Kirchweyhe – 5 Jahre Haft für ein Menschenleben

Der Fall aus dem kleinen Ort Kirchweyhe hat die Öffentlichkeit ebenso bewegt wie der grausame und sinnlose Tod von Jonny K. im großen Berlin. Und auch der Tod von Daniel Siefert auf dem Bahnhofsvorplatz dieses Vororts von Bremen war grausam und sinnlos. Totgetreten, -„gestiefelt“- von einer Gruppe testosteron- und alkoholgeschwängerter Zuwanderer aus dem mohammedanischen Kulturkreis. Totgetreten aus völlig nichtigem Anlass – weil er einen Streit schlichten wollte, den die mohammedanischen „Bereicherer“ vom Zaum gebrochen hatten.

(Von Hinnerk Grote)

Gestern hat das Landgericht Verden sein Urteil verkündet: Fünf Jahre und neun Monate Jugendstrafe für Cihan A., den „Haupttäter“. Alle anderen Tatbeteiligten kommen straflos davon, die Verfahren gegen sie wurden schon frühzeitig eingestellt. Die „JF“ berichtet:

Das Landgericht Verden hat Cihan A. wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Der damals 20 Jahre alte Mann hatte den 25jährigen Daniel S. im März 2013 in Kirchweyhe so schwer verletzt, daß dieser wenige Tage später an Hirnblutungen starb. Die Staatsanwaltschaft, die nach widersprüchlichen Zeugenaussagen vom Mordvorwurf abrückte, hatte zuletzt sechs Jahre Jugendhaft gefordert. Der Fall sorgte deutschlandweit für Entsetzen.

Der Tat vorausgegangen war ein Streit zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen. Daniel S. hatte dabei versucht den Streit zu schlichten. „Mit menschenverachtendem Vernichtungswillen“ habe ihn jedoch Cihan A. „aus vollem Lauf heraus mit einer Sprungbewegung wie ein Kickboxer“ in den Rücken getreten, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Daniel S. prallte gegen einen Bus. Auf das bewußtlos am Boden liegende Opfer wurde weiter eingetreten.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und womöglich wird die Verteidigung des Cihan A. gegen dieses Urteil Revision einlegen, was natürlich ihr Recht ist in einem „Rechtsstaat“.

Es soll hier nicht die Frage gestellt werden, ob es denn nun Mord, Totschlag, oder eben „nur“, wie letztlich im Urteil angenommen, weil nichts anderes beweisbar zu sein scheint, Körperverletzung mit Todesfolge war, was sich dort, auf dem Bahnhofsvorplatz von Kirchweyhe, in der Nacht zum 10. März 2013 ereignet hat.

Für eine abschließende juristische Bewertung, wie sie das Gericht nach der Hauptverhandlung zu treffen hatte, dürften uns allen die Aussagen der Tatzeugen und –beteiligten nicht hinreichend bekannt sein.

Was wir jedoch bewerten können, das sind die Äußerungen von Sympathisanten des Täters nach der Tat. Die „JF“ berichtet weiter:

Nach der Tat wurde Daniel S. von jungen Türken auf Facebook verhöhnt. „Ein Bastard Nazi weniger in weyhe, das ist ja suppii“, schrieb beispielsweise Ali E. Und Hussein fügt hinzu: „Cihan hätte sich bestimmt nicht gedacht, daß das so schlimm endet. Es ist nur eure dreckige Art die uns zwingt mit euch sowas zu machen ihr Nazis.“ Daniel S. mußte unter Polizeischutz beerdigt werden, da Freunde von Cihan A. bereits die mit Blumen und Kerzen geschmückte Gedenkstätte am Tatort geschändet hatten und damit drohten, auch die Trauerfeier zu sprengen.

Einen deutschfeindlichen Hintergrund der Tat hat die Staatsanwaltschaft jedoch schon in ihrer Anklage ausdrücklich ausgeschlossen. Und wir wissen auch nicht sicher, ob Cihan A. wirklich, und wie zu recht zu vermuten ist, aus deutschfeindlichen Motiven tat, was er tat. Ob er Daniel zu Tode „gestiefelt“ hat, weil Daniel Deutscher war. Und weil sich ein mohammedanischer „Herrenmensch“ von einer „deutschen Kartoffel“ nun mal nichts sagen lässt.

Was wir jedoch nach diesen Äußerungen im Internet wissen: Cihans Freunde würden aus eben diesen Beweggründen genau so handeln, wie Cihan gehandelt hat. Und die furchtbare Erkenntnis sollte lauten: Es gibt nicht nur einen Cihan, es ist kein Einzelfall.

Es ist an der Zeit, dass aus diesem „Rechtsstaat“ wieder ein Staat wird, der nicht die Täter verhätschelt und die Opfer verhöhnt. Ein Staat, in dem wieder Recht gesprochen wird, so wie die Staatsbürger es wollen: „Im Namen des Volkes“.

Ein Rechtsstaat eben.

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