Deutschland folgt Frankreich nach unten

Während Bundeskanzlerin Merkel den Euro-Krisenstaaten die Reformen ihres Vorgängers (Agenda 2010) als Blaupause für einen Wirtschaftsaufschwung empfiehlt, übt sie zu Hause die Rolle rückwärts. Im Übermut des durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank gesponserten Booms ist Deutschland dabei, seine Position als wirtschaftlich führende Nation zu gefährden. Ob Mindestlohn, Frührente oder Mietpreisbremse; die politischen Eingriffe gleichen einem Wettbewerb in der Preisgabe marktwirtschaftlicher Prinzipien. Auch so kann man die Verhältnisse in der EU angleichen – in einem Wettlauf nach unten.

Dreht Berlin das Rad noch weiter zurück und folgt die EU weiterhin dem französischen Integrationsdenken, kann Europa seinen Traum beerdigen, neben Amerika und China als drittes Kraftzentrum die Weltwirtschaft prägen zu können. (Der Schluß eines sehr guten FAZ-Artikels zu unserer dirigistischen Industriepolitik!)