Nachdem der hochverehrte Medienintellektuelle Hans-Ulrich Gumbrecht die Erfrechung nichtintellektueller Deutscher zu eigenem Urteil in der Ukraine-Krise als Morast enttarnt und bevor der geliebte geistige und geistliche Führer Joachim Gauck uns Pöbel wieder mal zur Übernahme von Verantwortung auffordern wird, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, den Begriff „Verantwortung“ mal auseinander zu nehmen und trockenzulegen (medienintellektuell: zu dekonstruieren). Dabei kann man interessante Entdeckungen machen. Etwa die, warum „Flüchtlinge“ zunehmend fordernd auftreten und warum die Auflösung der Nationalstaaten keinesfalls zum bindungslosen Individuum führt – leider.

(Von Peter M. Messer)

Verantwortung – eine besondere Beziehung

Der Begriff „Verantwortung“ kommt ursprünglich aus der Rechtsprechung. Er bezeichnet das Geben von Rechenschaft für ein Handeln als Antwort auf eine Klage. Als soziale Beziehung erfordert sie einen Träger der Verantwortung, ein Objekt, auf das sich seine Verantwortung bezieht, und eine Instanz, die entscheidet, ob er seiner Verantwortung entsprochen hat. Die Verantwortung ist also eine besondere Beziehung zu etwas. Das zeigt sich im Strafrecht: wenn ich es unterlasse, den vermeidbaren Tod einer Person zu verhindern, für deren Leben ich Verantwortung trage, ist das Totschlag durch Unterlassen. Andernfalls ist es höchstens unterlassene Hilfeleistung, die straflos bleiben kann, wenn sie mir nicht zumutbar ist, weil ich mich einer erheblichen eigenen Gefahr aussetzen oder andere Pflichten verletzten würde.

Handeln aus Verantwortung und die freie Hilfeleistung werden unterschiedlich belohnt: wer als Unbeteiligter einen Ertrinkenden rettet, kommt eher in die Zeitung als ein Rettungsschwimmer, von dem dies erwartet wird. Das wird dadurch ausgeglichen, dass oft bereits die Übernahme von Verantwortung an sich materiell entlohnt wird und für den Übernehmenden mit einem höheren Sozialprestige verbunden ist, also z. B. Besoldung und Anerkennung für den Polizisten. Die Erfüllung einer Verantwortung kann aber auch gar nicht belohnt werden, wenn sie darauf beruht, dass ich selbst eine Gefahr für das zu schützende Gut gesetzt habe (Ingerenz). Dann erreiche ich bestenfalls Freiheit von Sanktionen.

Verantwortung und Eigeninteresse

Alle Formen von Verantwortung haben es an sich, fremdnützig zu sein. Sie stehen damit notwendig im Konflikt mit der anderen Begründung des finanziellen und militärischen Engagements im Ausland: dass Deutschland dies zur Wahrung seiner eigenen Interessen tun müsse. Das hört sich nach der alten Leier an, dass humanitäre Interventionen nur die militärische Durchsetzung eigener Wirtschaftsinteressen bemänteln. Ich fürchte allerdings, dass der Vorwurf der Heuchelei hier ein unverdientes Kompliment ist. Denn man nimmt dann von unseren Elitedarstellern an, dass sie den Stuss, den sie absondern, selbst nicht glauben. Woher dieser Optimismus? Dass Politikprojekte in internationalen Elitennetzwerken entwickelt werden, ist noch lange kein Garant für Rationalität oder rein machtpolitische Effizienz. Der machtpolitische Ertrag der Interventionen in Afghanistan, dem Irak oder Libyen ist so miserabel, dass eher das Gegenteil wahr sein dürfte: Die Eliten werden nicht ein Opfer ihrer Lügen, sondern ihrer narzisstisch-gutmenschlichen Wahnvorstellungen, sie würden sich hier in einer dieser berüchtigten Win-win-Situationen befinden: wir kriegen die Rohstoffe und die Eingeborenen die Demokratie. Aber Fremd- und Eigeninteresse gehen eben nicht harmonisch ineinander, sondern kollidieren und produzieren ständig Fehlentscheidungen. Rein machtpolitisch würde man viele dieser Interventionen entweder unterlassen, weil sie sich nicht rechnen, oder in einer Härte durchführen, die mit jeder humanitären Begründung unvereinbar ist.

Verantwortung ist also eine fremdnützige Sonderbeziehung zu etwas, die einen Grund hat. Wenn ich diesen Grund nicht angeben kann, kann ich auch nicht von Verantwortung sprechen – also in den meisten Fällen, in denen wir Verantwortung übernehmen sollen. Hier handelt es sich bestenfalls um Hilfeleistungen. Wenn sie trotzdem als „Verantwortung“ bezeichnet werden, dann wegen des damit verbundenen höheren Prestiges und der suggerierten Alternativlosigkeit: einer Verantwortung entzieht man sich doch nicht! Schon der Streit darum, ob ich denn überhaupt verantwortlich bin, soll als kleinlich und kaltherzig gelten. Und darin liegt die zweite emotionale Wurzel der Verantwortungsinflation: Unsere Handlungsbereitschaften sind entwicklungsgeschichtlich auf unser Lebensumfeld ausgerichtet, aber wir werden durch die mediale Erschließung der Welt weit über dieses Umfeld hinaus in Anspruch genommen. Um es – medienintellektuell – mit dem Namen eines Philosophen zu garnieren: Nach Emmanuel Lévinas werden wir durch den Anblick des anderen immer in Verantwortung genommen (eine Verantwortung, der wir nach Levinas übrigens nie gerecht werden können). Die Zahl der Gesichter aber, die uns die Medien präsentieren können, ist unendlich.

Hinter dieser Aufschlüsselung der Elemente der Verantwortung steht ein alter Bekannter: die schlichte Frage, was ich mit dem anderen, für den ich Verantwortung übernehmen soll, denn eigentlich zu tun habe. Die Analyse zeigt aber, dass das keinesfalls ein Stammtischargument ist, sondern die Frage, auf die es alleine ankommt: welche Art von Verantwortung trage ich wem gegenüber aus welchem Grund? Wie wird meine Verantwortung konstruiert? Wenn ich diese Frage nicht beantworten kann, habe ich es gar nicht erst mit Verantwortung zu tun.

Vor bestimmten Verantwortungskonstruktionen sollte man gleich Reißaus nehmen. Sollte meine internationale Verantwortung nämlich auf Ingerenz beruhen, dann kann ich selbst bei ihrer vollständigen Erfüllung keine Belohnung erwarten. Jede Investition in eine solche Art von Verantwortung ist verschwendet. Die Konstruktion Verantwortung erklärt auch ganz einfach, warum Flüchtlinge mittlerweile so fordernd auftreten: einem freiwilligen Helfer muss man dankbar sein, einem Verantwortlichen kann man Forderungen stellen. Es kommt hier immer auf die Perspektive an: indem ich eine Beziehung zu einem Fremden als Verantwortungsbeziehung darstelle, kann ich zwar mein Sozialprestige aus Sicht meiner Herkunftsgruppe erhöhen („Der ist aber gewissenhaft, selbstlos und edel“), aber ich erniedrige mich gegenüber dem Fremden, der jetzt die Erfüllung meiner Verantwortung einklagen kann. Für etwas, auf das ich einen Anspruch habe, muss ich nicht dankbar sein.

Schutz vor der Verantwortungsinflation

Von Gilbert K. Chesterton stammt der Satz: „Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts, sondern an alles.“ Auf die Inflation der Verantwortung übertragen kann man sagen: Seit sich die Menschen nicht mehr einer Nation verpflichtet fühlen, sind sie nicht an niemanden gebunden, sondern an alle. Der Einzelne ist mit einer unabsehbaren und unerfüllbaren Menge an potentiellen Verantwortungsbeziehungen zu allen Menschen dieser Erde konfrontiert, und welche er erfüllen muss, hängt davon ab, welche Individuen gerade als „verantwortungsbedürftig“ präsentiert werden. Er ist darum mehr als vorher der Macht der Medien ausgeliefert, der er keine Begründung seiner Verantwortungsbegrenzung entgegensetzen kann. Die Kritik der Nation und anderer Abgrenzungen aus der Masse der Menschheit hat übersehen, dass solche Kollektive die Ansprüche an das Individuum immer auch begrenzten und darum seine Freiheit in gewissem Maße schützten.

Die Krise um die Ukraine zeigt, dass dies auch auf staatlicher Ebene gilt. Norbert Röttgen hat in der Financial Times vom 21.03.2014 geschrieben:

Unsere Weltordnung beruht auf internationalem Recht, Freihandel und Dialog. Nationale Interessen dürfen nicht mit militärischen Mitteln durchgesetzt werden. Wir denken nicht länger in Interessensphären und geopolitischen Erwägungen. Probleme sollten in einem regelbasierten System einer internationalen Regierung („international government“) gelöst werden, mit Respekt für staatliche Souveränität. Wir sind überzeugt, dass internationale Herausforderungen kollektive Antworten erfordern, die nur durch Kooperation gefunden werden können.

Geopolitisches Denken ist sicherlich keine Erfindung der Friedensbewegung. Aber Grenzen von Ländern und Interessensphären zeigen wenigstens, welche Linien man nicht überschreiten darf. Röttgens Welt von Dialog und Kommunikation, in der jeder jedem in die Suppe spuckt (etwa mit Geldern für die Subversion eines Nachbarstaates) kann dies nicht. Das Resultat: Krisenmorast.

Die Schutzfunktion nationaler Abgrenzung für das Individuum ist nicht nur eine juristisch-politsche, sondern auch eine identitäre: Die Ausbildung einer gruppenbezogenen Identität, die andere ausschließt, erlaubt es mir, mich im anderen nicht wiederzuerkennen und mich nicht von der Antwort auf den Anblick des Anderen in Verantwortung nehmen zu lassen. Nur ein abgegrenztes Kollektiv gewährt mir auch die konkrete Solidarität, die ich brauche, um nicht auf die diffuse globale „Solidarität“ verwiesen zu sein, auf die ich als Westeuropäer wegen meines relativen Wohlstandes und meiner kolonialen Vergangenheit nicht rechnen darf. Zur Sicherung der individuellen Freiheit vor wuchernden Verantwortungsansprüchen sind also dezidiert rechte Institutionen erforderlich. Das Individuum steht rechts – wer hätte das gedacht?

Wer nicht im Morast der Verantwortung versinken will, der muss sie konsequent hinterfragen: wem soll ich aus welchem Grund und auf welche Weise verantwortlich sein? Falls Gründe genannt werden, sind sie ebenfalls sofort zu hinterfragen. Weil die Verantwortungsinflation wesentlich von der Suche nach Prestigegewinnen getrieben wird, muss man bereit sein, den Vorwurf der Kaltherzigkeit auf sich zu nehmen und die Dekonstruktion der Verantwortung mit positiven Begriffen verbinden: mit Präzision, Nachhaltigkeit (wegen der langwierigen Kosten der militärischen Eskapaden und Krisen, die sich so oft nicht beenden lassen) und – Verantwortung, etwa gegenüber den eigenen Soldaten.

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29 KOMMENTARE

  1. „Verantwortung“ heißt doch: „Zahlungswilligkeit“. So lange DE zahlt ist es eine „verantwortliche“ Nation.

  2. Nur bis dahin vorerst gelesen:

    Rein machtpolitisch würde man viele dieser Interventionen entweder unterlassen, weil sie sich nicht rechnen, oder in einer Härte durchführen, die mit jeder humanitären Begründung unvereinbar ist.

    Eine ganz wichtige und wahre Feststellung!

    Die nicht grundsätzlich gegen Interventionen spricht, sondern die aktuelle Unmöglichkeit aufzeigt und die Frage offen lässt, wem zum Nutze?

  3. Wir Deutschen brauchen ganz dringen mehr Verantwortungsgefühlt!
    Aber EIGENVERANTWORTUNG!
    Die wurde uns seit Jahren abtrainiert.
    Es herrscht ein verantwortungssozialismus in diesem Lande.
    – Hitler war ein böser Mann: Wir sind verantwortlich!
    – Die Rumänen sind arm: Wir sind verantwortlich!
    – Mohammed hat Peter zusammengeschlagen: Die Gesellschaft, also WIR sind verantwortlich.
    Gibt es eigentlich schon eine Verantwortungsversicherung? Wo ich einfach monatlich mein halbes Gehalt einzahle und dann übernimmt die Versicherung meinen Anteil an der Verantwortung für alles was so schlimmes auf der Welt passiert? Das ist sicher ne Marktlücke.

  4. Das mit der Verantwortung werden wir in Krisenzeiten, die leider sicherlich kommen werden, auch wieder lernen.

    Stellt euch vor der Strom ist weg! Mit wem teilt ihr dann, das wenige was ihr habt?

    Es werden die sein, für die ihr Verantwortung habt und denen ihr euch gegenüber verpflichtet fühlt und umgekehrt genau so.

    Und vor wem werdet ihr das wenige schützen?

    Genau von denen ihr nix erwartet umgekehrt.

    Und da wird sich noch mancher wundern, wer Feind und Freund ist und wer Verantwortung trägt…

    Drüber hinaus zu helfen und zu sorgen ist christliche Botschaft… aber eben kein Verantwortungsprinzip!

  5. Der machtpolitische Ertrag der Interventionen in Afghanistan, dem Irak oder Libyen ist so miserabel, dass eher das Gegenteil wahr sein dürfte

    Das scheint mir ein wenig das Denken des kleinen Fritz zu sein, der meint, der Ertrag bestünde in einer „Demokratisierung“ oder darin „den Bösewicht“ zu entmachten und „moderate Kräfte“ an die Macht zu verhelfen. Das ist aber gar nicht der Punkt. Es geht auch um das „Teile und Herrsche“.
    Und Teile heisst in diesen Fällen: zerstückeln, kaputtmachen, ruinieren, handlungsunfähig machen. Nach diesem Gesichtspunkt war der Einsatz in allen genannten Ländern ein riesen Erfolg. Diese Länder sind handlungsunfähig. Es geht auch gar nicht unbedingt um die Länder selbst, sondern um geopolitische Lagerbildung: „Die Achse des Bösen“ sozusagen.
    Und natürlich um Ressourcen, Kontrolle der Infrastruktur, Märkte, und Geldpolitik.
    Wenn ich mit XYZ nicht handeln kann, dann werde ich wenigstens dafür sorgen, dass das der größte Konkurrent auch nicht kann, weil alles ruiniert ist.
    Das ganze System ist aber sicherlich viel komplexer und verwickelter, keine „Verschwörung“ von einer „kleinen Elite“, so dass es vermutlich keiner wirklich vollständig versteht, was da eigentlich so passiert und warum eigentlich. Jeder will was anderes, jeder glaubt was anderes, Menschen verhandeln, machen Kompromisse, heucheln, lügen, am Ende ergibt sich ein „Konsens“, der von einflussreichen Leuten und Lobbies dominiert wird.
    Vielleicht ließe sich das mit Hilfe von Psychologie, Gruppendynamik und Chaostheorie noch weiter aufdröseln…

  6. Von Gilbert K. Chesterton stammt der Satz: „Seit die Menschen nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts, sondern an alles.“ (oder nichts von mir ergaenzt)

    Die Schutzfunktion nationaler Abgrenzung für das Individuum ist nicht nur eine juristisch-politsche, sondern auch eine identitäre: Die Ausbildung einer gruppenbezogenen Identität, die andere ausschließt, erlaubt es mir, mich im anderen nicht wiederzuerkennen und mich nicht von der Antwort auf den Anblick des Anderen in Verantwortung nehmen zu lassen. Nur ein abgegrenztes Kollektiv gewährt mir auch die konkrete Solidarität, die ich brauche, um nicht auf die diffuse globale „Solidarität“ verwiesen zu sein, auf die ich als Westeuropäer wegen meines relativen Wohlstandes und meiner kolonialen Vergangenheit nicht rechnen darf. Zur Sicherung der individuellen Freiheit vor wuchernden Verantwortungsansprüchen sind also dezidiert rechte Institutionen erforderlich. Das Individuum steht rechts – wer hätte das gedacht?

    Nur uebereschaubare Einheiten wie in aktuellen Falle die Nationalstaaten der EU lassen sich kontrollieren,
    deshalb MUESSEN lueckenlose Grenzkontrollen fuer jede Nation wieder eingefuehrt werden, wie diese vor Schengen bestanden.

    Der befohlene und von Laenderchefs akzeptierte Wegfall der Kontrollen hat zu immensen Problemen gefuehrt, die voraussehbar waren,

    wie Sozialtourismus, Asylmissbrauch, Kriminalitaet bes. in Schwerpunktstaedten in nie gekanntem Ausmasse durch Kriminelle bes. aus Suedost, Osteuropa, Afrika und Nahost.

    Dies sollte eigentlich reichen, dass die Menschen wie seinerzeit 89 bei dem Volksaufstand in der sog. DDR in Massen demonstrieren fuer

    Wiedereinfuehrung von Grenzkontrollen mit strikter Abweisung nicht gewuenschter Armutseinwanderer, sowie Ausweisung von im Lande befindlicher Krimineller, Fanatiker, (auch wenn im Gewande eines Imams) Sozialschmarotzer, Illegaler etc. natuerlich jeweils mit completter Familie.

  7. Ergaenzung zu # 7

    zwischen Die Schutzfunktion und

    haette das gedacht

    ebenfalls ZITAT aus obigem, groesstenteils gut formulierten Beitrag

    um wichtiges herauszustellen

  8. Ver-Ant-Wort-ung

    Theorie

    In der Demokratie leiht das Volk Macht auf Zeit

    http://www.liborius.de/aktuell/ueberblick/standpunkte-september/verantwortungslose-politiker.html

    Praxis

    Deutschland Zuwendung (EURO & BW-Opfer) ja, Verantwortung (Steuern & Beerdigung) nein

    Letztlich mag vieles für eine Reform des Sicherheitsrats sprechen, aber gar nichts für Deutschland als ständiges Mitglied……

    Verantwortlich gezeichnet: Deutsche Presse

    http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kommentar-zum-un-sicherheitsrat-kein-staendiger-sitz-fuer-deutschland,10808020,26111332.html

    Zitat

    Der Preis der Größe (EU Deutschland ?) heißt Verantwortung.

    Winston Spencer Churchill (1874-1965), brit. Staatsmann; 1940-45 u. 1951-55 Premier, 1953 Nobelpr. f. Lit.

  9. Sehr geehrter Herr Messer,
    danke für diesen sehr grundsätzlichen Artikel. Ich lese da Kleine-Hartlage, Kubitschek, ein bissel Mohler heraus, Betrachtungen aus Staatsrechtler-Perspektive.

    Bitte arbeiten Sie den Artikel noch etwas um, er ist in Einzelteilen nicht eindeutig verständlich. Im Ganzen aber Stoff, um die eigene Position als Rechter, Konservativer besser bestimmen zu können.

  10. Ich verbuche das unter Spalte und herrsche

    Fragt sich nur wer davon profitiert ganze Nationen und religiöse Gemeinschaften zu spalten und untergraben??

  11. Merkel und Gauck tragen für alles Verantwortung, nur nicht gegenüber dem deutschen Bürger, dem sie geschworen haben. Man sollte den Schwur ändern in: „Ich schwöre, Schaden vom Islam fernzuhalten und den deutschen Steuerzahlern aufzubürden.“ Und schon brauchen die nicht mehr meineidig zu werden.

  12. Der Begriff der totalen „Verantwortung“ ist eine Suggestion, ein Nasenring.
    Unsere Aufgabe ist es, eine Suggestion auch eine Suggestion zu nennen.

    Wenn wir uns nicht um unsere Freiheit kümmern, werden es weiterhin andere tun.
    Die Globalisten werden uns weiter am Nasenring führen! Mit ihrer Sklaven-Peitsche des Geldsystems, ihrer Illusion von „Demokratie“, ihrer Suggestion von „Verantwortung“ und ihrem Gehirnwäsche-Programm, das uns mit einem ganzes Arsenal an Suggestionen steuert.

    „Matrix – das ist die Scheinwelt, die man dir vorgaukelt, um dich von der Wahrheit abzulenken.
    Welche Wahrheit?
    Dass Du ein Sklave bist.“

    Dazu passend: die neue Globalismus-Studie:

    „Die erfolgreichsten Gehirnwäsche-Techniken. Der Globalisierungs-Fanatiker. Ein Psychogramm der Westlichen-Werte-Demokratie“.
    Die Studie berücksichtigt auch die neuesten Erkenntnisse aus der Hirnforschung und NLP – und enthält auch Lösungsansätze für die eigene De-Programmierung. Zur Zusammenfassung: http://www.gsm-grunwald.de/Gehirnwaesche_Zsfg.pdf und zum Interview mit dem Buchautor: http://www.gehirnwaesche.info/

  13. Responsabilité
    Verantwortung
    Responsibility

    In allen diesen Wörtern steckt dieselbe Wurzel: Antwort.

    Antworten braucht man nur zu geben, wenn man gefragt wird (und auch dann nicht immer).
    Und die Antwort auf eine Frage ist begrifflich nur dann eine solche, wenn ihre inhaltliche Aussage nicht von vornherein feststeht.

  14. *** OT: ***
    US- Präsident Obama besucht am Mittwoch Belgien und dabei erstmals die Institutionen der EU. In der Früh besichtigt Obama zunächst einen US- Soldatenfriedhof in Flandern, bevor er nach Brüssel zur EU weiterreist. Bei einem Treffen mit EU- Kommissionschef Barroso und EU- Ratspräsident Van Rompuy sind die Ukraine- Krise und der Umgang mit Russland Thema.
    Es geht zudem um das geplante transatlantische Freihandelsabkommen und das massenhafte Abgreifen europäischer Kommunikationsdaten durch den US- Geheimdienst NSA. Im Anschluss sind ein Treffen mit NATO- Generalsekretär Rasmussen sowie eine Rede Obamas in Brüssels größtem Kulturzentrum geplant.
    Bereits am Dienstagabend traf Obama in der belgischen Hauptstadt ein. Bei ihrem Gipfel wollen er und EU- Spitzenvertreter am Mittwoch signalisieren, dass die transatlantische Zusammenarbeit in der Ukraine- Krise von entscheidender Bedeutung ist, wie Diplomaten vor dem Treffen sagten. Beide Seiten hatten wegen des Anschlusses der Krim an Russland Sanktionen gegen Moskau beschlossen, weil sie das Vorgehen für völkerrechtswidrig halten.
    http://www.krone.at/Schlagzeilen/Obama_besucht_erstmals_EU-Institutionen-Schlagzeilen-Story-398318
    °
    ***   ÖL INS FEUER     €€€ Fuck the EU     $$$ kein TTIP

  15. Der vielgeschmähte Stammtisch verkörpert nur eine Grundhaltung, die sich seit Urzeiten bewährte: Mia san mia.
    Ich gehöre zu meiner Familie, meine Familie gehört zu unserer Gemeinde, wir helfen uns gegenseitig und fühlen uns füreinander verantwortlich.
    Nach diesem Muster funktionieren weltweit noch viele Gesellschaften in ländlichen Gegenden.
    Unsere Kulturbereicherer sind so erfolgreich, weil sie nach Bedarf eine große Anzahl Stammesmitglieder in wenigen Minuten zusammentrommeln können.
    Uns dagegen soll seit langem ein natürliches Verhalten aberzogen werden, wir sollen allen und allem gegenüber offen sein, denn alle Menschen sind gleich und gut.
    Wer wagt, zu unterscheiden, dem wird Diskriminierung vorgeworfen und er wird geächtet.
    Jugendliche suchen Orientierung, Zugehörigkeit und Anleitung. Wenn sie dies weder bei ihren Eltern, in der Schule oder überhaupt in unserer Gesellschaft nicht finden, sind sie schließlich bereit, sich dem Islam zu unterwerfen und enden als Kanonenfutter im Djihad.

  16. Verantwortung ist wie Gerechtigkeit zu einem abgenutzten Begriff ohne Inhalt geworden. Schon in der Bibel bei Mose hat Adam sich vor Verantwortung gedrückt und Eva nicht davon abgehalten vom Baum der Erkenntnis zu essen. Verantwortung ist also kein abstrakter Begriff, sondern ein konkreter Begriff in zwischenmenschlichen Beziehungen. Er wird erst dann zum Kampfbegriff im politischen Umfeld wenn er seiner konkreten Beziehung zwischen Menschen verlustig geht. Verantwortung ist auch immer mit Freiheit verknüpft, wird diese Verknüpfung aufgelöst, entsteht Verantwortung durch Bevormundung. Gott hat uns Freiheit gegeben, keine Knechtschaft. Verantwortung durch Bevormundung, durch Erhöhung des Verantwortungsträgers in eine Gott gleiche Position, schafft Knechtschaft. Um dieser Knechtschaft zu entgehen brauchen wir Freiheit, die Freiheit und den Mut zu entscheiden. Um dies zu können brauchen wir eine Identität. Diese Identität finden wir nicht als Weltbürger, sondern als Mitglied einer konkreten Familie mit einer konkreten Geschichte in einer konkreten Umwelt, der Nation.
    Wer wie Röttgen in dem angeführten Zitat von einer Weltregierung spricht, meint in Wirklichkeit Unterdrückung, Knechtschaft. Es gibt kein politisches System, was es schasfft alle Menschen auf eine Linie zu bringen, ausser die Diktatur. Die jetzige Politik vertreten durch solche Leute wie Röttgen wollen keine Freiheit, diese ist ihnen ein Gräuel, sie wollen Unterdrückung im Namen der Verantwortung für alle Menschen.

  17. Übernotwendig sauber aufgeschlüsselt

    Weniger rein intellektuelle Sichtweise hätte dem Artikel gut getan – in Verantwortung steckt das Wort „antwort“; und das meint, das man für sein Handeln oder Unterlassen eine vernünftige, umfassend erklärende Antwort zu geben hat.

    Das ist verständlicher und tut es auch.

    Was die militärische Intervention der Großmacht
    USA in rohstoffreiche Länder betrifft, so ist durchaus ein enormer Nutzen für die USA zu verzeichnen – leider.
    Allein die ernsthafte Androhung militärischer Gewalt, z.B. erst „letztens“ gegen den Iran, lässt den Dollar sofort enorm im Wert steigen.
    Die großen Kapitalhalter (Funds) investieren dann nämlich direkt in die Rüstungsfirmen, aber auch selbst in Firmen, die für die Army Lebensmittel herstellen.
    Militärische Forschungsprojekte, die man aus finanziellen Gründen auf Eis gelegt hatte, erhalten endlich ihre Zusagen.
    Gibt es Krieg und der Kongress stimmt der Entsendung von Truppen zu, dann gibt es für alle großen Funds der Welt kein Halten mehr und Abermilliarden an Kapital werden überall aus der Welt abgezogen und in den USA investiert.
    Allein der Fund „Blackrock“ hält 4 Billionen Dollar (nein, kein Übersetzungsfehler – es sind nicht Milliarden, es sind Billionen!) und sucht dafür beständig Anlagemöglichkeiten.
    Wenn alleine Blackrock binnen Monaten 200-300 Milliarden Dollar aus Auslandsinvestitionen zurückholt und in Rüstungsfirmen der USA investiert – alleine ein einziger Fund – kann man so ein unmoralisches Angebot ausschlagen?
    Das steckt dahinter, wenn die USA mit dem Säbel rasseln – die Regierung der USA ist süchtig nach Kapital wie ein Junkie, der „einen Affen hat“ und diese Regierung ist bereit zur Befriedigung ihrer Sucht zu morden.

  18. Verantwortung übernehmen heisst eben nicht nur eine Antwort für sein Handeln oder Nichthandeln zu geben, sondern sich ver-einnahmend um den anderen zu kümmern. Diese Ver-einnahmung, Unterstützung kann unter Wahrung der Freiheit des Anderen oder durch Bevormundung des Anderen geschehen.

  19. Dem Autor geht es erkennbar nicht um die Verantwortung im hergebrachten Sinn, also in der Verwandschaft mit ihren genetischen Bindungen.
    Durch die unmittelbare Schutzfunktion für das einzelne Mitglied ist eine solche Verantwortung selbsterklärend.

    Nein, es geht um die ungefragte Ausweitung des Begriffes über nätürliche Gegebenheiten hinaus. Und damit handelt sich um einen Eingriff in die Selbstbestimmung des Individuums und für viele um eine Zumutung.

    Die Gedanken gehen also in die richtige Richtung, laden aber ein zu einer Fortführung.

    Beispiel: Wenn jemand, der wegen schweren Betruges seit Jahren im Gefängnis sitzt, plötzlich sagt “Ich fühle mich verantwortlich für das Schicksal der Menschen im Kongo. Deshalb widme ich ihnen jeden Tag meine besten Wünsche”.
    Ist diese Art Verantwortlichkeit im Sinne unserer zeitgeistigen Eliten? Oder meinen die etwas anderes?

    Anderes Beispiel: Eine Türkin wird von ihrer “traditionellen” Verwandschaft auf Schritt und Tritt überwacht und gegängelt. Das Haushaltsgeld wird vollständig vom Mann verwaltet. Sie erklärt nun, dass sie alles tun werde um die Situation der Frauen in Kurdistan zu verbessern.
    Die Moralapostel in Medien und Politik klatschen dazu begeistert Beifall wegen der vorbildlichen Übernahme von Verantwortung für andere.

    Oder sollten die etwas anderes gemeint haben ?

  20. #22 germanica (26. Mrz 2014 07:45)
    SIE SIND ENDLICH WIEDER DA!
    DIe Montags-Demos!!!

    https://www.facebook.com/photo.php?v=676380035741793

    Schliesst euch an, NICHT nur in Berlin!

    ——————————————-

    WOW! Das ist toll toll toll….
    Hab es schnell verschickt, alle mitmachen!

    Erinnert mich an Stürtzi nur mit etwas umfassenden Themen.

  21. Der politische Verantwortungsbegriff ist selbstverständlich der Verantwortung vor Gott entlehnt, also der Rechenschaft am Jüngsten Tag.

    In sofern segelt Herrn Messers Analyse ziemlich am eigentlichen Gegenstand vorbei.

    Unsere Verantwortung entspringt der christlichen Ethik, diese fordert zur Fremdenliebe auf.

    Andererseits, es stimmt schon, daß wir uns auf diese Weise für andere verantwortlich machen, welche das vielleicht gar nicht wollen.

    Ist der Aufruf zur Fremdenliebe ein Aufruf zur Bevormundung?

    Historisch ist er das oftmals gewesen.

    Muß er es gar sein?

    Nein, durchaus nicht. Setzt aber eine gewisse Bescheidenheit und Ehrlichkeit mit sich selbst voraus, es nicht dahin kommen zu lassen.

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