Geschichte Südtirols 8 – Gegenwart

südtirolEigentlich ist es ein Wunder, wie sich Südtirol seit den Bombenanschlägen in den sechziger Jahren entwickelt hat. Es kam nicht zu einem Dauerkonflikt wie in vielen Teilen der Welt in solchen Fällen, sondern zu einem friedlichen Fortschritt. Es gab neue Autonomiestatute und gesetzliche Verbesserungen, darunter ein Proporzsystem, nach dem zum Beispiel Beamte und Wohnungen entsprechend dem Bevölkerungsanteil verteilt werden mußten. Gerade diese Proporzsysteme – die jetzt in Deutschland auch drohen – sind eigentlich des Teufels. In Südtirol gab es Streit unendlich zwischen Italienern und Tirolern und trotzdem: irgendwann haben sich zwei zivilisierte Kulturnationen geeinigt und leben nun friedlich zusammen.

Meran 18.Jhdt

Geholfen hat natürlich in diesen Jahren immer die Wirtschaft! Tourismus ohne Ende vom Norden her, aber genauso vom Süden, plus die anderen Vorteile des alten Kulturlandes verfehlten ihre Wirkung nicht. Und wenn es der Wirtschaft und damit den Menschen gutgeht, ist der Protest meist ziemlich stumm. Genau das hat sich aber in den letzten fünf Jahren geändert. Italien steckt tief in der Euro- und Finanzkrise, sucht nach Geld, und die Südtiroler merken, wie die Autonomie immer mehr ausgehöhlt wird und wie es von Rom um seine Einnahmen betrogen wird. Jetzt im Jahre 2013 will ein beträchtlicher Teil der Südtiroler wieder weg von Rom!

Dazu kommt: Die Südtiroler Volkspartei (SVP), die jahrzehntelang mit absoluter Mehrheit umsichtig die Geschicke des Landes bestimmt hatte, drehte sich immer mehr in eine politkorrekte, rötlich-grüne Richtung, wie die Grünen auch – der Bergsteiger Messner aus dem Villnößtal ist z.B. so ein Öko-Yeti. Sprich: gegen die Einwanderung von Rumänen oder den Bau von Moscheen fällt der SVP zunehmend nichts Gescheites, Handfestes mehr ein! Andreas Hofer ist bei denen längst tot, die EUdSSR regiert in ihren Köpfen!

Dagegen wehren sich andere wie die getreue Eva Klotz und die Schützen zum Beispiel, siehe einen Stimmungsbericht vor den Wahlen hier. Und so gingen die letzten Wahlen im Oktober auch aus. Der Trend „Los von Rom“ wurde bestätigt!

Wie es weitergeht, wer will das prophezeien? Da aber unserer Ansicht nach die Euro-, Finanz- und Schuldenkrise anhalten wird und sich in Italien die Unruhen verstärken, dürften auch die Autonomiebestrebungen noch zulegen. Und sollte es etwa den Katalanen gelingen, weg von Spanien zu kommen – die Südtiroler beobachten andere Autonomiebewegungen genau -, dann wird das südlich vom Brenner Folgen haben.

Rosengarten

Es wäre ein glänzender Sieg der Gerechtigkeit, wenn dieses schöne Land, das vor beinahe 100 Jahren völlig rechtlos mit dem Segen der Alliierten von Italien annektiert wurde, wieder zum österreichischen Tirol käme oder frei und unabhängig würde. Mander, s’isch Zeit!

Vorangegangene Teile:

» Geschichte Südtirols 1 – Prolog
» Geschichte Südtirols 2 – Andreas Hofer
» Geschichte Südtirols 3 – Der 1. Weltkrieg, Kriegserklärung Italiens
» Geschichte Südtirols 4 – Gebirgskrieg 1915-1918
» Geschichte Südtirols 5 – Faschistische Italianisierung durch Tolomei
» Geschichte Südtirols 6 – Die Option
» Geschichte Südtirols 7 – Feuernacht, Bomben

Finis!