PI wirkt: Stuttgarter Gymnasium sagt Multikulti- Feier in katholischer Kirche ab

GDG-StuttgartStuttgart. Wie verschiedene Presseorgane berichten, hat das Gottlieb-Daimler Gymnasium in Bad-Cannstatt ihr für morgen geplantes multireligiöses „Fest der Werte“ in der Liebfrauenkirche (PI berichtete) abgesagt. Es sollte den alljährlich stattfindenden Adventsgottesdienst ersetzen. In den Meldungen heißt es, die Einladung sei „auf Internetseiten der ‚rechtslastigen Szene` gelandet“ von dem ein sogenannter „Shitstorm“ ausgegangen sei.

Seit heute Mittag wird in den Stuttgarter Nachrichten PI-News als Urheber des „Aufruhrs“ genannt:

Die Schule erhielt zahlreiche empörte Anrufe und Mails, sagt Homoth-Kuhs. „Es wurde eine regelrechte Drohkulisse aufgebaut.“ Deshalb hatte die Schulleitung die Befürchtung, dass es am Tag der Feier zu Aktionen kommen könnte. Ob diese berechtigt sei, könne er zwar nicht sagen. Aber: „Wir unterstützen die Schule“. Deshalb wurde das Fest abgesagt.

Das Regierungspräsidium hat die Polizei gebeten, ein Auge auf die Angelegenheit zu haben. Damit wolle man auch ein Zeichen setzen. „Man darf eine Schule auf keinen Fall so attackieren,“, sagt Homoth-Kuhs.

Auch gegenüber PI bestätigte die katholische Kirchengemeinde Liebfrauen in Stuttgart Bad-Cannstatt die Absage der multireligiösen Feier.

Liebfrauenkirche, Stuttgart,1

Ein Ersatz etwa in Form des bisherigen „Adventsgottesdienstes“ zum Ausklang des Jahres ist nicht geplant, aber es wird laut SWR-Hörfunk morgen früh eine inoffizielle Feier auf dem Schulgelände geben, von der die Öffentlichkeit allerdings ausgeschlossen sein wird.

Der SWR schreibt auf seiner Homepage von „Rechter Hetze im Netz“:

Die „Feier der Werte“ findet nicht wie geplant in der Liebfrauen-Kirche statt, sondern in der Schule. Der Grund: Die Kirche ist ein öffentlicher Ort. Jeder kann dort hinein, kann stören, filmen und die Aufnahmen ins Internet stellen. Schulleiterin Verena König sagte zur Verlegung, die Entscheidung sei nicht feige. Sicherheit für die Schüler gehe vor.

Dafür bekam die Schule Rückendeckung vom Regierungspräsidium Stuttgart. Sprecher Clemens Homoth-Kuhs sagte, die Entscheidung sei richtig und nicht zu kritisieren. Die Einladung sei auf Internetseiten der „rechtslastigen Szene“ gelangt und dort mitsamt den Kontaktdaten der Schule veröffentlicht worden. Außerdem seien E-Mails mit Protesten bei der Schule eingegangen. „Das wurde vonseiten der Schule als eine Art Drohkulisse verstanden.“

Kultusminister Andreas Stoch reagierte empört auf die Internet-Hetze. Im SWR sagte Stoch, so etwas könne man sich nicht bieten lassen.

Nach SWR-Informationen handelt es sich um die islamfeindliche Internetplattform blue-wonder.org – „pi“ steht für „politically incorrect“. Andere Internetseiten wie die rechte Zeitung „Junge Freiheit“ und islamfeindliche Facebookseiten haben diese Seite verlinkt.

Die Schule wollte mit dem Fest würdigen, dass an dem Gymnasium 23 Nationalitäten vertreten seien – darunter auch viele Nicht-Christen. Die Feier in der Kirche war mit dem dortigen Pfarrer abgesprochen.

Die Reaktion der Schüler fiel unterschiedlich aus. Schulleiterin König sagte, vor allem ältere Schüler hätten sich nicht verstecken wollen. Sie wollten Flagge zeigen gegen Rechts. Die Feier sollte aber nicht unter Polizeischutz stattfinden – deswegen sei sie verlegt worden.

König wies darauf hin, dass die Internetseite in diesem Jahr bereits mehrere couragierte Schulen auf dem Kieker gehabt habe und auch Veranstaltungen gestört worden seien.

Am Nachmittag gab die Rektorin Verena König dem SWR-Fernsehen dann noch ein Interview, das wahrscheinlich noch heute Abend in der SWR-Abendschau Baden-Württemberg ausgestrahlt wird.

GDG-Stuttgart,19

Hier das SWR-Video:

Die Kulisse bildete der Eingangsbereich, der mit Slogans gegen „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“ übersät ist.

Ob an der mehrere Meter langen Wand oder an den Infotafeln, überall versichert man gegen Rassismus zu sein. Stolz hängt ein „Zertifikat“ gegen Rassismus neben dem Zeitungsartikel mit Özdemir (Grüne) und der Schulleiterin König.

GDG-Stuttgart,23

Ob König schon erkannt hat, dass der neue Rassismus heute vermehrt aus der islamischen Ecke kommt, und dass in ihrem Stadtteil nach wie vor radikale Muslime die Cannstatter Moschee besuchen, die ihre Interessen mit Gewalt durchsetzen wollen? Es darf bezweifelt werden. Lieber echauffiert man sich über einen sachlich geführten Protest, wie den der vergangenen Tage von PI.