert können Politiker noch sein?

    ————————————–

    Gauck erntet Kritik für seinen Olympia-Boykott

    Dass der Bundespräsident nicht zu Olympia nach Sotschi reist, sorgt für Ärger bei CDU und SPD. Applaus bekommt er von Bundestagsvize Claudia Roth und dem Menschenrechtsbeauftragten der Regierung.

    Die Entscheidung von Bundespräsident Joachim Gauck, nicht zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi zu reisen, hat gemischte Reaktionen ausgelöst.

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article122697952/Gauck-erntet-Kritik-fuer-seinen-Olympia-Boykott.html

  9. Die Südtiroler waren vor dem Vertrag von St. Germain Österreicher, danach Italiener, aber wie wie alle Tiroler nie Deutsche.

    Wie auch die „Sudetendeutschen“ eigentlich Österreicher und dann tschechische Staatsbürger waren und erst 1938 vom GröFaZ zu Deutschen „befördert“(?) wurden…

    Man sollte schon bei der historischen Wahrheit bleiben…

  10. Danke, Kewil für diese interessante Serie über die traurige Geschichte Südtirols. Die Südtiroler, die ich kenne, wollen alle die vollkommene Unabhängigkeit von Italien. „Wir sind keine Italiener“, erzählen sie mir immer wieder. Ich finde es ist an der Zeit, dass das faschistische Unrecht, dass man den Tirolern zugefügt hat, wieder gut gemacht wird. Ich wünsche den Tirolern von Herzen deren Freiheit.
    Viel Erfolg!

  11. Danke, Kewil für diese interessante Serie über die traurige Geschichte Südtirols. Die Südtiroler, die ich kenne, wollen alle die vollkommene Unabhängigkeit von Italien. „Wir sind keine Italiener“, erzählen sie mir immer wieder. Ich finde es ist an der Zeit, dass das faschistische Unrecht, dass man den Tirolern zugefügt hat, wieder gut gemacht wird. Ich wünsche den Südtirolern von Herzen deren Freiheit.
    Viel Erfolg!

  12. Monti braucht nämlich keine Stimmen, sondern Geld. Und zwar viel zu viel, findet die Volkspartei. Das 2010 in Kraft getretene „Mailänder Abkommen“, demzufolge 90 Prozent aller Steuereinnahmen direkt in Südtirol bleiben, hat die Regierung faktisch aufgehoben. Spardekrete und Verordnungen haben das Landesbudget, das zuvor bei fünf Milliarden Euro lag, bereits 350 Millionen gekostet. „Und dann wollen sie uns auch noch vorschreiben, wo wir sparen sollen“, klagt der Landesrat. Dabei habe das schuldenfreie Südtirol doch in jeder Hinsicht größere Verwaltungs- und Sparqualitäten gezeigt als der Süden: „Wir als Hiesige verstehen besser als ein sizilianischer Minister in Rom, wie und wo wir sparen können. Aber Monti will Südtirol auf italienisches Niveau nivellieren.“

    Seit der Regierungschef in Rom Anfang November auch noch die Berechtigung Österreichs als Schutzmacht Südtirols infrage gestellt hat, liegen die Nerven endgültig blank. Umgehend forderte die SVP-Spitze von Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und Außenminister Michael Spindelegger, der Anfechtung aus Rom doch bitte unmissverständlich entgegenzutreten.

  13. Kewil du bisch a Wallischa. A Gelbfiasla bisch a no und hosch koa Ohnung.

    Schreib endlich die Wahrheit über die italienischen Faschisten!!
    Ich will damit nicht die geldgailen südtiroler Bauern in Schutz nehmen. Die sind verschlagen bis auf Totenbett.

  14. OT?

    Wild-West-Szenen in Bozen

    Bozen – Im Batzen Häusl in der Andreas-Hofer-Straße in Bozen ist es am Freitagabend zu einer wilden Schlägerei gekommen. Zwei flüchtige Marokkaner werden seitdem von den Ordnungshütern gesucht.

    Zur Rede gestellt, reagierten die beiden mit unglaublicher Gewalt. Sie teilten Schläge und Fußtritte aus und warfen mit Stühlen und Glasflaschen, um sich einen Fluchtweg freizuschlagen. Vier Jugendliche haben dabei Schnittverletzungen am Kopf erlitten, schreibt Alto Adige online.

    http://www.suedtirolnews.it/d/artikel/2013/12/07/wild-west-szenen-in-bozen.html

  15. #18 Altenburg,
    den Knechten und Mägden ist es unter den Franzosen und Bayern besser gegangen als vorher.
    Ich empfehle: FERN VON EUROPA (Tirol ohne Maske) von Sepp Schluiferer. ISBN 3-7066-2134-6.
    Die Zeitung „Tiroler Wastl“ schrieb über den Autor dieses Buches im November 1909: „Wer dieser Spottgeburt aus Dreck und Spülicht nur einen Bissen Brot, nur einen Tropfen Wasser reicht, dem faul‘ die Hand vom Leibe, und wer dieses Scheusal tötet und zu Aas macht, der sei gepriesen.“
    Des hom koane Taliban gschriebn. Des warn gläubige Tiroler Chrischtnmenschn!

  16. #6 Pilot Pirx (08. Dez 2013 16:22)

    In den [Anm.: ehemaligen] Ostgebieten Deutschlands wohnen fast keine Deutschen mehr …

    Richtig. Weil diese entweder ermordet, vertrieben oder deportiert – enteignet sowieso – wurden.

  17. #2 isochor89 (08. Dez 2013 15:41)

    „Warum macht ihr hier Stimmung gegen Italien und für separatistische Bewegungen? Südtirol ist den Österreichern nach dem 1. Weltkrieg verloren gegangen. Lebt damit.

    Warum macht ihr keine Stimmung gegen Russen in Preußischen und Schlesischen Gebieten? Das einzige was ihr hiermit erreicht ist deutsche und italienische Südtiroler gegeneinander aufzuhetzen…“

    Nichts „geht verloren“!
    Und es ist keine Stimmung sondern es sind Tatsachen.

    Der Unterschied zu Schlesien usw. ist, dass dort die Menschen grausam vertrieben wurden.
    Das ist nicht von den Russe geplant worden. Es fiel dem Stalin in den Schoß.

    Ich habe jemand kennengelernt, der für die Feuernacht viele Jahre in italienischen Kerkern zubrachte.

    Man kann nachlesen wie furchtbar es dort zuging.
    http://www.scribd.com/doc/2436258/ES-BLIEB-KEIN-ANDERER-WEG

    Erst die Veröffentlichung dieser Haftbedingungn mit bis zu tödlicher Folter brachte bessere Verhältnisse. Kreisky brachte die Sache vor die UNO.

    Es gibt keinen Grund, dass die Italiener Südtirol behalten, zumal sie gemeinsam mit den Österreichern des WK I begannen.

  18. Italien hat Südtirol nun mal nach dem 1 Weltkrieg zugesprochen bekommen. Italien ist im übrigen 1915 in den Krieg auf Seiten der Entente Mächte beigetreten, der Krieg ist 1914 ausgebrochen. Wie kann da Italien den Weltkrieg begonnen haben? das ist purer Schwachsinn.

    Österreich hat nun mal den 1. Weltkrieg begonnen. Für diesen Scheiß haben sie halt mit politischen Einfluss, Menschen und Ländereien bezahlt. Was regt ihr euch jetzt fast 100 Jahre später noch auf?

    Seid lieber froh, dass im Gegensatz zu den Deutschen, die aus ihrer Heimat von den Russen oder die Griechen die aus ihrer Heimat von den Türken vertrieben wurden, die Deutschen noch in Südtirolleben.

    Ihr versucht einfach nur Kapital aus der Gutmütigkeit der damaligen italienischen Machthaber zu schlagen, welche die Deutschen dort weiterhin haben leben lassen. Das ist einfach nur billig.

    Der Anteil an Deutschen in Südtirol beträgt ~67%. Was ist mit den Italienern, die dort wohnen? Wollen wir hoffen, dass wenn der Anteil der Moslems in bestimmten Gegenden Deutschlands so hoch wird, diese sich nicht einfach durch irgendwelche Wahlen von Deutschland lossagen 😉

  19. @ 76227

    Und bis 1806 gab es kein Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation, zu dem auch das habsburgische Land Tirol gehört hat? Die Südtiroler deutscher Sprache sind Angehörige der deutschen Ethnie. Es ist ein großer Fehler, Staatsbürgerschaften mit Ethnien zu verwechseln. Mit Ihrer Aussage entlarven Sie sich als geschichtswissenschaftlicher Analphabet.

  20. @ isochor89

    Österreich-Ungarn und Italien waren bis 1915 zusammen mit dem Deutschen Reich als sog. „Dreibund“ verbündet. Eigentlich hätte Italien Österreich-Ungarn militärisch unterstützen müssen.

    Der Wechsel Italiens 1915 auf die Gegenseite war Verrat. Für diesen Verrat ließ sich Italien von Großbritannien die Annexion Südtirols zusichern. Dies war völkerrechtswidrig und verstieß gegen den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Völker. (Dies ist vergleichbar, wie wenn z.B. Frankreich die italienische Provinz Piemont besetzen und zum Teil Frankreichs erklären würde.) Österreich-Ungarn hatte Italien weder angegriffen, noch sonst einen Kriegs- oder Angriffsgrund geliefert. Das Verhalten Italins war reiner (völkerrechtswidriger) Imperialismus.

    Die faschistische Regierung unter Mussolini versuchte nach dem I. Weltkrieg, Südtirol zwangsweise zu italianisieren durch Ansiedlung von Süditalienern, die keinen Bezug zu Südtirol hatten. (Dies ist vergleichbar mit der Strategie des kommunistischen China, im völkerrechtswidrig annektierten Tibet massenhaft Chinesen anzusiedeln.) Dieselbe Regierung Mussolini war es übrigens, die u.a. in Jugoslawien, Griechenland und Libyen einfiel und versuchte, Nordafrika durch Ansiedlung von Italienern zu kolonialisieren.

    Die Bestrebungen, Südtirol wieder von Italien loszulösen, sind daher der Versuch, historisches Unrecht wiedergutzumachen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker durchzsetzen.

  21. Seid lieber froh, dass im Gegensatz zu den Deutschen, die aus ihrer Heimat von den Russen oder die Griechen die aus ihrer Heimat von den Türken vertrieben wurden, die Deutschen noch in Südtirolleben.

    Ihr versucht einfach nur Kapital aus der Gutmütigkeit der damaligen italienischen Machthaber zu schlagen, welche die Deutschen dort weiterhin haben leben lassen. Das ist einfach nur billig.

    Italien annektierte Südtirol nicht deshalb, weil man sich an Anblick der dortigen Berggipfel erfreuen wollte, sondern um die Provinz (und ihre Bewohner) wirtschaftlich auzubeuten. Mit einer entvölkerten Provinz wäre dies nicht möglich gewesen. Da die Italiener keinen Bezug zu Südtirol hatten und die Regierung Mussolini deshalb Schwierigkeiten hatte, Kolonisten zu finden, die dort hinzuiehen wollten, konnte man es sich vorerst nicht leisten, die deutschsprachige Bevölkerung zu vertreiben. Dies war aber das langfristige Ziel, das nur deshalb nicht erreicht wurde, weil Italien vorher den II. Weltkrieg verlor.

    Zu den ca. 67% deutscchsprachigen Südtirolern kommen ca. 8% – 10% Ladiner, die einen räto-romanischen Dialekt sprechen und sich ebenfalls nicht als Italiener betrachten. Die Italiener bilden also gerade einmal ein knappes Viertel an der Gesamtbevölkerung, deren Päsenz nicht historisch begründet ist, sondern deren Vorfahren als Besatzer gekommen sind. Niemand fordert, die Italiener wieder gewaltsam zu vertreiben. Aber sie werden sich darauf einrichten müssen, in einem freien Südtirol nur noch eine sprachliche Minderheit zu sein, die nicht mehr das Staatsvolk bilden.

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