Stunde der Nachtwanderer

NachtwandererWie man den aktuellen Presseberichten unschwer entnehmen kann, steigt die Zahl der Wohnungseinbrüche auch in Baden-Württemberg stetig an. Das führt mittlerweile dazu, dass die Bürger anfangen selbst ihr Eigentum zu schützen – unlängst im Pforzheimer Enzkreis bekam ein Wirt für seine „Initiative Bürgerwehr“ regen Zuspruch aus der Bevölkerung – und auch weitere Unterstützung aus anderen badischen Kreisen.

(Von cantaloop)

Jedoch – von der Politik und der Polizei wird dies etwas anders gesehen:

Ressortchef Reinhold Gall (SPD) sieht aber keinen Grund zur Panik. „Ich warne davor, das Gewaltmonopol des Staates infrage zu stellen. Eine Bürgerwehr, auch wenn sie gut gemeint ist, entspricht nicht unseren rechtsstaatlichen Grundsätzen“, sagte Gall. Zwar gebe es bei den steigenden Zahlen nichts zu beschönigen, aber diese ungute Entwicklung dürfe nicht missbraucht werden. Wenn Bürger helfen wollten, dann sollten sie sich um ihre Nachbarn kümmern und bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei verständigen.

Keinen Grund zur Panik sieht der SPD–Politiker. Ja, weshalb auch. Sein Wohnhaus im bewachten Luxus-Wohngebiet wird bestimmt nicht ausgeraubt.

Bei einer Aufklärungs-Quote von nicht einmal 10 Prozent braucht die Polizei auch gar nicht erst zu ermitteln – fast alle Einbrecher kommen ja ohnehin völlig ungeschoren davon. Am besten stellt man seine Wertsachen direkt vor seiner Haustür ab mit dem Vermerk; wenn es geht, bitte liegen lassen.

„Absolute Sicherheit gibt es nicht“

Die Polizei fährt Streife, sie hat Ermittlungsgruppen eingerichtet und informiert Bürger über Prävention. Dennoch: „Absolute Sicherheit gibt es nicht“, weiß der Kripo-Beamte Hammer. Bürger können ihr Eigentum aber durchaus besser schützen. So lässt der Wirt von der Tiefenbronner „Ochsen-Post“ das Hotel nun mit einer Alarmanlage ausstatten, die direkt mit der Polizeizentrale verbunden ist.

Na klar – wer kein Geld für teure Alarmanlagen oder Überwachungssysteme hat, muss sich halt einfach überfallen lassen. Ist ja auch nicht so schlimm, vielleicht zahlt ja sogar die Hausratversicherung etwas vom entstandenen Schaden. Wir sind doch alle so reich – da kann man schon mal was abgeben. Also – schön die Schnauze halten und den Blick auf den Boden senken – und hoffen, dass man wenigstens körperlich unbeschadet davonkommt. Und natürlich; Zeugenhinweise geben, dann wird die Aufklärungsquote vielleicht von 10 Prozent auf 13 Prozent ansteigen. Und dann bei der nächsten Wahl wieder schön „Grünlinks“ wählen – wie immer.

Man könnte, wenn man böswillig wäre, doch gerade den Eindruck bekommen, dass diese Zustände ausdrücklich von der Politik so gewollt sind. Sie gibt der Bevölkerung nahezu keine Rückendeckung in diesen Fällen – im Gegenteil, Bürger, die sich und ihr Eigentum schützen wollen, werden ermahnt und fast noch kriminalisiert. Irgendwie fühlt man sich auch bei diesem Falle wieder an die von der Polizei empfohlenen „Deeskalationsstrategien“ in U- und S-Bahnen erinnert, wonach man sich bei einem Überfall bloß nicht wehren – sondern laut singen, oder eine Geisteskrankheit vortäuschen soll. Schön ducken, kriechen und ja die Klappe halten – damit die Herren Verbrechen nicht auch noch wütend werden. Devote Opferhaltung einnehmen – dann wird es schon nicht so schlimm werden. Wie ein Lurch – ohne Rückgrat und ohne Stolz.

Das geht nicht mehr lange gut, der Druck im Bevölkerungs-Kessel steigt kontinuierlich – und vielleicht schon sehr bald fliegt unseren Politikern der ganze Laden um die Ohren. Die „achso-völkischen“ Montagsdemos sind möglicherweise der Anfang – das hat schon in der ehemaligen DDR funktioniert.