Wegen Erdogan-Besuch: Arbeiter hängen rund um Lanxess-Arena Pro Köln-Plakate ab

Es klingt ungeheuerlich, ist aber in der rot-verfilzten Metropole Köln wohl fast schon „normal“: Um dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan und seinen Anhängern heute den Anblick von durchgestrichenen Moscheen zu ersparen, wurden am Freitag Morgen sämtliche Wahlplakate der Bügerbewegung Pro Köln von einem extra angeheuerten Arbeitstrupp (rot umrandet) seelenruhig abgehängt. Selbst die dem Dumont-Verlag angehörende Kölnische Rundschau ist fassungslos:

Vor dem Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan am Samstag in Köln wurden am Freitagmorgen zahlreiche Wahlplakate der rechtsgerichteten Bürgerbewegung „pro Köln“ auf öffentlichen Straßen rund um die Lanxess-Arena entfernt. Die Aktion ist nun ein Fall für den Staatsanwalt. „Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Sachbeschädigung und/oder des Diebstahls und der Wahlbehinderung eingeleitet“, sagte Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn der Kölnischen Rundschau.

Am Freitagmorgen fuhren zwei Mitarbeiter einer Firma mit einem Hubwagen Straßen rund um den Veranstaltungsort ab und entfernten die Wahlwerbung. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die Arbeiter dafür einen Auftrag erhalten haben.

„Sie werden es nicht auf eigene Veranlassung getan haben“, sagte der Ankläger. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem klaren Zusammenhang mit dem umstrittenen Besuch des türkischen Ministerpräsidenten aus. Es sei eine professionell durchgeführte Aktion gewesen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Die Personalien der Arbeiter seien aufgenommen worden, sie gelten derzeit als Tatverdächtige in dem Fall. „Nun gilt es zu klären, wer den Auftrag für die Entfernung der Plakate gegeben hat“, ergänzte Willuhn, der bei der Behörde für die Bearbeitung von politischen Straftaten zuständig ist. Die Beseitigung von Wahlwerbung sei strafbar. Die Lanxess-Arena, in der Erdogan am Nachmittag auftritt, gab zu dem Fall keine Stellungnahme ab. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu dieser Thematik aktuell nicht äußern werden“, erklärte der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Was nicht anders zu erwarten war… Geäußert hat sich aber der Generalsekretär von Pro Köln, Markus Wiener, zu dem Fall: „Es gilt umgehend zu klären, ob die medialen Spekulationen zutreffen, dass hier mitten in Deutschland Erdogans Lakaien und damit die fünfte Kolonne Ankaras kriminell in den Wahlkampf eingegriffen haben, indem sie die Plakate der PRO-Bewegung massenhaft abhängen ließen. Wenn sich das bewahrheiten sollte, hätten wir einen politischen Skandal aller erster Güte, der weit über Köln hinaus reichen würde!”