Kulturlose Nackte in der Öffentlichkeit

sonnenanbeterHilfe, sie sind wieder da! Immer wenn die ersten Strahlen der Sonne vom Sommer mit seinen heißen, sengenden Tagen und lauen, lüsternen Nächten künden, dann tauchen sie auf: schwitzende Menschen, die sich die Kleider – oder was sie dafür halten – vom Leibe reißen, um sich im Freien niederzulassen und ihrer madenblassen Haut einen Ton zu verschaffen, der jedes Grillhähnchen vor Neid erblassen ließe, wäre es noch am Leben. Nicht, dass sie nicht in Freibädern oder an Badestränden sitzen dürften – das sei ihnen gestattet. Doch sie scheinen Plätze und Parks, verkehrsumtoste Inseln und Grünstreifen im städtischen Raum zu bevorzugen.

So sieht man sie allenthalben: tätowierte Berserker mit perlmutternen Krallen an schmutzigen Zehen und gepiercten Brustwarzen auf dem Berliner Ernst-Reuter-Platz, verblühte Fünfzigjährige mit welken Leibern und stattlichen Proportionen im Tiergarten, Frauen, die auf der Wiese am einstmals vornehmen Victoria-Luise-Platz ihre Schwangerschaft wie eine ausgepackte Waschmaschine vor sich hertragen, dann und wann von einem männlichen Exemplar der Achtundsechzigergeneration betrachtet… (Fortsetzung bei Schuster in der WELT!)