Stuttgart: Minister schafft Zigeunerschnitzel ab

ZigeunerschitzelWenn die Zigeuner nörgeln, eilt der Michel gleich herbei um sie politkorrekt zu bedienen. im Stuttgarter Innenministerium war das Zigeunerschnitzel bislang fester Bestandteil des Kantinenspeiseplans. Das gefiel aber wiederum den Namensgebern nicht, also verlangt Innenminister Reinhold Gall (SPD, Foto l.) von der Cateringfirma flugs die Umbenennung das besagten Schnitzels. Er folgt damit der Kantine des Stuttgarter Rathauses, denn dort ging man den Schritt schon vor einigen Jahren, ebenso in Hannover.

Die BILD-Zeitung berichtet:

Bislang war es fester Bestandteil des Kantinen-Speiseplans im Stuttgarter Innenministerium: das „Zigeunerschnitzel“. Eine derart umstrittene Spezialität auf den Kantinentabletts einer Behörde? Das sorgt für Kopfschütteln – und jetzt auch für ein Umdenken.

Donnerstag war es wieder so weit: Auf dem Speiseplan der 450 Ministeriums-Mitarbeiter: „Schweineschnitzel ‚Zigeuner Art‘ mit feuriger Paprika-Zwiebelsoße“.

Arnold Rossberg (64) vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma (Heidelberg) findet das bedenklich. „Es wäre vielleicht besser gewesen, den Zusatz ‚nach Zigeuner Art‘ hier wegzulassen, da die Soße auch so schon treffend beschrieben ist. Das wäre eine Frage des Respekts, nicht juristischer oder politischer Zensurforderungen.“

In einem Schreiben an die zuständige Catering-Firma heißt es jetzt: „Da Sinti und Roma in der Verwendung dieses Begriffs eine Diskriminierung sehen, möchte ich Sie bitten, künftig eine andere Bezeichnung, etwa ‚Balkan-Schnitzel‘, zu verwenden oder nur auf die ‚feurige Paprika-Zwiebelsoße‘ hinzuweisen.“

Tja liebe Stuttgarter, wenn es schon mit dem Bahnhof und dem Bildungsplan nicht so richtig vorwärts gehen will, kann man sich ja mal auf dem Gebiet der Integration vorwärts tasten. Den Namensrechtsinhabern des deftigen Schnitzels wünschen wir, dass dieser großartige Schritt einen entscheidenden Beitrag zur Integration ihrer Landsmannschaft in die deutsche Gesellschaft leisten wird.