Brandt, Bahr, BreschnewIn diesen Tagen kann man Willy Brandt wieder einmal kaum entgehen. Hundert Jahre alt wäre der Ex-Kanzler geworden. Das gilt es zu feiern, und außerdem hat auch noch einer seiner Söhne eine wohlwollende Biographie vorgelegt. So zieht denn nun die Legende vom Patrioten ihre weiten Kreise, dessen Fernziel immer die deutsche Einheit gewesen sei, der mit seiner Ostpolitik eben dieses Ziel verfolgt und dabei „Realitäten anerkannt“ habe. Nun ist es immer gut, in der Politik von den Realitäten auszugehen. Weniger leicht ist es dagegen zu ermitteln, was denn die Realität sei.

Werfen wir also einen kurzen Blick auf die Realitäten, unter denen die politische Laufbahn und die Kanzlerschaft Willy Brandts stattfand. In Sachen Ostpolitik und Teilung scheinen es doch vor allem diese gewesen zu sein: Realität war, daß die deutsche Teilung so lange bestehen würde, wie den Großmächten eine Vereinigung von zwei oder gar allen drei deutschen Reststaaten lästig und problematisch erscheinen würde.

Realität war im weiteren: An der nach 1945 erfolgten Ausmordung Ostdeutschlands war de facto nichts mehr zu ändern. Zur Realität gehörte mithin, daß die Siegermächte – und zwar in Ost und West – damit die Verantwortung für ein Megaverbrechen an Deutschen auf sich geladen hatten und das auch ganz genau wußten. Keine Argumentation konnte rechtfertigen, was als Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an einer Zufallsauswahl von Menschen geschehen war. Man hatte ein Problem geschaffen, das eine politische Zeitbombe werden konnte… (Fortsetzung in der JF!)

image_pdfimage_print

 

42 KOMMENTARE

  1. SPD gegen Flüchtlinge und die „DDR“ als Wahlkampfhelfer, was denn nun, Sigmar Gabriel, Johannes Rau als Angriff auf die Mitte der Gesellschaft? 🙂

    http://www.cditfurth.de/spdakten.htm

    Die SPD war der Wunschverhandlungspartner der Einheitssozialisten, und diese taten ihr Bestes, um dazu beizutragen, daß die Sozialdemokraten bald wieder ins Kanzleramt einziehen konnten. Mitte der achtziger Jahre mochten die SPD-Politstrategen die Hilfe der DDR schon nicht mehr missen. Die Wahlkampfmunition von jenseits der Mauer wurde erbeten und gewährt.
    Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Johannes Rau etwa sagt die Unwahrheit, wenn er behauptet, er habe sich als SPD-Kanzlerkandidat bei den Bundestagswahlen vom Januar 1987 keine Vorteile durch Absprachen mit der SED verschafft. Das Gegenteil trifft zu.
    Er war am 18. September 1986 vor die Presse getreten und hatte verkündet, die DDR-Führung werde den ungehinderten Zustrom von Asylbewerbern von Ost- nach West-Berlin unterbinden. Fast 40 000 Ausländer, vor allem Tamilen, waren zwischen dem 1. Januar und dem 12. September über den Ost-Berliner Flughafen Schönefeld in den Westteil der Stadt gekommen – eines der heißesten Themen im Wahlkampf.

  2. Als Willy Brandt in der ersten großen Koalition Außenminister war, konnte man – sofern man (noch nicht digital!) über „unkorrekte“ Nachrichten verfügte, lesen, dass er in Italien hinter dem Rücken von Kanzler Kiesinger Geheimgespräche mit Sowjets geführt hatte, bei denen es nicht um die Einheit Deutschlands ging. Übrigens war „Herbert Frahm“ vor (die Betonung liegt auf vor) 1933 von einem Fischer bei Nacht und Nebel aus Deutschland gebracht worden. Über den Grund, der auch erkundet wurde, will ich lieber schweigen.

  3. „…So zieht denn nun die Legende vom Patrioten ihre weiten Kreise, dessen Fernziel immer die deutsche Einheit gewesen sei, der mit seiner Ostpolitik eben dieses Ziel verfolgt und dabei „Realitäten anerkannt“ habe…“
    ———————————————————-

    …ach ja da fällt mir zu dem „Patrioten“ gerade noch so ein:

    „Und selbst der Immigrant Willy Brandt empfahl seinen Genossen von der Sozialistischen Arbeiterpartei: “Das sozialistische Element im Nationalsozialismus, im Denken seiner Gefolgsleute, das subjektiv Revolutionäre an der Basis, muß von uns erkannt werden.”

    😯

  4. Moooooment! Willy Brandt war ein herausragender deutscher Politiker und Bundeskanzler. Und er war ein echter deutscher Patriot. Daran kann es wohl keinen Zweifel geben. Vielleicht sieht im Rückblick vieles falsch aus, was er gemacht hat und vieles ist auch im Sande verlaufen. Aber wo wäre das nicht so?

    Die Ostpolitik war zu seiner Zeit richtig und der Kniefall zu Warschau war eine große menschliche Geste. Wenn wir heute noch solche Politiker hätten, stünde es vielleicht besser um Deutschland. Das er kein Heiliger war und nicht hellsehen konnte, wird man ihm wohl kaum vorwerfen wollen.

  5. Willy Brandt war immer mein Idol und wird es immer bleiben da können Pinscher nichts ändern ebenso wie die Heckenschützen in den Jahren 1969-72 Punkt aus.
    2 Kanzler haben in widrigsten Umständen grosses geleistet indem mit dem „Feind“ verhandelt wurde. (mit Freunden kann jeder verhandeln) Konrad Adenauer hat die letzten Kriegsgefangenen befreit und ebenso mit den „bösen“ Sowjets verhandelt wie Jahre später Willy Brandt um Erleichterungen trotz des eiseren Vorhangs zu schaffen. Man könnte sagen die neue Ostpolitik war einer der Sargnägel des Sowjetreiches das zementiert auf Jahrhunderte schien.
    Und Hemut Kohl nun der hatte einfach Glück aber immerhin so viel Verstand im richtigen augenblick das Richtige tun und zugreifen eben weil die Sowjets nicht mehr in der Lage waren ein Weltreich zusammen zuhalten.
    In der heutigen Zeit würden Grüne und die poltikorrekte Presse einen Mann wie Brandt und vor allem Egon Bahr mit seinen 2-jährigen Geheimverhandlungen in der Luft zerreisssen

  6. #6 Bollmann
    Kniefall = große Politik?
    Also, ich persönlich habe mich noch nie mit den ganzen Demuts- und Unterwerfungsgesten unserer Politiker abfinden können. Man kann auch Anstand besitzen ohne zu kriechen. Auch Politik geht mit Würde!
    Brand ist eine schillernde Figur und das ganze Getue um ihn nervt nur noch.

  7. Naja, lieber Bollmann, auch wir im Osten haben zu Willy Brandt aufgeschaut, voller Hoffnung auf Verbesserung unserer Lage. Aber warum wehrt sich dann die SPD so vehement gegen die Öffnung der Archive der SED, selbst gegen das, was in ihrem Friedrich-Ebert-Institut bereits über die besagten Stellen ihrer Ostpolitik vorliegt? Warum muss man denn die „großen Erfolge“ der Ostpolitik der SPD vor dem Volk nur geheimhalten? Das stinkt doch zum Himmel und vielen Dank an Eurabier für die Spiegel-Hinweis (was für ein himmelweiter Unterschied zwischen 1992 und heute in der Medienwelt. Und schon damals krochen sie zu Kreuze).

    Ikone hin, Supermann her: es ist der SPD wesensimmanent für den Erhalt der Macht alle Infamie dieser Welt einzusetzen und Vater und Mutter zu verraten. Früher, in der Weimarer Zeit mögen die noch für den arbeitenden Menschen Rechte erstritten haben. Aber die Zeiten sind vorbei und so manche Vita auch von Altgrößen der SPD liest sich wie eine Schmuddelgeschichte (z.B. Folge „Heil Dir, Lassale“ in der ef).

  8. @ #9 @meritaton

    #6 Bollmann
    Kniefall = große Politik?

    Ich habe geschrieben, dass es eine große menschliche Geste war. Ich habe nicht geschrieben, dass es große Politik war.
    Das ist ein Unterschied.

  9. H. Frahn’s Parole vom: „Meerdemokratiewagen“ war auch nur eine zeitgeistige Verbaihure, die entweder selbsttherapeutisches Vehikel war, oder von dem inflationären SSozialismus der Vergangenheit ablenken sollte. In der Zeit des kalten Krieges war es bei Staatsoberhäuptern im Westen nicht sehr „modern“ von SSozialismus zu sprechen, so schwafelte man gerne von, „Sozialdemokratie“.
    Heute ist diese Schamgrenze längst gefallen, die eSPeDe bekennt sich längst wieder stolz zum: „demokratischen“ SSOZIALISMUS.

    :mrgreen:

  10. Willy Brandt war auf jeden Fall ein anderes Kaliber als das ekelhafte FDJ Agitprop Ferkel aus dem Osten und der Rest der heutigen Politiker, denen ich allesamt wünsche, eines Tages ohne Anspruch auf Stütze in den freien Markt abgekübelt zu werden. Würde Willy Brandt heute noch leben und an der Spitze der SPD stehen, würde die Zukunft dieses Landes weitaus rosiger ausschauen!

  11. „Man suchte im Westen und Osten nach Wegen, die bis dahin von keinem deutschen Politiker je mit seiner Unterschrift besiegelten Nachkriegsverbrechen auch ohne Friedensvertrag völkerrechtlich vom Tisch zu bringen. Die Ostpolitik Willy Brandts kam diesem Ziel weitgehend entgegen. Er unterschrieb, was kein Adenauer oder Schumacher je unterschrieben hätten. Das zementierte ebenso die deutsche Teilung, wie es die alliierten Nachkriegstaten praktisch entschädigungslos abwickelte. Ganz real gab die bundesdeutsche Politik damit fast ohne Gegenleistung einen wesentlichen Teil des materiellen und immateriellen deutschen Nationalerbes aus der Hand. Damit wurde in der Ära Brandt zugleich ein wesentlicher Schritt in die Richtung getan, Verbrechen an Deutschen und an Deutschland nicht mehr anzuklagen, sondern achselzuckend als Begleiterscheinungen von „Realität“ zu bewerten.“
    – – –
    Ich hatte einen Geschichts- und Philosophielehrer, der das damals genau so sah und offen thematisierte. Er stand zwar auf verlorenem Posten innerhalb der Lehrer- und Schülerschaft, aber man ließ ihn gewähren. Hatte doch der Schulleiter im neu errichteten Gymnasium die Wappen der verlorenen – oder, wie man damals noch hoffte – nur auf Zeit verlorenen deutschen Oststädte zum ewigen Gedenken in der Pausenhalle an die Wand montieren lassen.
    Ich, damals um die 14, hörte ihm fasziniert zu, sehr vermutlich, weil er so offenkundig gegen den Strom schwamm. Da ich ihn auch privat gut kannte und besser kennenlernte, ist vieles von dem, was er damals sagte, bei mir gut hängengeblieben.
    Den Artikel von Stefan Scheil sollte man sich gut zur Seite legen, er spricht vieles lang nicht Gesagte in wenigen prägnanten Worten gelassen aus.
    Sapere aude!

  12. Hallo kewil,

    du zitierst hier Stefan Scheil?! Bist du nicht sonst immer pro-amerikanisch?

    Gut, dann kannst du auch auf S. Scheils Buch Transatlantische Wechselwirkungen hinweisen, in dem er darstellt, wie West-Germany erst durch die Re-education zu einem das Vaterland verratenden, Kultur verklärenden, selbst hassenden Appendix der USA geworden ist.
    Die sich daraus speisende 68er-Ideologie tat ihr Übriges…

  13. Zu dem Brandt-Spruch „mehr Demokratie wagen“ hat auch Broder gerade in der „Welt“ was geschrieben und diesmal ziemlich danebengegriffen, wie man selbst den paar harmlosen Kommentaren entnehmen kann, die es durch die Zensur geschafft haben. Habe selbst versucht was beizusteuern, aber vollkommen unmöglich an der Zensur vorbeizukommen. Da kann man nur erahnen, was den Leuten wirklich unter den Nägeln brennt. Demokratie geht anders, und Brandt und Konsorten sind buchstäbliche Seelenverkäufer, die ihr Volk für eigene Gutmenschgummipunkte nur billigst verscherbeln.

  14. Von „Willy Brandt“ hat Deutschland seine Geisteskrankheit geerbt. Brandt schrieb ein Buch Verbrecher und andere Deutsche, was erst verheimlicht und abgestritten wurde. Dann hatte Herbert Frahm, wie er richtig heisst, auch keinen Arbeiterhintergund wie behauptet sondern war buergerlicher unehelicher Herkunft. Offenbar Ursache massiver psychologischer Probleme, die man auch bei Gabriel, Lafontaine uvm. erkennen kann. In der Weimarer Republik war er Kommunist und bei linken Gewaltaktionen beteiligt oder zumindest seine unmittelbaren Genossen von damals, weswegen er von der Justiz floh. Also, er war kein Demokrat sondern linker Ideologe mit Gewaltbereitschaft und von daher erztypisch fuer die Weimarer Republik und spaeter die Linke des Westen. Die Ostvertraege entziehen einer Teilgruppe der Deutschen die Menschenrechte. Fuer diese Vertraege gab es ueberhaupt keine Gegenleistung. Dadurch ist auch kein Frieden eingekehrt oder hat sich irgendwelche Auswirkungen auf die Sowjetunion ergeben, denn die sahen ihn als nuetzlichen Idioten. Im Gegenteil, damals ging es mit dem Schuldkult erst los und im uebrigen auch mit polnischer Ueberheblichkeit, denn die Ostgebiete werden als urpolnisch betrachtet und den Polen eine generelle Opferrolle zu allen Zeiten zugedacht, bis dahin war Polen eigentlich Kriegsgewinner mit fetter Beute. Keine Regierung der BRD hat wirklich was geleistet, echte Regierungen waren das nicht, hoechstens Administrationen. Man sieht hier, wie die Leute immer die emotionale Bindung zu einer dieser offiziellen Parteien hat. Adenauer oder Brandt als Ueberfiguren. Genau da ist das Problem, niemand loest sich von diesen Systemparteien. Die Leute sind an diese Parteien emotional gebunden wegen romantischen Vorstellungen der alten BRD von vor mittlerweilen ueber 40 Jahren.

  15. OT:
    Hallo Österreicher – Jobangebot

    Die ORF Radioinformation sucht Lehrredakteur/innen.

    die Einstellungsvorraussetzungen sind:

    Anforderungen:
    • Matura, abgeschlossene Schulausbildung oder Studium
    • gute Allgemeinbildung
    • breites Interessenspektrum und hohes Maß an Allgemeinwissen
    • sehr gute verbale Ausdrucksfähigkeit
    • Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln
    • sehr gute Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik
    • Neugierde und Lernbereitschaft
    • Kommunikationsstärke
    • Teamfähigkeit
    • Kreativität
    • Stressresistenz und Belastbarkeit
    • Bereitschaft zu flexibler Arbeitszeit
    • gute PC-Kenntnisse
    • journalistische Erfahrung ist nicht Bedingung, jedoch von Vorteil

    Bei gleicher Qualifikation werden Personen mit Migrationshintergrund bevorzugt!

    http://jobs.orf.at/job409.html

    da brauch sich wohl kein Ur-Österreicher mehr bewerben, der bekommt eh keinen Zuschlag.

  16. Die Beiträge vor allem von „kewil“ sind der Grund, weshalb dieser Blog sich zumindest nicht zu laut beschweren kann, wenn er immer wieder in eine Ecke gerückt wird., in der er eigener Aussage nach ja nicht sein möchte.

    Der „Vaterlandsverräter“ Frahm ist nun wirklich ein seit Jahrzehnten altbekanntes Stereotyp aus gewissen Kreisen – diesem mal wieder eine Bühne bieten zu wollen: darüber sollte man vielleicht doch besser erst mal genauer nachdenken …

  17. Zuallerst muss man feststellen, dass Brandt, als er noch Frahm hiess, an einer Gewalttat zumindest beteiligt war, fuer die er nie zur Verantwortung gezogen wurde. Erich Mielke wurde fuer das gleiche nach über einem halben Jahrhundert in den Knast verurteilt. Auch viele andere Geschichten, an denen er beteiligt war, machen es unmoeglich, diesen Mann zu verehren.

  18. #11 Bollmann
    Dem Wortlaut nach haben Sie recht. Im Zusammenhang Ihres Beitrages und auch der Realität nach war diese “ große menschliche Geste“ Politik.
    #26 Mattes
    Was hat der nicht an den Haaren herbeigezogene Vorwurf des Vaterlandsverrats mit der Ecke zu tun, in der der Blog nicht sein möchte?
    Ich stelle hier mal klar, dass Wahrheiten nicht unwahr werden, wenn sie der Falsche ausspricht.

  19. Willy Weinbrand,

    ein ueberheblicher, aufgeblasener Genosse, der mit seinen Kniefaellen und Akzeptanz der Abtretung von 1/3 Deutschlands an die Polen glaubte von sich reden zu machen.
    Er war so naiv und verblendet, dass er nicht mal merkte, dass er einen DDR Spion an seinen Busen naehrte.

    Leider damals wie heute, alles zu Lasten Deutschlands, was damals und heute mit der EU und dem E geschieht.

  20. Ausmordung Ostdeutschlands

    Spitzenformulierung! Brutal auf den Punkt gebracht!

    Zur Realität gehörte mithin, daß die Siegermächte – und zwar in Ost und West – damit die Verantwortung für ein Megaverbrechen an Deutschen auf sich geladen hatten und das auch ganz genau wußten.

    Dazu Rudolf Augstein:

    „Das Gespenstische an der Potsdamer Konferenz lag darin, daß hier ein Kriegsverbrechergericht von Siegern beschlossen wurde, die nach den Maßstäben des späteren Nürnberger Prozesses allesamt hätten hängen müssen. Stalin zumindest für Katyn, wenn nicht überhaupt. Truman für die völlig überflüssige Bombardierung von Nagasaki, wenn nicht schon für Hiroshima, und Churchill zumindest als Oberbomber von Dresden, zu einem Zeitpunkt, als Deutschland schon erledigt war. Alle drei hatten sogenannte „Bevölkerungsumsiedlungen“ verrückten Ausmaßes beschlossen, alle drei wussten, wie verbrecherisch diese vor sich gingen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Potsdamer_Abkommen

    Nach dem Scheitern dieses Plans wurde von den Westmächten ganz real mit allen Mitteln daran gearbeitet, die entstandenen Opferverbände politisch zu schwächen und zu unterwandern.

    Was ihnen auch perfekt gelungen ist, u. a. mit Kabarettisten vom Schlage Dieter Hildebrandts.

    Längst ist nachgewiesen, daß die „Verzicht ist Verrat“-Rhetorik eines Willy Brandt und der SPD-Führung in den frühen sechziger Jahren nicht viel mehr als eine Beruhigungspille und eine bewußte Irreführung der Öffentlichkeit darstellten.

    Tja, und da gab es ja auch immer wieder diese „Gerüchte“ (wir wollen hier mal zurückhaltend formulieren), daß Brandt auf der Gehaltsliste der CIA gestanden hat. Mache sich jeder selbst ein Bild:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40941945.html

    Andere haben nachweislich darauf gestanden (aus dem SPIEGEL-Artikel):

    Thomas Braden, Chef der Abteilung „Internationale Organisation“ in der CIA-Zentrale, plante im fernen Washington die Strategie der konspirativen Subvention. Sie erreichte fast alle Verbände und Institutionen in West-Berlin, den „Kongreß für die Freiheit der Kultur“ ebenso wie Parteien und Gewerkschaften. Verteilt wurde das Geld auf verschiedenen Wegen: mal über die Kasse des Chefredakteurs der US-geleiteten „Neuen Zeitung“, mal über die Ford Foundation, mal über die Europavertretung des US-Gewerkschaftsverbandes AFL.

  21. Brandt soll schon eine etwas problematische oder auch merkwürdige Natur gewesen sein. Vor ein paar Wochen gab es mal eine TV-Sendung über ihn, da sagte sein Sohn Matthias (der Schauspieler) sinngemäß, sein Vater sei ihm als so ewas „wie ein Behinderter“ vorgekommen. Der andere Sohn, Lars, ist wohl um einiges älter (will jetzt nicht gugeln) zeichnete aber ein sehr viel positiveres, freundlicheres Bild.

    Scheil ist mit diesem Artikel übrigens teilrehabilitiert: 😉
    http://www.pi-news.net/2012/10/stefan-scheil-jf-will-historiker-sein/

  22. Willi Brandt war

    – Verräter riesiger Teile der Heimat
    – Medikamentenabhängig
    – ein rücksichtsloser Fremdgänger
    – sexuell abhängig von speziell zugeführten Frauen
    – schwer krank und depressiv
    – komplett von den Kommunisten ausspioniert
    – als Kanzler nachweislich durch die Kommunisten gekauft

    …das nur mal in Stichworten.

    Und hier blubbern immer noch einige irgendwas von „Idol“ nach.

    Brainwashed…

  23. # 31, letzter Teil, soll übrigens keineswegs eine Kritik an der CIA sein. Ist doch völlig in Ordnung, wenn jeder Staat mit so harmlosen, blutfreien Methoden wie Schmiergeld versucht, seine politischen Ziele durchzusetzen. Ich wünschte, deutsche Geheimdienste würden ebenso ,sagen wir „machiavellistisch“ operieren. Aber, wie ich sie mir vorstelle, tun sie das wohl nicht. Ich würde mich freuen, wenn ich mich mich irren würde.

    Merke: In der Politik gibt es weder Moral noch „Freunde“, es gibt nur Interessen. In der Außenpolitik sollte jeder vernünftige Statt jedenfalls so denken und handeln. In der Innenpolitik dürfen die Ansprüche an die „Moral“ aber gern etwas höher sein.

  24. OT

    Nun versteht man die Mali-Intervention von Frankreich! Ein enorm wichtiger Hinweis!!!

    ANSCHAU- UND SUCHBEFEHL 😉 (vor allem für Anti! Wo findet man einen Stream? Kann man diesen Film hochladen???!!!)

    http://www.taz.de/!117530/

    SAUEREIEN DES FRANZÖSISCHEN STAATSKONZERNES AREVA IM URANABBAU IM ISLAM-AFRIKA!

    ANSCHAUEN! SUCHEN! Diesen Film müssen wir alle sehen, politisch unkorrekt bis zum Anschlag. Nur um das Islam-Thema macht der hervorragende Film doch einen Bogen. Aber geschenkt, wenn man so viel unkorrektes recherchiert.

    WDR, VRT, TVE – 2013 – 90 Min. und 52 Min.

    „Green Report“ Greenscreen Festival
    Atomic Africa
    Ein Film von Marcel Kolvenbach

    Seit Jahren schon sind es afrikanische Staaten, die weltweit die Riege der Länder mit dem stärksten Wirtschaftswachstum anführen. Doch der neue Boom braucht Energie, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Immer mehr afrikanische Regierungen wollen deshalb auf Atomkraft setzen.

    Zwei Jahre lang reiste der Filmemacher Marcel Kolvenbach durch Afrika und recherchierte im Zeichen dieser neuen afrikanischen Atompolitik – vom Osten des Kontinents nach Südafrika, weiter in den Kongo und von dort in die Sahara.

    Stets nah bei den betroffenen Menschen zeigt der Filmemacher, wie sich der Konflikt um die Uranvorkommen des Kontinents verschärft. Vom Krieg in Mali bis hin zum Raubbau an der Natur in Tansania prägen die Interessen mächtiger Konzerne wie dem französischen Stromriesen Areva immer mehr das Schicksal ganzer Regionen.

    Zugleich zeigt der Film eindrucksvoll, welche Folgen der Einstieg in die Atomkraft für die Umwelt und Sicherheit eines Kontinents haben dürfte, auf dem die wenigen Atomkraftgegner um ihr Leben fürchten müssen. „Atomic Africa“ wird so zum politischen Road-Movie durch das nukleare Afrika.

  25. Willy Brandt war zu seinen Lebzeiten, das ist kein Geheimnis, ein Anhänger des Hochprozentigen.

    Mag sein daß die Visionen die man ihm nachsagt zu einem guten Teil daher rührten; wenn ich eine Flasche Klaren trinke sehe ich auch Dinge die andere Leute nicht sehen.

    Und nun kommen wir zum legendären Kniefall. Unklar ist ob dieser daher rührte daß Willy etwas zu tief ins Glas geschaut hatte und daher Probleme mit dem Gleichgewicht hatte oder ob es Entzugserscheinungen waren da er stundenlang nichts zu trinken bekommen hatte und sich nun der Kreislauf meldete.

    Egal was die Ursache war, es war seinerzeit ein genialer Schachzug Wehners, der die Situation intuitiv erfaßte, diesen Schwächeanfall sofort als einen symbolischen Kniefall zu deklarieren. Die Presse stürzte sich dankbar auf den hingeworfenen Knochen, Fragen wurden nicht gestellt.

    Willy Brandt aber wurde zum Vorreiter der ERD, der Entschuldigungsrepublik Deutschland, wo man nach wie vor, genaugenommen mehr denn je, gegenüber Allem und Jedem Buße tut, egal ob es im speziellen Fall angebracht ist oder nicht.

  26. #36 Cyberdawn

    Wer war Wehner? Wehner war in der Moskauemmigration der Kommunisten PPrivatsekretaer von Walter Ulbricht. Er war einer der übelsten Denunzinaten des NKWD, der viele Kommunisten verraten und dem Tod ausgeliefert hat. Als er merkte, dass man ihm an den Kragen wollte, ist er nach Stockholm abgehauen. Brandt und Wehner – zwei Vaterlandsverräter wie sie nur die Spezialdemokraten hervorbringen.

  27. Nachtrag zu # 31 und # 34
    Betr.: Schmiergeld in der Außenpolitik

    Wer ausländische Funktionsträger besticht, handelt in seinem nationalen Interesse und ist kein Lump. Ein Lump ist, wer sich bestechen läßt. Grundsätzlich. Aber man muß schon genauer hinsehen.

    Das gilt besonders auch im Fall Willy Brandt/CIA. Es war eben alles nicht so einfach für einen Nazi-Widerständler (der er war) in der End- und für einen politischen Akteur in der Nachkriegszeit und im kalten Krieg. Das Wort „Gehaltsliste“ aus # 31 wird hiermit zurückgenommen, für Brandt sowieso und auch für die anderen Einflußobjekte amerikanischer Geheimdienste.

    Es war ja nicht so, daß die Amerikaner gesagt hätten: „Hier habt ihr 1.000 Dollar, macht euch davon ein schönes Leben und vertretet künftig unsere Interessen“.

    Auch, was Rummenigge betrifft, ist die Sache nicht so einfach. Ein Kommentator wies in einem sehr guten Beitrag zu Recht darauf hin, daß Rummenigge die beiden Rolex-Uhren gar nicht hätte ablehnen können, weil das eine schwere Beleidigung für seine arabischen Gastgeber gewesen wäre. Was hätte er denn machen sollen? Hätte er sie auf dem Flughafen in den Abfalleimer werfen sollen? Eine andere Frage ist allerdings, ob Rummenigge jemals auch nur auf den Gedanken gekommen wäre, die Uhren nicht anzunehmen.

    Daß solche „Geschenke“ ihre Wirkung in vielen Fällen nicht verfehlen, steht auf einem anderen Blatt. Wenn man das Verhalten des FC Bayern in diesem Fall betrachtet
    http://www.pi-news.net/2013/12/katar-entlasst-fusballer-aus-sklaverei-keine-unterstutzung-vom-bayerntrainer-guardiola/ (darin wird auch die Sklavenarbeit behandelt), läßt das schon den Schluß zu, daß solche kleineren und größeren Gefälligkeiten sich auszahlen. Wenn man sich mit Gaunern einläßt, macht man sich eben die Hände schmutzig.

  28. Betr.: „ERD“
    (#36 Cyberdawn 21. Dez 2013 22:50)

    Ja, diese Entschuldigungskriecherei ist immer wieder widerlich und charakterlos.
    Auch der damalige CDU-Politiker und später aus der Partei ausgetretene Henry Nitzsche machte da leider keine Ausnahme. Er hatte den netten Satz gesagt:

    „Um Wählerstimmen von eingebürgerten Türken zu buhlen, halte ich für vergebliche Liebesmüh. Eher wird einem Moslem die Hand abfaulen, als daß er bei der Christlich-Demokratischen Union sein Kreuz auf dem Wahlzettel macht.“
    http://www.stern.de/politik/deutschland/cdu-rechtsausleger-eher-wird-einem-moslem-die-hand-abfaulen-515372.html

    Natürlich kam die übliche allgemeine Empörung – und in seiner Partei die übliche Distanziereritis. „Eine Entschuldigung lehne ich ab“, sagte Nitzsche zunächst. Alle Achtung, dachte man, endlich steht einmal jemand zu seinem Wort. Aber die Enttäuschung folgte auf dem Fuße, man mußte lesen:
    „Nach massivem öffentlichen Druck entschuldigte sich Nitzsche schriftlich.“
    http://derstandard.at/2679755

    Was für eine vertane Chance! Da hätte der Nitzsche doch sehr souverän folgendes sagen können:

    „Liebe Leute, was regt ihr euch eigentlich so auf? Das war metaphorisch gemeint. Wißt ihr, was das heißt: „metaphorisch“? Es bedeutet, etwas ist nicht wörtlich zu nehmen, sondern in übertragenem Sinne. Hätte ich gesagt: „Kein Moslem wählt die CDU“, hättet ihr euch dann auch aufgeregt? Nein, sicher nicht.

    Oder meint ihr allen Ernstes, ich nähme an, einem Moslem würde tatsächlich die Hand abfaulen? So dumm kann doch nun wirklich kein Mensch sein, nicht einmal ein Grüner. Also, guckt mal im Wörterbuch oder bei Wikipedia nach, was metaphorisch bedeutet – und regt euch wieder ab.“ 😀

  29. Noch zu # 39, betr.: „Entschuldigung“

    Man wüßte allerdings gern, wie diese „Entschuldigung“ Nitzsches ausgesehen hat. Habe dazu auf die Schnelle nichts Präzises finden können. So wie oben war sie zwar bestimmt nicht, aber vielleicht war es gar keine richtige Entschuldigung. Das war nämlich auch schon bei Papst Benedikt nach seiner berühmten Regensburger Rede so. Da hieß es in Überschriften „Papst entschuldigt sich“, dabei hatte er sich gar nicht entschuldigt.

    Die Reaktionen auf seine Regensburger Rede bedauere er sehr. Papst Benedikt XVI. hat sich für seine umstrittenen Äußerungen zum Islam entschuldigt. Muslime zu beleidigen sei nicht die Absicht des Papstes gewesen, teilte der Vatikan in Rom mit.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/islam-aeusserungen-papst-entschuldigt-sich-a-437394.html

    Man muß sich den Text genau ansehen. Eine „Entschuldigung“ ist es auf jeden Fall nicht!

    Bemerkenswert ist auch diese verfälschende Formulierung: „Die Reaktionen auf seine Regensburger Rede bedauere er sehr“. Im Text steht aber: „Der Heilige Vater bedauert sehr, dass einige Passagen seiner Rede für Muslime beleidigend geklungen haben könnten“, und das ist ja wohl etwas anderes.

    Der verfälschende SPIEGEL-Satz ist sogar besonders nett, weil man den nämlich auch so weiterdenken könnte: „Ja, hochverehrter Papst, da haben Sie leider recht. Die Reaktionen der dauerempörten Moslems kann man auch immer wieder nur bedauern. Aber so sind sie nun einmal, unsere Moslems“. 🙂

    Ähnlich wie mit der falschen „Entschuldigung“ ist das mit dem „Westerwelle warnt“, aber das ist noch eine andere Geschichte, und außerdem: das Mittagessen ruft. 😉

  30. Sorry, das muß noch sein, Nachtrag zu # 40:

    Sehr achtbar verhielten sich damals, das muß anerkannt werden, verschiedene CDU-Politiker:

    Gleichzeitig hatten in Deutschland Unionspolitiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Edmund Stoiber, Jürgen Rüttgers und Ronald Pofalla Unterstützung für den Papst geäußert. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hatte zum SPIEGEL gesagt: „Es muss noch möglich sein, dass man einen jahrhundertealten Text zitiert, wenn man sich doch erkennbar nicht damit identifiziert.“

    (obiger SPIEGEL)

    Aber hörte man dazu zum Beispiel etwas von dieser ganzen verlogenen Bagage, die sich sonst immer als Musterdemokraten aufspielt, etwa von diesem „Intellektuellen“ (haha) Grass? Natürlich nicht.

  31. #25 BePe; Wobei sich ja die aufgeführten Voraussetzungen und Migranten (vorausgesetzt das östereichischen Migranten bedeutet das gleiche wies deutsche)gegenseitig ausschliessen.

    #38 Biloxi; Wer hat Rummenigge denn dran gehindert, die Wecker ganz offiziell anzumelden?
    Das wär ihm auf jeden Fall um die Hälfte billiger gekommen.

Comments are closed.