BW-Minister Andreas Stoch lästert über PI

Stuttgart. Am Tag der Gespräche über den umstrittenen baden-württembergischen Bildungsplan wird deutlich, dass Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Kultusminister Andreas Stoch (SPD, Foto) nicht „zurückrudern“ werden. Das ist neben dem Fehlen wichtiger potentieller Gesprächspartner ein weiteres Armutszeugnis für die grün-rote Landesregierung. Stoch erklärte kurz vor den Gesprächen am heutigen Donnerstag: „Ich werde nicht zurückrudern“. Und auch zu PI äußerste sich der Kultusminister in ziemlich rüdem Ton.

Im Interview mit der Wochenzeitung „Kontext“ spricht Stoch in Bezug auf die Bildungsplangegner von Menschen, die „ein Interesse daran haben, Konflikte zu schüren“. Auf die Demonstrationen angesprochen äußert sich Stoch abfällig und sachlich falsch darüber, „dass hier in Stuttgart mal 600 Leute demonstriert haben“. Er spricht von „Stammtischdebatten“, „Unterstellungen“ und „einfachen“ und holzschnittartigen „Erklärungsmustern“. Stoch diffamiert damit indirekt den Initiator der Petition, Gabriel Stängle, und dessen Mitstreiter in den Talkshows, Hartmut Steeb. Zur Petition und den 200.000 Unterschriften gegen den Bildungsplan spricht er relativierend von „Klicks“.

Dann, auf Politically Incorrect angesprochen, behauptet der Minister:

„Auf dieser Homepage versammelt sich eine unselige Melange aus Ressentiments und chauvinistischen Gedanken. Daraus lässt sich schließen, dass da einige aus dem nicht eben aufgeklärten und liberalen Milieu dieser Gesellschaft unterwegs sind und politisch eigenartige Gedanken verfolgen.“

Stochs arrogante und selbstgefällige Art zeigt sich auch in der Beantwortung folgender Frage:

Kontext: Die Akzeptanz der sexuellen Vielfalt ist für Sie auch eine absolute Selbstverständlichkeit. Trotzdem haben Sie Probleme gekriegt mit bestimmten Kreisen. Und die werden Sie jetzt mit den Eltern bekommen.

Stoch: „Das ist den Eltern schon vorher bekannt gewesen und entspricht dem heutigen Stand der Pädagogik.“

Auch Kretschmanns „Fertig, Aus, Amen“ in Richtung der Bildungsplangegner wird seinen Widerhall am Samstag, den 5.4.14 finden. Bei der „Demo für Alle – Elternrecht wahren – Stoppt die Genderideologie und Sexualisierung unserer Kinder per Bildungsplan“, werden Stoch und Kretschmann zum jetzt dritten Mal erleben, dass Ideologien Widerstand entgegenweht.

Auch soll nicht unerwähnt bleiben, mit wem sich Stoch heute alternativ treffen wird: Die TAZ und die Wochenzeitung Kontext veranstalten heute eine Podiumsdiskussion mit folgenden Personen:

• Andreas Stoch, Minister für Kultur, Jugend und Sport in Baden-Württemberg (SPD)
• Annemarie Renftle, Arbeitskreis lesbischer Lehrerinnen der Gewerkschaft GEW
• Nico Mäder, stellvertretender Vorsitzender des Landesschülerbeirats
• Christoph Michl, Organisator des Christopher Street Day in Stuttgart
• Stefan Hermann, Direktor des Pädagogisch-Theologischen Zentrums der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
• Moderation: Ines Pohl, Chefredakteurin der taz

Die Veranstaltung findet heute, am 27. März, um 19 Uhr im Kulturzentrum Dieselstraße 26 in Esslingen statt. Der Eintritt ist frei!

Kontakt:

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport
des Landes Baden-Württemberg
Andreas Stoch
Thouretstraße 6
70173 Stuttgart
0711/279-0
poststelle@km.kv.bwl.de