In Gedanken bei Michael Schumacher

schumacherGestern hatte einer der größten deutschen Sportler seinen Geburtstag, ohne dass er ihn erleben konnte. Mittlerweile wurden immer mehr Einzelheiten über den tragischen Unfall Michael Schumachers bekannt. BILD erfuhr, dass er nicht etwa im Geschwindigkeitsrausch zwischen Felsen umhergesaust sein soll, sondern einem Mädchen helfen wollte, das gestürzt war. Dabei sei er selber unglücklich gefallen, wobei sich auch die Bindung seines Leihskis nicht öffnete. Ich habe bei der gestrigen FREIHEIT-Kundgebung am Münchner Marienplatz auf Schumacher hingewiesen, da ich ihn im Sommer 1989 im Rahmen eines TV-Portraits kennenlernte (Foto) und finde, dass er mit seinem unbeugsamen Willen, seiner enormen Energie und seiner kompromisslosen Leistungsbereitschaft ein Vorbild für unsere Bevölkerung ist.

(Von Michael Stürzenberger)

Natürlich kann man, wie bei jeder prominenten Person, kontrovers diskutieren, was in dem gestrigen PI-Artikel auch bei bisher über 140 Kommentaren ausgiebig durchgeführt wurde. Mir gefällt beispielsweise auch nicht, dass Schumacher die Schweiz als seine Heimat bezeichnete. Er ist in Nordrheinwestfalen geboren und aufgewachsen, und es wäre schöner, wenn er sich zu dieser Heimat bekennen würde. Warum er sich – neben den Steuervorteilen – mehr zur Schweiz hingezogen fühlt, bleibt offen.

Nichts gegen die Schweiz: Ich bin selber ein Fan ihrer direkten Demokratie und des klaren Denkens des überwiegenden Teils ihrer Bevölkerung, was sich auch in den erfolgreichen Volksabstimmungen zum Minarettverbot und der Ausschaffungsinitiative zeigte. Die Schweizer Volkspartei ist ein leuchtendes Beispiel, wie man Politik mit gesundem Menschenverstand für seine Bevölkerung machen kann. Die Schweiz ist ein schönes Land mit sehr vielen netten und sympathischen Menschen.

Aber Heimat ist dort, wo man bei seinen Eltern aufwuchs, wo man tiefe Freundschaften schloss, wo man sich sozialisierte und wo man zusammen mit Menschen gleicher Mentalität geformt wurde. Doch all dies ist jetzt nebensächlich: Michael Schumacher befindet sich gerade in seinem schwersten Rennen, und wir hoffen sicher alle, dass er es erfolgreich durchsteht. Hier das Video von der gestrigen Kundgebung:

1989 habe ich ein TV-Portrait über Michael Schumacher gedreht, als er noch nicht in der Formel 1 war. Am Hockenheimring führte ich ein Interview mit ihm und es war schon damals zu spüren, welche Entschlossenheit in diesem Menschen steckt. Er fuhr noch in der Formel 3, hatte aber schon den Sprung in die Königsklasse des Motorsports im Visier, was er zwei Jahre später auch schaffte. Sein Bruder Ralf ist ihm sehr ähnlich. Auch ihn konnte ich in seiner Jugend portraitieren und zeigte ihn in dieser Reportage zusammen mit Michael:

Gute Besserung, Michael!

(Kamera München: Vladimir Markovic)