Für Merkel D-Day ein „Tag der Befreiung“

D-DayBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Landung der Alliierten in der Normandie vor 70 Jahren als „Tag der Befreiung“ gewürdigt. Der sogenannte D-Day möge ein Ansporn sein, weiter gemeinsam für das Gelingen Europas einzutreten. Für ein Europa, in dem die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren gelte, schrieb Merkel in einem Beitrag für die französische Zeitung Ouest France. „Der 6. Juni ist ein Tag der Befreiung, aber auch der Demut und Dankbarkeit angesichts der gewaltigen Opfer, zu denen die Alliierten bereit waren“, betonte die Kanzlerin. An diesem schicksalhaften Tag spiegle sich die Entschlossenheit der freien Welt wider, Terror und Unterdrückung zu trotzen und eigene Werte und Überzeugungen zu verteidigen. Hunderttausende Menschen hätten hierfür den höchsten Preis gezahlt. Sie seien nie zu ihren Familien zurückgekehrt…

Soweit dieser Artikel in der JF! Leider war die Invasion in der Normandie auch der Beginn zahlreicher Kriegsverbrechen an Franzosen und deutschen Soldaten. Die Alliierten haben nämlich nicht nur französische Innenstädte bombardiert und dort Hunderte von französischen Zivilisten getötet, sondern auch in der ersten Zeit keine Gefangenen mehr gemacht. Das heißt, wer als deutscher Soldat den Alliierten in den ersten Tagen nach der Invasion in die Finger kam, wurde mit ziemlicher Sicherheit erschossen, da er als Ballast galt, den man nicht mitschleppen konnte, was trotzdem ein eindeutiges Kriegsverbrechen ist.

Mehrere deutsche Zeitungen haben in den letzten Tagen die Erinnerungen von amerikanischen oder britischen Soldaten gebracht. Besser wäre es gewesen, auch mal die Erinnerungen von deutschen Soldaten während dieses Kriegsabschnitts zu bringen. Man hat schon das Gefühl, die Qualitätspresse ist nicht mehr deutsch, sondern tut so, als ob sie schon immer zu den Guten gehört habe. Im übrigen finde ich die Teilnahme deutscher Politiker an alliierten Siegesfeiern, sei es auf dem Roten Platz, wo Merkel auch schon mal gerne neben Putin stand, sei es in der Normandie oder sonstwo, deplatziert. Und auf das EUdSSR-freundliche Geschwätz bei solchen Gelegenheiten kann man auch verzichten!