SPIEGEL-Watch: Das Töten alter Menschen

Seit 1968 ist der SPIEGEL die wichtigste Propagandazeitschrift der politkorrekten Oberschicht in Deutschland. Wer die „Bunte Republik“ und die Ideologie unserer politischen Elite verstehen will, muss den SPIEGEL lesen. In einer losen Folge mit dem Titel „SPIEGEL-Watch“ wird PI daher künftig SPIEGEL-Titelbilder und Titelthemen analysieren. Wir beginnen mit der aktuellen Ausgabe, in der der SPIEGEL die Euthanasie schönredet: „Letzte Hilfe – Plädoyer für ein Sterben in Würde“, garniert mit dem Bild eines Engels. Politische Zielsetzung dieser Aufmachung ist es, die Deutschen auf die Rückkehr Mengelescher Methoden vorzubereiten: das staatlich gebilligte und begünstigte Massenmorden an wehrlosen Menschen durch „Ärzte“. Die ideologischen Hintergründe sind leicht zu erklären.

(Von M. Sattler)

1. Titeltext

SPIEGEL-Redakteure sind Meister der deutschen Sprache: jeder Satz ist ein Kunstwerk, jedes Wort besitzt eine politische Bedeutung. Wenn der SPIEGEL das Töten von Menschen beschönigend als „Hilfe“ tituliert, will die Redaktion damit eine bestimmte programmatische Grundlinie an das Publikum kommunizieren: Das Töten eines Menschen ist nicht verwerflich, sondern eine altruistische Handlung. Töten ist sozial, Nichttöten unsozial, das Lebenlassen eines Menschen unterlassene Hilfeleistung. Durch das Wort „Hilfe“ wird das Töten ethisch uminterpretiert: Nicht derjenige, der Töten verhindert, handelt ethisch „gut“, sondern der Tötende.

Dem „Hilfe“ vorangestellt ist das Adjektiv „letzte“, wobei der SPIEGEL zugleich festlegt, was diese „letzte“ Hilfe ist: Nur Töten ist „letzte Hilfe“. Eine Diskussion über sonstige denkbare „letzte“ Hilfen wird von vornherein unterbunden, der Leser soll gar nicht auf den Gedanken kommen, dass es möglicherweise noch andere „letzte“ Hilfen geben könnte. Die SPIEGEL-Redaktion greift also auf ein sprachliches Mittel zurück, das Angela Merkel ähnlich für ihr Euro-Chaos verwendet hat: der angeblichen „Alternativlosigkeit“ des Rechtsbruchs der Euro-Verträge entspricht die angebliche „Alternativlosigkeit“ des Menschentötens. Eine andere „letzte“ Hilfe als Töten, diese Schlussfolgerung soll der SPIEGEL-Leser ziehen, gibt es nicht.

Das dritte Schlüsselwort im SPIEGEL-Titel ist das Wort „Würde“. Dieser Begriff taucht in der bunten Propagandasprache der vergangenen Jahre geradezu inflationär auf: „Würde“ spielt auf das „Menschenwürde“ des Grundgesetzartikels 1 an. Die ständige Argumentation mit dem völlig unbestimmten, leicht überdehnbaren Begriff „Würde“ soll politischen Handlungen in der rechtlichen Grauzone das Mäntelchen der Rechtsstaatlichkeit umhängen. Fehlt es nämlich an sonstigen rechtlichen Grundlagen, lässt sich über die „Würde“ ersatzweise ein Bogen zur Verfassung schlagen: Was als „würdig“ bezeichnet wird, wird automatisch rechtmäßig. „Würde“ und „Menschenwürde“ im Zusammenhang mit dem Töten von Menschen zu verwenden, zielt also auf einen rechtlichen Freifahrtschein für den Tötenden: Nicht derjenige, der tötet, handelt gegen das Gesetz, sondern im Gegenteil derjenige, der nicht tötet. Mit solchen Gedankengängen streifen die SPIEGEL-Redakteure die Überlegungen national-sozialistischer Intellektueller und deren damalige Ansicht, es gäbe ein „gutes Töten“, eine „Eu-Thanasie“, die rechtmäßig sei und daher straffrei.

Die propagandistische Marschroute, um die Euthanasie durch „Ärzte“ in Deutschland wieder salonfähig zu machen, wird also schon im SPIEGEL-Titeltext durch die drei Schlüsselbegriffe „Hilfe“, „letzte“ und „Würde“ festgelegt: 1. Euthanasie ist gut, 2. Euthanasie ist alternativlos. 3. Euthanasie ist rechtmäßig.

2. Titelbild

Einen vierten Aspekt der Propaganda vermittelt der SPIEGEL über die Bildsprache. Um die ideologische Dreifaltigkeit staatlich befürworteten Tötens – gut, alternativlos, rechtmäßig – dem skeptischen Durchschnittsdeutschen nahezubringen, bedient sich der SPIEGEL eines religiösen Motivs im Titelfoto: Ein Engel umarmt einen Toten, das Töten erscheint als Akt des Mitleids, die frömmelnde Bildsprache ist für den einfachen Bürger verständlich.

Politisch richtet sich dieses Bild aber noch an einen anderen Adressaten: den voraussichtlichen Hauptgegner staatlich sanktionierten Tötens, die Kirche. Trotz weitgehend kritikloser Nibelungentreue der beiden Amtskirchen gegenüber dem buntrepublikanischen 68er-Staat tut sich vor allem die katholische Kirche schwer damit, das Massentöten von Menschen in der Bunten Republik, beginnend mit dem massenhaften Töten von Kindern im Mutterleib, gutzuheißen. Während die evangelische Kirche, wie immer in der deutschen Geschichte, den Mächtigen nach dem Mund redet, besitzt die katholische Kirche durch den Papst in Rom eine überstaatliche, transnationale Autorität, an der sich bereits die National-Sozialisten die Zähne ausgebissen haben und die auch den Bunten Republikanern unserer Zeit und ihrer „Kultur des Todes“ (Benedikt XVI.) nicht immer grün ist.

Dieser potenziell kirchlichen, vor allem katholischen Opposition will der SPIEGEL mit seinem religiösen Titelbild den Wind aus den Segeln nehmen: das Töten eines Menschen ist nicht nur gut, alternativlos und rechtlich einwandfrei – es ist auch gottgefällig, so die Botschaft an die Christen in Deutschland. Auch Jesus hätte alte und kranke Menschen getötet, sollen wir glauben. Ein oppositionell denkender katholischer Priester, der es wagt, Einspruch gegen das Töten alter Menschen zu erheben, handelt, so die Aussage des SPIEGELs, gegen die Lehren seiner eigenen Religion. All dies soll die innerkirchliche Kritik an den staatlichen Plänen zur Wiedereinführung der Euthanasie zum Verstummen bringen und ist gern gewährte Schützenhilfe für die amtskirchlichen Befürworter des Tötens von Kindern im Mutterleib und alter und kranker Menschen.

Auch wenn die SPIEGEL-Redaktion im Innenteil einige oppositionelle Meinungen in begrenztem Rahmen zu Wort kommen lässt – schon die Titelseite lässt die propagandistischen Kernaussagen erkennen, die der SPIEGEL als wichtigstes Sprachrohr der politkorrekten Schickeria vermitteln will: Gegen das Töten alter Menschen ist nichts einzuwenden, alle ethischen, rechtlichen und theologischen Gegenargumente laufen ins Leere, das Töten alter und kranker Menschen ist durch und durch in Ordnung.

3. Warum alte Menschen töten? Die ideologische Erklärung

Warum aber nimmt der SPIEGEL als halbamtliches Organ der politischen Elite im heutigen bunten Deutschland eine solche Position ein? Welche ideologischen Gründe sind für den bizarren Enthusiasmus der Bunten Republikaner zur Wiedereinführung der Euthanasie verantwortlich?

Zunächst einmal lassen sich klassisch linksideologische Motive heranziehen. Das linke Spektrum der Bundesrepublik ist seit Jahrzehnten von der Kulturrevolution von 1968 geprägt, der westlichen Adaption der rotchinesischen Kulturrevolution von 1966. Die bundesrepublikanische Linke und mit ihr der SPIEGEL steht daher in stark maoistischer Tradition – ein Hauptunterschied zu den marxistisch-leninistischen Linken der DDR – und denkt entsprechend kulturrevolutionär-autoaggressiv: Ihre Aggression ist, typisch für den Maoismus, nicht nach außen, sondern nach innen gerichtet. Ihre Aggression richtet sich aber auch – ebenfalls typisch für den Maoismus und dessen Jugendkult – gegen alles Alte und somit auch alte Menschen. Alte Menschen, die die verhasste „alte Kultur“ verkörpern, zu töten, ist im Maoismus ideologisch gerechtfertigt und wurde ab 1968 in den radikaleren Kreisen der westlichen 68er auch aktiv debattiert. Ideologisch gesehen zieht sich das Töten alter Menschen also wie ein roter Faden durch das Gedankengut der westdeutschen Linken: Damals diskutiert und in Ansätzen auch propagiert, bietet sich heute mit der „freiwilligen“ Todespille eine politisch willkommene medizinische Möglichkeit, dieses Töten in die Tat umzusetzen. Den unerwünschten „Alten“, die dem „Neuen“ im Wege stehen, von einem „Arzt“ die Todesspritze geben zu lassen oder sie in altbewährt maoistisch-khmerischer Tradition mit der Keule ins Jenseits zu befördern, unterscheidet sich letztlich nur in der Frage der gewählten Mittel – in der Sache laufen beide Methoden auf dasselbe Ergebnis hinaus.

In der heutigen Zeit unserer „Bunten Republik“, in der die Menschen durch den Staat wieder nach rassischen Merkmalen („Herkunft“, „Abstammung“ etc.) kategorisiert werden, sind zudem auch ethnopolitische Überlegungen unserer politischen Führung zu berücksichtigen. Zu den wichtigsten politischen Zielsetzungen zählt bekanntlich die totale Buntisierung: Die verhassten Deutschen sollen durch eine als „Einwanderung“ verklärte Siedlungspolitik zur ethnischen Minderheit gemacht werden – auch in dieser Hinsicht ist der autoaggressiv-maoistische Einfluss auf das Denken der Elite unverkennbar. Diesem obersten Staatsziel eines polyethnischen Vielvölkerstaates, in dem die eingeborenen Deutschen in Deutschland nur noch eine Volksgruppe von vielen sein sollen, kommt man durch das Töten alter Menschen deutlich schneller näher als in der gegenwärtigen Gesetzeslage, die das Töten generell stark sanktioniert. Vom „freiwilligen“ Getötetwerden durch den „Arzt“ werden nämlich überwiegend Deutsche betroffen sein. Im Islam ist der Selbstmord Sünde, Türken und Araber werden die bittere Pille nur selten schlucken. Die weitgehend atheistischen Deutschen, für die die im Christentum wie im Islam geltende Verdammung des Selbstmords keine Rolle spielt, dürften das lockerer sehen. Rechnet man die holländischen Euthanasie-Zahlen auf Deutschland hoch, ist nach Freigabe der Euthanasie mit etwa 200.000 getöteten Alten pro Jahr zu rechnen – fast alles Deutsche. Hinzu kommen noch einmal etwa 200.000 im Mutterleib getötete Kinder – ebenfalls überwiegend Deutsche. Insgesamt werden der „Kultur des Todes“ der Bunten Republik also etwa 400.000 Menschen pro Jahr zum Opfer fallen. Bei solchen Quantitäten toter Deutscher dürfte unsere Elite in Politik und Medien leuchtende Augen bekommen.

Wie auch immer man die Koketterie der westdeutschen Linken mit dem Töten ideologisch erklären mag – für die heutigen Politkader in Berlin dürfte es nicht zuletzt auch ums Geld gehen. Die Bunte Republik ist pleite: Das Abenteuer Euro, die Massenansiedlung ungebildeter Ausländer und die Pensionsansprüche einer aufgeblähten und mit allerlei Pfründen gekauften Beamtenschicht werden den Staatsfinanzen früher oder später das Genick brechen. Da unsere politischen Führer, schon allein um ihr Gesicht zu wahren, kein einziges ihrer fatalen, kostspieligen Projekte (Euro, Türken etc.) jemals aufgeben werden, werden sie die notwendigen Einsparungen politisch-korrekt bei den Deutschen vornehmen: bei einer alternden Bevölkerung am effektivsten bei den alten deutschen Rentnern. Rentner sind nicht mehr produktiv und kosten nur Geld. Der leichteste Weg, dieses Geld einzusparen, ist es, sie einfach zu beseitigen.

Im Berliner Finanzministerium dürfte man die aktuelle SPIEGEL-Ausgabe mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen haben.