Münchner CSU plant Bündnis mit GRÜNEN

csu grüneDie Münchner CSU scheint sich allmählich von ihren konservativ-bürgerlichen Wurzeln zu verabschieden. Der Oberbürgermeister-Kandidat Josef Schmid (Foto neben der grünen OB-Kandidatin Sabine Nallinger) setzt sich auf Bundesebene für eine schwarz-grüne Koalition ein und sieht in München ein solches Bündnis laut Süddeutscher Zeitung als „noch viel möglicher an“. Der Münchner Bezirkschef und bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle ergänzt: „Ich bin der größte Fan von Schwarz-Grün“. Da öffnen sich Scheunentore für Parteien wie die Republikaner und DIE FREIHEIT. Wen würde Franz Josef Strauß wohl heute wählen?

(Von Michael Stürzenberger)

Ein riskantes politisches Manöver, das die Münchner CSU zwecks Machterringung fährt:

Spaenle und Schmid ist offenbar bewusst, dass die in Teilen stets sehr konservative Partei in München nicht über Nacht für einen völlig neuen Kurs zu gewinnen ist. Es werde bei Gesprächen mit den Grünen Aufgabe der Parteiführung sein, den Spannungsbogen zwischen liberal und konservativ glaubhaft zu vertreten, sagte Spaenle. Für die CSU sei eine Annäherung an die Grünen durchaus auch ein „Risiko“, räumte Spaenle ein, dies gelte für die Grünen aber ganz genauso. Schmid hat bei seinen Gesprächen an der Parteibasis den Eindruck gewonnen, dass die CSU inzwischen reif für Schwarz-Grün sei. Ihm sagten viele CSU-Mitglieder, mit denen er rede: Macht es doch mit den Grünen.

Das dürfte spannend werden, wie die CSU-Basis mit Anti-Patrioten, Ex-Kommunisten und Trümmerfrauen-Denkmal-Verhüllern klarkommt. An der Spitze sind aber offensichtlich auch noch andere Münchner CSUler für den schwarz-grünen Kurs, wie die SZ vermeldet:

Der CSU-Stadtrat Walter Zöller, der Ende der Achtzigerjahre gegen erheblichen parteiinternen Widerstand bei der Wahl der städtischen Referenten den ersten schwarz-grünen Deal im Rathaus organisiert hatte, forderte seine Partei auf, sich in Berlin auf Schwarz-Grün einzulassen. Wenn sich die CSU diese Option nicht eröffne, werde sie langfristig ohne Koalitionspartner dastehen, sagte Zöller mit Blick auf das Siechtum der FDP. „Dann sind wir der SPD ausgeliefert“.

Die SZ hat den Josef „Seppi“ Schmid auch gleich für die Wahl des „Münchners des Jahres“ auf Platz acht gesetzt. Mit einem Bild, das ihn zusammen mit der grünen OB-Kandidatin Nallinger zeigt. Und auf seine Stadtratsliste hat er, ganz im „München ist bunt“-Zeitgeist, einen Kandidaten mit türkischen Wurzeln und ein Mitglied der Lesben und Schwulen in der Union gesetzt.

„The times, they are a changing“ sang schon Bob Dylan. Auch wenn er damals etwas anderes meinte..