Stuttgart (11): Dekan Hermes fordert, PI vom BW-Verfassungsschutz beobachten zu lassen

Eigentlich war für uns die Stuttgart-Serie mit unserem zehnten Beitrag quasi beendet, aber die aktuellen Ereignisse lassen uns keine andere Wahl, als die Reihe mit zunächst einer weiteren Folge fortzusetzen. In einem Interview, das Stadtdekan Christian Hermes den Stuttgarter Nachrichten gab, wiederholt er zunächst seine schon bekannten Vorwürfe gegen PI und die Leserschaft. Er beklagt sich über „subtile Drohungen“ und stellt fest, dass es zu seiner Weihnachtspredigt schon über 200 Kommentare auf PI-News gegeben und er schon über 70, „größtenteils beleidigende, aber natürlich anonyme E-mails“ bekommen habe.

Er nennt die Proteste „inszeniert“, „abstoßend“, „diffamierend“, „gefährlich“, „rassistisch“, „ausländerfeindlich“ und „mit dem christlichen Glauben unvereinbar“. Ferner seien die Protestler „fundamentalistische Rollkommandos“ aus dem „rechtem Sumpf“. Auf die Frage, was man dagegen tun könne, antwortet der Dekan: „Ich werde an die Leiterin das Landesamtes für Verfassungsschutz schreiben und fordern, dass Baden-Württemberg – genauso wie Bayern seit 2012 – die Organisation unter Beobachtung stellt. Das ist nach diesen Vorgängen in Stuttgart notwendig.“

Zum Thema „Weihnachten“ gibt Hermes dann aber doch zu, dass man überlegen müsse, „ob das Fest der Werte die geeignete Form war“, um einer multireligiösen Schülerschaft zu begegnen. An anderer Stelle erwähnt er, „dass es nicht die Lösung ist, dass alle Religionen sozusagen auf einen moralischen Grundkonsens eingedampft werden.“

Wie nicht anders zu erwarten, kam in den nächsten Sätzen die schon so oft vollzogene Kehrtwende hin zum religiösen Multikulturalismus. „Kinder und Jungendliche sollten ihre Religionen und Kulturen einbringen können.“ „Wir sollten nicht an der Schulpforte unsere Religionen ablegen.“ Und dann das immer wieder gehörte: „Wir können viel voneinander lernen.“

Statt also seinen Glauben zu leben und dafür zu werben, macht sich Stuttgarts Stadtdekan Hermes für einen religiösen Einheitsbrei stark. Dass nur die Kirchen diesen Kurs fahren, aber Vertreter anderer Religionen, insbesondere des Islam, von „Synkretismus“ (Religionsvermischung) gar nichts halten, fällt ihm dabei nicht auf. Vielen Lesern von PI aber sehr wohl. Anstelle sich also mit der mehr als berechtigten Kritik inhaltlich auseinander zu setzen, schreit Hermes nach Verboten und entlarvt sich so mangelnder Argumente und nicht vorhandener Kritikfähigkeit.

Ein Leser beschreibt es treffend: „Solche Pfarrer verraten ihren eigenen Glauben und ihre eigene Kirche.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

SWR-Interview mit Hermes:

Kontakt:

Dr. Christian Hermes
Stadtdekan von Stuttgart
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F + 49 (0)711. 70 50 501
stadtdekan.stuttgart@drs.de

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PI-Beiträge zum Thema:

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