Evangelische Kirche, Martin Luther & Korankritik

Wer in Holland regelmäßig die evangelische Kirche besucht, wird fast wöchentlich mit politischen Aussagen der Pfarrer konfrontiert. Wir sollten uns für die Interessen illegaler Einwanderer einsetzen, uns gegen den weitverbreiteten Rechtspopulismus aussprechen usw. Ich vermute, dass dies in Deutschland leider auch der Fall sein wird. Unterschiedliche Beiträge auf PI scheinen dies immer wieder zu bestätigen.

(Von Boëtius van Everdingen, Amsterdam)

Eine Umfrage im Auftrag des niederländischen öffentlichen Fernsehens ergab, dass über 75% der Pfarrer es für unchristlich halten, sich für eine islamkritische Partei wie die Freiheitspartei (PVV) zu engagieren. Pfarrer blasen inzwischen immer öfter ins politisch-korekkte, links-politische Horn. Als Rechts-konservativer und künftiger Pfarrer ärgert mich dies schon seit Jahren. Die Kirche und deren Vertreter sollten sich meiner Meinung nach fern halten von politischen Aussagen, denn Politiktreiben gehört nicht zu deren Aufgabe. Die Kirche sollte für jeden da sein, ob dein Herz nun links oder rechts schlägt.

Ich glaube, dass die Naivität vieler Kirchenvertreter ihren Stellungnahmen zu Grunde liegt. Anders gesagt, man weiss nicht mehr zwischen Nächstenliebe und Toleranz zu unterscheiden. Der Slogan der evangelischen Kirche in Amsterdam heisst: „Onderzoek alles, maar bewaar het goede“ / „Prüft alles, aber das Gute bewahret!“ (1Thess 5,14-24). Dieses Paulus-Zitat sollte die liberale bzw. offene Haltung der Kirche wiedergeben. Wenn man aber das Gute bewahren möchte, das heißt die Botschaft/Werte des Evangeliums und die daraus erfolgende christliche Identität, sind Grenzen ziehen jedoch eine absolute Notwendigkeit. Aus Nächstenliebe sollte man dem Bösen gerade mit Intoleranz begegnen, anstatt aus Scheinfrieden mit ihm zu kollaborieren. Aber gerade dies geschieht in Sachen Islam.

Die islamkritischen Schriften Luthers finden heutzutage nur noch wenig Anwendung bei den evangelischen Kirchenvertretern. Vermutlich, weil sie angeblich unvereinbar mit den positiven Äußerungen und Dialogversuchen der Kirche zum Zusammenleben mit Menschen islamischen Glaubens seien, denn luthersche Theologen sollten sich mit den jeweiligen Texten des Kirchengründers auskennen. Dies wäre eine sehr kurzsichtige Sichtweise, die zudem die luthersche Identität gänzlich verleugnet. Aus Nächstenliebe kann man seinen islamischen Mitbürger durchaus als Individuum respektieren, jedoch gleichzeitig dessen Ideologie eine deutliche Absage erteilen. Wie gesagt, gerade aus Nächstenliebe kann und darf Toleranz niemals grenzenlos sein!

Es stimmt, dass Luthers Islamverständnis sehr stark von einer apokalyptischen Dimension geprägt war, die in unmittelbarer Verbindung mit den Türkenkriegen seiner Zeit stand. Dazu bezog Luther seine Korankenntnisse vor allem aus dem Werk eines Dominikanermönches namens Ricoldus de Montecrucis: die Confutatio Alcorani. Erst zu Fastnacht 1542 habe Luther zum ersten mal eine lateinische Koranausgabe in die Hand bekommen, dennoch ist seine 1529 formulierte Korankritik in seinen zwei großen ‚Türkenschriften‘ überzeugend, und vor allem: so wahr!

Martin Luther verstand den Koran als ein künstlich zusammengestelltes Gebilde, wobei Mohammed seine Theologie und Gebräuche teilweise dem christlichen und jüdischen Glauben entnommen habe. Das Ehren von Jesus und Maria habe er laut Luther von den Christen und das Fasten, die hygienischen Vorschriften und das Verbot des Weines von den Juden übernommen. Der Reformator spitzt seine Korankritik auf die drei gleichen Hauptthemen wie Ricoldus zu, nämlich „Lügen, Mord, Unehe“. Diese Themen bilden für ihn die unmittelbare Verbindung zwischen dem Koran und der eschatologischen Dimension der Türken.

Obwohl die Türken heutzutage nicht mehr vor den Toren Wiens stehen, sind diese drei Haupttemen zwar nicht mehr im eschatologischen Sinne zu deuten, jedoch als die drei Hauptunterschiede zur christlichen Lehre zu verstehen. Es sind diese drei Elemente im Koran, die Luther auf seine sogenannte Drei-Stände-Lehre bzw. Drei-Stände-Ordnung bezieht. Diese Drei-Stände-Lehre dient der Einweisung des Menschen in das allgemein kreatürliche und christologische Handeln des gnädigen Gottes. Diese habe Gott in der Schöpfung begründet und durch sie regiere und erhalte er die Welt. Man könnte diese Drei-Stände-Ordnung daher auch als Schöpfungsordnung bezeichnen. Die Stabilität innerhalb dieser Schöpfungsordnung wird hier, neben dem geistlichen Stand (status ecclesiasticus) und dem weltlichen bzw. politischen Stand (status politicus), von Luther mit dem status oeconomicus bereichert, in dem er auf die soziale Stabilität zielt. Im Rahmen der Korankritik geht es dabei um das islamische Eheverständnis, das Martin Luther als eine ordnungsverstoßende Gefahr interpretiert. Ich werde die drei Hauptthemen der lutherschen Korankritik einzeln besprechen:

I. Lügen

Die schlimmsten „Lügen“ des Koran liegen für Luther – neben der Behauptung, es beinhalte Gottes Wort – vor allem im Bereich der Christologie: „Der Tuercke helt die vier Euangelia fuer goettlich und recht so wol als die Propheten, Ruehmet auch Christum und seine mutter fast, Aber er gleubt gleich wol, das sein Mahomet uber Christum sey und das Christus kein Gott sey.“ Obzwar der Koran in erster Linie würdig über Jesus zu sprechen scheint, ist der Messias des Christentums nur ein menschlicher Prophet wie „Heremias“ oder „Jonas“, und kein „gottes son und rechter gott“. Wie alle jüdisch-christlichen Propheten wurde auch Jesus geschickt islamisiert. Jesus ist damit nicht mehr Christus, der Erlöser. „Mahometh mit seiner lere von eigen wercken und sonderlich vom schwerd“ ist demnach nicht mit Luthers elementarer ’sola fide‘, der Rechtfertigung aus Glauben allein, und zwar nur aus dem Glauben an Jesus Christus als Erlöser der Menschheit, in Einklang zu bringen. Der Reformator ist daher der Meinung, dass „der Mahomet Christum nicht alleine verleucknet, sondern gantz auffhebt“. Mit dem Aufheben des Glaubens wird der status ecclesiasticus zerstört, weil nicht länger der Gnade auf Seiten Gottes und der Glaube auf menschlicher Seite die Heiligung bewirken, sondern man sich erneut allerhand Gesetzen versklavt und damit die christliche Freiheit vor Gott aufhebt bzw. man wieder zum Sklave der Sünde wird. Da wo Christus seine Jünger Freunde nennt, da ihnen den Willen Gottes offenbart wurde, bezeichnet Mohammed sich und seine Anhänger als ‚Sklaven Allahs (Vergl Sure 2;23)‘. Christen sind Freunde jesu, die wissen, dass der Vater sie liebt und rettet (Jesus heisst übrigens Gott rettet). Sklaven hingegen wissen nie, was ihr Sklavenhalter mit ihnen vorhat. Fragen Sie mal einen Muslim, ob Allah ihn liebt und er wird antworten: „Das weiss nur Allah“. Obzwar heutzutage viele Christen sich vom Islam täuschen lassen, waren seine Lügen nach Luthers Ansichten zu radikal und offensichtlich. Die Christenheit sollte laut Luther denn auch durch Koranverbreitung über die Bösartigkeit der islamischen Lehre aufgeklärt werden.

II. Mord

Ein nächstes Thema, das Luther der Confutatio entnommen hat, ist die unmittelbare Verbindung zwischen Gewalt und Koran. Im 10. Kapitel der Confutatio, Quam violenta sit lex [Saracenorum], vermittelt Ricoldus uns, das Gewaltgebot als eine allgemeine Erscheinung im Koran verstanden zu haben: „Et propter hoc non in uno capitulo solum dicitur, sed per totum librum, sicut mandatum quoddam uniuersale: interimite, interimite.“ Martin Luther vertrat die theologische Ansicht, dass Mord und Gewalt unmittelbar aus den teuflischen Lügen erfolgen: „Also da den Mahometh der luegen geist besessen und der Teuffel durch seinen Alkoran die seelen ermordet, den Christenglauben verstoeret hatte, muste er wol fort und auch das schwerd nemen und die leibe zu morden angreiffen“. Weil für Martin Luther das Predigen nur mit dem Wort Christi verbunden war und die Wunder Christi seine Göttlichkeit bezeugten, müsse Mohammed seine sündige Lehre wohl anders verbreitet haben: „Und also ist der Turkische glaube (Islam) nicht mit predigen und wunderwerck, sondern mit dem schwerd und morden so weit komen[…]“. Diese unmittelbare Verflochtenheit von Religion und Gewalt fügt der Weltordnung erheblichen Schaden zu, wie Luther zurecht folgert: „Denn es ist nicht mueglich, wo morden und rauben ynn ubung ist, das da ein feine loebliche weltliche ordnung sey.“ Tagtäglich werden wir auch heute noch weltweit mit islamischer Gewalt konfrontiert. Die Frage „Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat?“ ist, wenn man möchte, eigentlich leicht zu beantworten: Versklavung und Gewalt!

III. Ehe

Wo wir heutzutage über die Körperverschleierung im Islam als Symbol der Frauenunterdrückung und Frauenfeindlichkeit diskutieren, war dieses Phänomen für Martin Luther, im Hintergrund des 16. Jahrhunderts, ein Vorbild ersehnenswerter Frömmigkeit. In ‚Eine Heerpredigt widder den Tuercken (1529)‘ rühmt er denn auch die türkischen Gebräuche, sich zu verschleiern und getrennt in die Gebetshäuser zu gehen. Über das islamische Eheverständnis ist Luther aber zurecht sehr schockiert. Da wo der Papst „unter dem Schein der keuscheit“ die Ehe „verboten und unrein verdampt“, behandle der Türke die Frauen „als werens kue oder kelber“ (Zitat aus Vermahnung zum Gebet wider die Tuercken, 1542). Luther zielt auf die Polygamie, denn der Koran erlaubt es dem Mann, vier Frauen zu heiraten (vergl. Sure 4;3). Obzwar Martin Luther die zweitrangige Position der Frau anspricht, liegen seine Beschwerden hinsichtlich seines Zeitgeistes eher im theologischen Bereich, denn Christus spricht in Matt. 19, 4-7:

„Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach (1.Mose 2,24): »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!“

Wo der Papst mit dem Zölibat für Luther den Ehestand ignoriert, so verstößt die Polygamie im Koran gegen die Bibel, da sie die Zweieinheit nicht achtet. Zudem ermöglicht das koranische Prinzip des Talaq es dem Mann, seine Ehefrau(en) zu verstoßen (Vergl. Sure 65 attalaaq, 2,227-232,2;236,2;241,33;49). Er kann sie jedoch zu jeder Zeit einseitig als Ehegattin zurückfordern und damit den Ehebruch rückgängig machen. Kenner der Scharia brauche ich da nicht zu erklären, was für frauenfreundliche Folgen dies haben könnte. Für Luther war die Ehe, und die damit verknüpfte Zweieinheit von Ehemann und Ehefrau, wesentlich im sogenannten status oeconomicus. Sie galt für ihn als die elementare Basis zur sozialen Beständigkeit innerhalb der Schöpfungsordnung. Diese zu ignorieren, würde die ganze soziale, intermenschliche Beziehung ins Chaos stürzen. Das zölibatäre Leben nach Vorbild Christi begreift Luther in diesem Zusammenhang als einen Versuch, über menschliche Willenskraft etwas für das eigene Seelenheil zu erreichen. Die islamische Polygamie zeigt eindeutig, wiefern das islamische Frauenbild von unserer modern-westlichen Gleichberechtigung steht. Wir sollten uns eben deshalb gegen islamische Körperverschleierung aussprechen!

Ich habe oben versucht, kurz und bündig die Korankritik, so Luther-getreu wie es geht, wiederzugeben. Sie zeigt leider, wie weit sich viele heutige Kirchenvertreter von ihren Wurzeln entfernt haben. Und warum? Aus Angst, intolerant gefunden zu werden? Aus Angst, keine Nächstenliebe zu zeigen? Wenn es um den Islam geht, geschieht alles aus Angst. Politiker, Komiker und Kirchenvertreter schweigen entweder aus Angst vor islamischer Gewalt, oder aus Angst, vom politisch-korrekten ‚Establishment‘ als fremdenfeindlich stigmatisiert zu werden. Oder man ist einfach zu doof, nicht den Unterschied zwischen Toleranz und Nächstenliebe zu kennen. Aus Nächstenliebe verdient die islamische Gewaltideologie eben strengstens verurteilt zu werden.

Im sogenannten interreligiösen Dialog äussert sich die Kirche übrigens sehr naiv. Der Islam ist gar nicht an einem Dialog auf gleicher Ebene interessiert, sondern nützt ihre Dialogpartner vielmehr zugunsten ihrer Interessen. Die syrisch-nestorianischen Wurzeln des Islams (Lesen Sie „Goodbye Mohammed“) haben sicherlich dazu beigetragen, dass die Juden und Christen nach den koranischen Dogmen als die Menschen des Buches (Ahl al-Kitâb) bezeichnet werden, die Gottes Botschaft mutwillig gefälscht hätten, um die Prophezeiungen auf den Propheten Mohammed zu vertuschen (vergl. u.a. Sure 2;75,4;46,5;13). Im ‚Befehlsbuch‘ Koran werden die Christen und insbesondere die Juden daher mehrfach mit Affen und Schweinen in Verbindung gebracht, denen nicht zu vertrauen sei (vergl. u.a. Sure 2;66,2;171,5;60,7;166). Man sollte laut des Koran als Muslim hart zu ihnen sein, aber barmherzig untereinander (vergl. Sure 48;29). Zudem wird mehrfach und explizit dazu aufgefordert, keine Freundschaften mit Christen und Juden anzuknüpfen oder zu pflegen (vergl. 5;51,60;1,3;118) – Botschaften, die uns gegenüber nicht nur sehr beleidigend wirken, sondern ein friedliches Miteinander als gemeinsame Staatsbürger in einer multireligiösen Gesellschaft sogar verhindern können, wenn man sie ernsthaft als die wahren Worte Gottes aufzufassen vermag. Und gerade dies tun korantreue Muslime.

Wie lange lassen sich Pfarrer und andere Kirchenvertreter im Dialog mit dem Islam noch täuschen? Ich befürchte, dass ich die Antwort darauf schon weiß. Der Unterschied zwischen Christus und Mohammed lässt sich jedoch kurz und breit ausdrücken: Da wo Christus sich selbstlos in Dienst anderer stellte und sein eigenes Leben zugunsten der Menschheit aus reiner Nächstenliebe und Gottes Gnaden opferte, opferte Mohammed viele Leben zugunsten seiner Person und Macht. Chistentum und Islam heißt christliche Freiheit gegenüber islamischer Versklavung!