Kirchenkongress gegen Nichtlinke und AFD

kirstin_fehrsDie evangelische Nordkirche hat eine Botschaft, die so gar nicht christlich ist. Sie möchte sich nicht für ihre Schäfchen insgesamt einsetzen, sie möchte sich auch nicht gegen jeglichen Extremismus einsetzen, schon gar nicht gegen den vorherrschenden Linksextremismus. Sie will sich, ganz EU-Mainstream, verstärkt gegen alles einsetzen, das rechts von rot/grün verortet werden kann.

(Von Alster)

Unter „Vernetzung“ meldet die Presse:

„Erster Kirchenkongress gegen Rechtsextremismus“

Die evangelische Nordkirche veranstaltet im Herbst den ersten Kongress „Kirche und Rechtsextremismus im Norden“. Eröffnet wird er von Bischöfin Kirsten Fehrs. Ziel ist, kirchliche und nicht kirchliche Initiativen in Norddeutschland zu vernetzen und kirchliche Leitungsgremien für das Thema zu sensibilisieren. Der Kongress findet am 5. und 6. September im Christophorus-Haus Bäk bei Ratzeburg statt und soll künftig einmal im Jahr veranstaltet werden.

Will man sich anmelden, gelangt man nicht nur zu kirchlichen, sondern auch zu anderen unappetitlichen Netzwerken, wie der Amadeu Antonio Stiftung oder dem „Netz gegen Nazis“. Man fragt sich, womit diese Netzwerke, die sämtlich vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert werden, sich laut Kongress noch vernetzen sollen?

Das Netzwerk „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus für Demokratie und Menschenrechte“ (BAG K+R), ist ein Zusammenschluss von Initiativen, Organisationen und Arbeitsgruppen und will mit seiner Arbeit gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit innerhalb und außerhalb der Kirchen benennen, ihnen konstruktiv entgegentreten und sie überwinden. Dazu verlinkt sie weiter zu zwei Handreichungen.

Da wird nun nicht die Hand gereicht, sondern sich gar nicht vorurteilsfrei über Andersdenkende geäußert, damit man sie ausgrenzen oder gar wahlbekämpfen kann.

Handreichungen zu rechspopulistischen Parteien im Europawahlkampf:

Am 25. Mai 2014 finden in der Europäischen Union Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Auch im Wahlkampf in Deutschland wird deutlich, dass Ressentiments und ablehnende Vorurteile gegen Migrant_innen, Flüchtlinge, Muslime und andere Minderheiten bis weit in die gesellschaftliche Mitte der Bundesrepublik reichen. Im Vorfeld der Europawahl versuchen rechtspopulistische Parteien und Bewegungen, mit diesen Ressentiments zu punkten und in die Lücke zwischen rechtsextremen Demokratiefeinden und demokratischen Volksparteien vorzustoßen. In Deutschland bemüht sich insbesondere die Alternative für Deutschland (AfD) darum, diejenigen Wähler_innen an sich zu binden, die für rassistische und menschenfeindliche Positionen empfänglich sind.

Zwei Handreichungen, die sich mit Rechtspopulismus u.a. am Beispiel der AfD auseinandersetzen:

In der ersten Handreichung wird wie gehabt über die vermeintlich gefährliche AfD hergezogen.

Was will die AfD? – An einer sachlichen Diskussion über die mit der Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union verbundenen Chancen und Herausforderungen ist die Alternative für Deutschland nicht interessiert – Vielmehr nutzt sie die in einigen – insbesondere wirtschaftlich schwachen Kommunen mit der Einwanderung aus Rumänien und Bulgarien verbundenen Probleme, um Wähler_innenstimmen zu mobilisieren. Dabei greift sie auf rassistische Zuschreibungen gegen die Minderheit der Roma zurück. Und bleibt dabei nicht stehen. Zunehmend geraten auch Muslime, Flüchtlinge sowie Schwule und Lesben ins Visier der AfD. Auch dabei bedient sich die Partei Ängsten, Vorurteilen und Unterstellungen, die bis weit in die Mitte der Gesellschaft reichen.

Die zweite Handreichung ist eine Art Kindergarten-Wahlkampfbroschüre mit dem Titel „Europa sind wir, 12 Gründe gegen Nationalismus und Populismus“. Mit Parolen wie: „Nationale Parlamente bestimmen Europas Gesetze mit bis Ohne Euro wird die Krise größer“, wird vor den Rechtspopulisten gewarnt, denn sie könnten schnell zu Rechtsextremen mutieren.

Lustig ist diese Warnung vor geldgierigen Anti-EU-Politikern:

Europa darf nicht zur Finanzquelle der Rechten werden – Rechtspopulisten sagen: Wählt uns, wir kümmern uns um Euch – Richtig ist: Anti-Europa-Politiker benutzen das EU-Parlament als Trojanisches Pferd für nationalistische Ziele – sie üben nicht nur politischen Einfluss aus, sondern erhalten auch beträchtliche finanzielle Unterstützung aus den Mitteln der EU. Je weniger Stimmen auf rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien entfallen, desto weniger Geld können sie aus Europa auf ihre Konten leiten.

Wir sind ja schon viel von den Kirchenvertretern gewohnt, aber diese Angst vor Bürgern mit gesundem Menschenverstand ist schon beängstigend. Wer Trostbriefe schreiben möchte, findet allerlei Netzwerk-Adressen hier.

Kontakt:

Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland
Kirchenleitung

Münzstrasse 8-10
DE-19055 Schwerin
E-Mail: info@kl.nordkirche.de

(Im Bild: Bischöfin Kirsten Fehrs, seit 15. November 2011 Bischöfin der Nordkirche im Sprengel Hamburg und Lübeck)