Die wiedergegründete Weiße Rose im historischen Münchner Gerichtssaal

2013-08-14 15.45.49-2In einer Zeit, in der dem religiös gewandeten Faschismus von verantwortungslosen deutschen Politikern, Kirchenfunktionären, Gewerkschaftsvertretern und sonstigen Volksverrätern in der Gesellschaft Tür und Tor geöffnet wird, ist eine Widerstandsgruppe wie die wiedergegründete Weiße Rose notwendiger denn je. Damals kamen die mutigen Freiheitskämpfer zehn Jahre zu spät, heute sind sie rechtzeitig zur Stelle, um den Anfängen zu wehren. Am 7. Juli 2012 gründete sich die Gruppe um die damals beste Freundin von Sophie Scholl, Susanne Zeller Hirzel. Ihr Motto ist der Kampf gegen jegliche Form des Faschismus, vor allem dem von Links und vom Islam. Im August des vergangenen Jahres waren die Weiße Rose-Mitglieder Conny Axel Meier (Foto links), Michael Mannheimer (rechts) und ich im Münchner Landgericht, um eine Gerichtsverhandlung gegen die linksextreme a.i.d.a. zu verfolgen, die eine falsche Angabe über eine Bürgerin veröffentlicht hatte. Bei der Gelegenheit sahen wir uns den historischen Gerichtssaal an, in dem Susanne mit anderen Mitstreitern vor dem sogenannten Volksgerichtshof um ihr Leben rang.

(Von Michael Stürzenberger)

Im damaligen Schwurgerichtssaal wurden am 22. Februar 1943 im ersten Weiße Rose-Prozess Sophie und Hans Scholl sowie Christoph Probst zum Tode verurteilt. Von einem gewissen Roland Freisler, früherer Kommunist und bolschewistischer Kommissar, der übergangslos zum National-Sozialismus wechselte und dort Präsident des sogenannten „Volksgerichtshofs“ wurde.

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Der zweite Prozess fand am 19. April 1943 im damaligen Sitzungssaal 216 statt. Darin befindet sich heute die Dauerausstellung, die an die Weiße Rose erinnert:

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In diesem Raum wurden Alexander Schmorell, Prof. Kurt Huber und Willi Graf ebenfalls zum Tode und zehn weitere Angeklagte zu teils hohen Haftstrafen verurteilt:

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Hier wurden die Todesurteile verkündet:

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An der Wand die schriftliche Ausfertigung der Urteile:

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Susanne Zeller-Hirzel, die mit uns am 7. Juli 2012 die Weiße Rose wiedergründete, wurde zu sechs Monaten Gefängnisstrafe verurteilt.

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Die damals 21-jährige Susanne:

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69 Jahre später im Kreis der wiedergegründeten Weißen Rose:

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Diese damaligen Mitstreiter erhielten Haftstrafen von einem bis zehn Jahren:

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Auf dem nächsten Bild sind den Fotos die Namen zugeordnet. Susannes Bruder Hans (obere Fotoreihe in der Mitte) musste 5 Jahre ins Gefängnis. Er war ab 1976 politisch für die CDU aktiv, trat dort aber 1993 aus und schloss sich den Republikanern an. Hans Hirzel wurde stellvertretender Bundesvorsitzender, kandidierte 1994 bei der Wahl des deutschen Bundespräsidenten und wurde 1997 Stadtverordneter in Wiesbaden.

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Ein Strauß Weißer Rosen erinnert an die mutigen Widerstandskämpfer:

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An der hinteren Wand hängen die Bilder der Weiße Rose-Mitglieder:

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Sophie Scholl wurde zum Symbol des rechtskonservativ-bürgerlich-patriotischen Widerstandes gegen den linken National-Sozialismus.

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Auf die Rückseite des Todesurteils schrieb sie in ihrer Zelle: „Es lebe die Freiheit!“

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Damals widerfuhr der Weißen Rose in diesem Gerichtsgebäude massives Unrecht.

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Heutzutage wird der wiedergegründeten Weiße Rose ebenfalls Unrecht zugefügt. Damals wurden diejenigen, die die Wahrheit über die Verbrechen des National-Sozialismus sagten, als Hetzer und Verleumder beschimpft. Heute diejenigen, die die Wahrheit über die Verbrechen des Islamfaschismus sagen. Damals wurden die Mutigen geköpft oder eingekerkert, heute wird ihre berufliche Existenz vernichtet und ihre gesellschaftliche Ächtung durchgeführt. Zu der medialen Verfolgung morgen mehr.

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