Die „Provokation“ durch die wiedergegründete Weiße Rose

weiße-rose-2-1Am Sonntag berichteten wir über den Besuch von drei Mitgliedern der wiedergegründeten Weißen Rose im historischen Münchner Gerichtssaal, in dem u.a. Susanne Zeller-Hirzel um ihr Leben kämpfte. Heute beginnen wir mit einem Resumee über Presseberichte des vergangenen Jahres zur neuen Weißen Rose, die bisher bei PI noch nicht thematisiert wurden. Es gab ab Mitte des vergangenen Jahres einen großen Aufschrei der linksverdrehten Presselandschaft, die große Probleme mit dieser Wiedergründung hat. Los ging es am 10. Juni mit dem SZ-Artikel „Die nächste Provokation“.

(Von Michael Stürzenberger)

Mit der Unterzeile „lslamfeinde versuchen den Namen der Weißen Rose für ihre Zwecke zu missbrauchen“ ledert SZ-Redakteur Bernd Kastner mächtig los:

Die Weiße Rose verbindet jeder mit den Geschwistern Scholl, mit Flugblättern und dem Kampf gegen Hitler-Deutschland. Die Weiße Rose ist zu dem Symbol des Widerstands gegen den Nationalsozialismus geworden. Und nun ist auf den Straßen Münchens wieder von der Weißen Rose zu hören, wieder von Widerstand, diesmal aber gegen eine Weltreligion. Es sind extremistische Islamfeinde, die die Weiße Rose wiedergegründet haben wollen und diesen so positiv be?setzten Namen für ihre politischen Ziele nutzen. Diejenigen, die das Erbe der echten Weißen Rose bewahren wollen, sprechen von Missbrauch und prüfen rechtliche Schritte.

Politische Extremisten lieben die Provokation, sie gieren nach der Aufmerksamkeit, die sie dadurch erfahren. Diese Strategie verfolgen auch jene, die über die Gefahr „aufklären“ wollen, die angeblich vom Islam ausgehe, und zwar pauschal. Die Partei „Die Freiheit“ ist auf diesem Feld ebenso aktiv wie die „Bürgerbewegung Pax Europa“ und die Autoren des Web-Blogs „Politically Incorrect“ (PI). Vor ein paar Wochen hat der bayerische Verfassungsschutz den bayerischen Landesverband der „Freiheit“ und die Münchner PI-Gruppe als extremistisch eingestuft, er beobachtet seither ihr Agieren.

Schon lange können das Bürger tun, wenn sie in der Fußgängerzone Michael Stürzenberger reden hören. Er ist der lauteste der Münchner Islamgegner, er sammelt mit ein paar Unterstützern seit vielen Monaten Unterschriften gegen den geplanten Bau einer Moschee in München. Und er stellt sich als Mitglied der „wiederbegründeten Weißen Rose“ vor, im Internet, am Stachus, im Gerichtssaal. Stürzenberger beruft sich dabei auf Susanne Zeller-Hirzel, die als junge Frau selbst der Weißen Rose angehörte. Wenige Monate vor ihrem Tod Ende 2012 mit 91 Jahren habe er mit ihr und ein paar Mitstreitern die Weiße Rose neu gegründet. Deren Kernbotschaft ist krude: Der Nationalsozialismus sei eine „linke Bewegung“ gewesen; die heutige Antifa wird dagegen mit Nazis gleichgesetzt.

Seit Monaten lässt Stürzenberger keine Gelegenheit aus, mit Bezug zur „neuen Weißen Rose“ den Islam mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen: Beides seien totalitäre Ideologien. Und wie die Weiße Rose damals gegen das NS-Regime gekämpft habe, so kämpfte er gegen den Islam. Auch als Stürzenberger kürzlich vor Gericht stand, weil er für eine Kundgebung ein Plakat des Holocaust-Organisators Heinrich Himmler verwendet hatte, stellte er sich zu Beginn als Vertreter der „wiedergegründeten“ Weißen Rose dar. Dabei präsentierte er Richter und Publikum ein großes Foto, das ihn mit Susanne Zeller-Hirzel zeigt.

Sie und auch ihr Bruder Hans gehörten tatsächlich der Weißen Rose an. Das Geschwisterpaar näherte sich im Alter politisch den Republikanern an: Hans Hirzel kandididierte 1994 für die Rechtsaußen-Partei für das Amt des Bundespräsidenten, seine Schwester ließ sich 2009 für die Republikaner bei der Kommunalwahl in Stuttgart aufstellen.

„Mit großem Entsetzen“ registriere man die Aktivitäten der Islamhasser, sagt Hildegard Kronawitter. Die Frau des früheren Oberbürgermeisters steht der Weiße-Rose-Stiftung vor, die etwa mit Ausstellungen das Andenken an die Widerstandsgruppe wachhalten will. Dass Anti-lslam-Agitatoren den Namen von Widerstandskämpfern aus der NS-Zeit verwenden, sei „der Versuch einer Pervertierung“.

Ähnlich sieht das Michael Kaufmann, Historiker und geschäftsführender Vorstand des Weisse Rose Instituts, das den Aufbau eines Archivs anstrebt. Der Name der Gruppe um die Geschwister Scholl stehe für eine bestimmte Werteordnung, die durch die Islamfeinde „auf den Kopf gestellt werde“, sagt Kaufmann. Er lasse nun juristisch prüfen, ob man Stürzenberger die Verwendung des Begriffs verbieten lassen könne. Das lnstitut besitzt die Namensrechte an der „Weißen Rose“.

Während sich die Ludwig-Maximilans-Universität, in deren Lichthof die Geschwister Scholl festgenommen wurden, nicht zu den islamfeindlichen Aktivitäten äußert, sind Angehörige der damals Hingerichteten empört. Sebastian Probst, Enkel des Widerstandskämpfers, betont, dass sich die Weiße Rose für eine tolerante Gesellschaft eingesetzt habe, gegen die Ausgrenzung bestimmter Gruppen. So sieht es auch Markus Schmorell, Neffe von Alexander Schmorell: „Das ist nicht im Sinne der Weißen Rose.“ Er bekennt, dass er sich in einem „Zwiespalt“ befinde: Je mehr man sich auf die Islamhasser einlasse, desto mehr Aufmerksamkeit schenke man ihnen. So sehr er eine juristische Kiärung der Namensrechte begrüße, die politische Auseinandersetzung mit Islamfeindschaft dürfe nicht fehlen: ,,Ich halte beides für wichtig.“

Dieser Artikel zeigt, wie viel Aufklärungsarbeit die wiedergegründete Weiße Rose noch vor sich hat. Es herrscht in weiten Teilen der Gesellschaft eine völlige Unkenntnis über die Wesensgleichheit der totalitären faschistischen Ideologien Islam und National-Sozialismus, ihrem historischen Pakt zwischen Brüdern im Geiste, den Ähnlichkeiten zwischen Hitler und Mohammed sowie der bis heute andauernden Hitler-Verehrung in islamischen Ländern inklusive der Türkei vor.

Für sachdienliche Informationen ist die Redaktion der Süddeutschen Zeitung sicherlich dankbar:

» redaktion@sueddeutsche.de

Hildegard Kronawitter von der Weiße-Rose-Stifung ist hier zu erreichen:

» info@weisse-rose-stiftung.de

(Foto: Roland Heinrich)