Rentnerin muss Asylbewerbern weichen

„Deutschland gehört allen“, war gestern an einem Infostand der SPD im Ruhrgebiet zu hören. Diese Erfahrung muss jetzt auch eine Rentnerin (Foto r.) im Eutinger Tal, Landkreis Freudenstadt (Baden-Württemberg), machen, die in einer Notunterkunft der Stadt wohnt.

Seit 24 Jahren lebt sie in der Obdachlosensiedlung, strandete dort einst nach ihrer Scheidung. Bis dahin hatte sie Fremdenzimmer vermietet. Den Kontakt zu ihren drei Kindern hat sie verloren, eine Tochter starb. Der zierlichen Frau mit den grauen Haaren versagt die Stimme unter Tränen, als sie den Brief, datiert vom 6. Mai, vom Amt hervorholt und auf den Küchentisch legt. Die 75-Jährige soll nunmehr laut Pforzheimer Zeitung innerhalb von drei Wochen aus ihrer kleinen Wohnung mit Einzelofen umgesetzt werden, so heißt das im Beamtendeutsch, damit dort weitere Asylbewerber beherbergt werden können.

Sicherlich wird der armen Frau zum Ausgleich jetzt eine komfortablere Wohnung angeboten. Dann sollte sie sich über die „Umsetzung“ freuen. Nicht alles im Leben ist immer nur negativ … (VB)