Video München: „Leck mich am Arsch“ Prozess – wie viel Goethe und Mozart sind erlaubt?

metropolMitte April war Berufungsverhandlung für den „Leck mich am Arsch“-Prozess vor dem Münchner Landgericht. Nach fünf (!) Stunden Verhandlung und dem Verhör von drei Zeugen (zwei Polizisten und einer Aktionsteilnehmerin) wurde ich erneut schuldig gesprochen. Dem Ersinnen der Staatsanwältin Henkel, die gleich eine Verdreifachung der in der ersten Instanz vom Amtsgericht verhängten Strafe von 800 auf 2400 Euro verlangte, wurde allerdings auch nicht stattgegeben. Mein Anwalt hat umgehend Revision eingelegt. Zu der erstinstanzlichen Verurteilung hat die Südwest-Presse Ende Februar einen Artikel veröffentlicht.

(Von Michael Stürzenberger)

Darin wird die Verwendung des LMAA-Zitates ausführlich beschrieben. Sein literarischer Ursprung kommt vom Dichter Johann Wolfgang von Goethe im „Götz von Berlichingen“. Auch der große Komponist Wolfgang Amadeus Mozart griff auf den Spruch zurück und schrieb 1782 den sechsstimmigen Kanon „Leck mich im Arsch“. Vor dem Amtsgericht Ehingen wurde 2009 ein Taxi-Unternehmer freigesprochen, der „Leck mich am Arsch“ zu einer Kundin sagte, die aufgrund eines verspäteten Taxis einen Zug verpasst und verlangt hatte, ohne Aufpreis zum Zielort gefahren zu werden. Aber in Bayern ticken die Uhren nunmal anders – vor allem, wenn es um vermeintliche „Rechtspopulisten“ geht – wie auch die Südwest-Presse feststellt:

Weniger glimpflich wäre er womöglich in Bayern davon gekommen. „Leck mich doch am Arsch“, beschied der Rechtspopulist Michael Stürzenberger dort einem Polizeibeamten. Vor Gericht sagte er, er habe lediglich das „Götz-Zitat“ gebraucht, das gerne bei Gefühlsausbrüchen verwendet werde. Der Richter sah das etwas anders: Das Verb „Leck“ am Anfang habe Aufforderungspotenzial. In Bayern sage man „Mi leckst am Arsch.“ Der Angeklagte solle sich „sprachlich integrieren“ – und 800 Euro Strafe zahlen.

Hier der gesamte Artikel der Südwest-Presse. In den beiden folgenden Videos ist dokumentiert, was in München vorgefallen ist:

Alle vorgebrachten Argumente und Schilderungen des Geschehens wurden vor dem Landgericht München ignoriert. Die Richterin folgte der Aussage des Polizei-Einsatzleiters, der sich offensichtlich persönlich beleidigt fühlte. Nun warten wir auf den Bescheid der Revision.

In München scheint wohl ein großes Interesse daran zu bestehen, mich irgendwann vorbestraft zu sehen. Mein letztes Konto in Österreich wurde übrigens ohne Angabe von Gründen fristlos gekündigt. Hier das Neue für Unterstützung:

Oberbank Salzburg
IBAN: AT911509000391093002
BIC: OBKLAT2L
Michael Stürzenberger

Paypal:
stuerzenberger.michael@gmail.com

(Kamera: Vladimir Markovic)