TV-Tipp: Maischberger-Talk „Droht die moralische Umerziehung?“ mit Kelle und Steeb

Im ARD-Talk von Sandra Maischberger geht es heute Abend um 23.10 Uhr um den baden-württembergischen Bildungsplan für 2015 und die dagegen gerichtete Petition. Gäste sind: die omnipräsente Olivia Jones (Travestie-„Künstlerin“), Jens Spahn (Gesundheitspolitischer Sprecher der CDU) und Hera Lind (Schriftstellerin). Ihre Meinung dürfen „noch“ äußern, Birgit Kelle (Familienrechtlerin und Buchautorin) und Hartmut Steeb (Generalsekretär „Deutsche Evangelische Allianz“). JETZT mit Video!

Video der Sendung:

Wer jetzt meint, es sei „Polemik“, davon zu sprechen, dass sich Steeb und Kelle „noch“ äußern dürften, sollte sich den jetzt auf EU-Ebene angenommenen Lunacek-Bericht etwas genauer ansehen. Dort wird gefordert, dass Kritik an lesbischer oder homosexueller Lebensweise als „Hass“-Verbrechen strafrechtlich geahndet werden soll. Demnach sollen EU-Mitgliedsstaaten strafrechtliche Bestimmungen verabschieden, „die die Aufstachelung zum Hass aus Gründen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität verbieten“. Die Initiatorin des gleichnamigen Berichtes ist selbst lesbisch und Mitglied der Grünen.

Queer fordert Verbot von „Homohassern“ Steeb und Kelle

Lesbisch-schwule Intoleranz gegenüber Andersdenkenden übt aktuell auch das Magazin „Queer“ aus. „Queer“ spricht von einer „doppelten Unverschämtheit“, wegen der Formulierung „moralische Umerziehung“ und auch die Gästeliste lasse einem „die Haare zu Berge stehen“. Ginge es nach den Machern des Blattes, so würden Steeb und Kelle erst gar nicht die Möglichkeit erhalten, ihre Position in der Sendung darlegen zu können. Auch der homosexuelle Theologe David Berger fordert ein Auftritts-Verbot für „Homophobe“.

Birgit Kelle sieht darin einen bedenklichen Eingriff in das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie beleidigend oder auch abwertend über Homosexuelle gesprochen. Ich bin gegen jede Form von Diskriminierung Homosexueller. Dennoch werde ich von diesen Leuten als ‚Homo-Hasserin‘ bezeichnet. Das ist nicht nur falsch, sondern eine Unverschämtheit, die den Verdacht nahelegt, dass man auf der Gegenseite offenbar argumentativ nichts mehr zu bieten hat“, so Kelle in einer Pressemitteilung. Sie dankt der TV-Moderatorin dafür, dass sie dem Ansinnen der Meinungs-Kontrolleure nicht nachgegeben hat. Etwas nachgegeben hat Maischberger jedoch schon. Der Begriff „moralische Umerziehung“ im Titel der Sendung wurde von der Redaktion auf Druck von „queer“ in Anführungsstriche gesetzt.

Wenn man sich die Gästebeschreibung auf der Webseite von „Maischberger“ anschaut, stehen sich die Duellanten heute Abend in einem Kräfteverhältnis von zwei zu drei gegenüber – was gegenüber dem zwei zu sieben-Verhältnis im SWR-Nachtcafé vom 24.1. immerhin schon mal ein beachtlicher Fortschritt ist. Vielleicht schafft es Sandra Maischberger ja auch – im Gegensatz zu ihrem Kollegen Backes – einigermaßen objektiv und unparteiisch zu moderieren.

» Kontakt zur Redaktion: menschenbeimaischberger@wdr.de

Natürlich sind wir auch Realisten und wissen, Meinungsfreiheit ist eines der höchsten Güter, die es in einer Demokratie zu verteidigen gilt. Ohne Meinungsfreiheit ist eine freie Willensbildung nicht mehr möglich. Am 1. März hat jeder die Möglichkeit, das Recht auf Meinungsfreiheit gegenüber den grün-roten Ideologen mit starker Präsenz zu verteidigen. Der Lunacek-Bericht und die Forderungen von Queer unterstreichen, wie wichtig und notwendig eine Teilnahme möglichst vieler an der kommenden Demonstration in Stuttgart ist.

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(Hinweis: Dieser Beitrag wird heute gegen 23 Uhr wieder nach oben gesetzt)