107-jährige Syrerin will in Düsseldorf sterben

Als die Linksparteiabgeordnete Anette Groth kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ las, dass sich die syrische Kurdin Sabria Khalaf (Foto) nichts sehnlicher wünschte, als im Kreise ihrer in Deutschland lebenden Familie zu sterben, sagte sie sich: „Das gibt’s ja gar nicht“ und wandte sich gemäß der Pfadfinderregel „Jeden Tag eine fremdenfreundliche gute Tat“ sofort an den Bundespräsidenten der Muslime und bat ihn um Unterstützung. Das Bundespräsidialamt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erwirkten daraufhin, dass die Einreise der armen alten Frau aus Syrien in nur 17 Tagen ermöglicht werden konnte.

(Von Verena B., Bonn)

Am Montag landete die 107-Jährige mit ihrem Sohn am Düsseldorfer Flughafen, wo sie, im Rollstuhl sitzend, überglücklich von zahlreichen Verwandten mit Blumen und Küssen begrüßt wurde. Auch die Linkspartei-Abeordnete Groth war höchstpersönlich zum Flughafen geeilt. Sicher erhält sie für ihren beispiellosen Einsatz jetzt das Bundesverdienstkreuz am islamischen Bande.

Khalaf und ihr Sohn Kenat waren vor sieben Monaten aus Syrien geflohen. Über die Türkei kamen sie nach Griechenland. Da Griechenland keine optimale Versorgung von Flüchtlingen anzubieten hat, wollten die beiden nach Deutschland weiterreisen, wo Milch und Honig fließen. Dieser Plan scheiterte leider wegen gefälschter Pässe. Wochenlang saßen sie in Athen fest. Dieses Drama hat nun ein glückliches Ende genommen. Wir wünschen Oma Khalaf noch ein langes, gesundes Leben im Kreise ihrer Lieben.