Mannheim: Moslems – „Bleiben für die Ewigkeit“

mannheim_gräberfeldMannheim hat ein neues moslemisches Gräberfeld. Islamischer Singsang, ein Imam, ein Vertreter der türkischen Religionspolizei für religiöse Angelegenheiten, selig dreinschauende Moslems und ein SPD-Oberbürgermeister vereint bei der feierlichen Landübergabe Einweihung am Mannheimer Hauptfriedhof. Dort dürfen ab sofort Moslems im letzten Laken, Gesicht Richtung Mekka für immer bleiben, das haben sie sich gewünscht und dann bekommen sie das natürlich auch, im dem Islam dienenden Deutschland.

(Von L.S.Gabriel)

Die ganze Szenerie mutet grotesk an. Die anwesenden, allesamt verhüllten Frauen blicken feierlich betreten zu Boden, die Männer stimmen mit erhabenem Blick in das moslemische Gejammer Gebet des türkischen Imams, Ismael Jelmas ein. Der Attaché für religiöse Angelegenheiten des Karlsruher Generalkonsulats, Mustafa Akpinar (rechts im Bild), nennt es ein „wichtiges Zeichen für die Integration“ denn „Heimat ist da, wo man begraben sein möchte“ und für Oberbürgermeister Peter Kurz (links) ist es ein „gutes Zeichen, dass unsere muslimischen Mitbürger Mannheim als ihre Heimat sehen“.

Mannheim 2 berichtet:

„Wir leben in Mannheim in einer multikulturellen Gesellschaft. Wir haben viele positive Maßnahmen und Programme entwickelt, die in der Stadt ein von Respekt und Offenheit geprägtes Miteinander stärken. Dass wir die Möglichkeit für eine Beerdingungskultur gemäß der eigenen Religion und Kultur schaffen können, ist für mich eine weitere, bedeutende Integrationsleistung“, erläutert Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Die Friedhöfe Mannheim haben im Dialog mit muslimischen Vertretern über Wünsche und Anforderungen für ein neues Grabfeld gesprochen. Zu den Anforderungen an ein Islamisches Grabfeld gehört die Ausrichtung der Grabstellen gen Mekka genauso wie eine „ewige Ruhezeit“, die in Mannheim zunächst durch die Verleihung eines 50jährigen Nutzungsrechts gewährleistet wird. (..) Die Stadt Mannheim hat darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung beim Bau eines Wasch-und Gebetsraumes zugesagt. 200.000 Euro wurden dazu in den Haushalt für einen Bau in 2015 eingestellt.

In Mannheim sind etwa 10 Prozent der Einwohner schon Moslems, rund 11.000 davon sind deutsche Staatsbürger. Und eigentlich fordert der Islam ein „Ewigkeitsrecht“ auf die Gräber. Dem kommt die 50-Jahresregelung nun noch nicht nach. Das lässt sich aber bestimmt durch ewige Verlängerung dieser Frist dann lösen. Spätestens wenn die Genehmigung für den nächsten islamischen Friedhof dann vielleicht schon ein moslemischer Oberbürgermeister erteilen kann gibt es wohl auch das „Ewigkeitsrecht“ für Moslems.

Hier geht es zur ADR-Mediathek und einem kurzen Videobeitrag dieser Veranstaltung.