Niko Paech – Postwachstums-Ökonom und grüner Psychopath

2,7 Tonnen CO2 – so viel steht jedem Erdenbewohner im Jahr zu, wenn sich unser Klima bis zum Ende des Jahrhunderts nicht um mehr als zwei Grad erwärmen soll. Erst, wenn wir uns an individuellen Obergrenzen für CO2-Mengen und anderen ökologischen Ressourcen orientieren, haben sie einen nachhaltigen Effekt. Dann kann das Neue das Alte verdrängen. Doch dann gibt es kein Wirtschaftswachstum. So ist das nun mal. Die Vorstellung von grünem Wachstum ist ein Widerspruch in sich…

Wir brauchen eine 20-Stunden-Woche. Wir werden nicht mehr so viel brauchen. Wir müssen Selbstversorgungspraktiken reaktivieren. In der freien Zeit kann ich dann andere Dinge leisten: selber Hosen flicken, statt immerzu neue zu kaufen, im Garten mit anderen arbeiten. Das ist ein bescheidener Lebensstil, aber vielleicht ein beglückender. Er spart auf jeden Fall Geld. Und damit Abhängigkeit…

Die Gärten wären in die Stadt zurückgekehrt. Diese Straße hier wäre entsiegelt und auf der neu gewonnenen Fläche könnten Gärten angelegt werden, die viele Familien ernähren. Das geht sehr gut. Die Straße braucht nicht so breit sein. Ein kleiner Weg für Radfahrer genügt. Wir hätten autofreie Innenstädte, würden uns zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus fortbewegen. Auch Pferdewagen, Handwagen, Lastenfahrräder kämen wieder zurück. Das wird total schön aussehen! Wir hätten mehr Zeit. Zeit ersetzt Verkehr. Die Menschen bewegen sich wieder viel mehr und sind körperlich erheblich fitter…

Es macht also Sinn, schon jetzt vorbereitend eine Avantgarde zu schaffen, die neue Lebensstile ausprobiert, welche mit wenig Energie und Produkten, ohne Fluggeräte oder aufwändig hergerichtete Urlaubsorte auskommt. Zum Beispiel die Transition Town-Bewegung, die Do-it-yourself-Kultur, die Urban Gardening- und Regio-Geld-Bewegung. Repair Cafés… (Eine Reparatur dieses grünen Spinathirns dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. In einem hat Paech aber recht. Grüne und Wachstum geht nicht!)