ISIS erobert immer mehr Infrastruktur

ISIS-KämpferDer Eroberungsfeldzug des „Islamischen Staats“ (IS, vormals ISIS) nimmt im Irak immer bedrohlichere Züge an. IS hat im Norden des Landes eine panische Massenflucht ausgelöst. Sie wollen dem reinen, unverfälschten Islam zur Herrschaft verhelfen, da ist alles ungläubig, was nicht ihrer strengen Ideologie angehört. 200.000 Menschen flohen nach Angaben der Vereinten Nationen in das Sindschar-Gebirge im Westen Mossuls. Die meisten Flüchtlinge waren Mitglieder der religiösen Minderheit der Jesiden. Fliehen sie nicht, werden sie gnadenlos getötet.

Jüngst hat IS zwei weitere Ölfelder in ihre Gewalt gebracht und die Städte Sindschar, Sumar, Wanar sowie mehrere Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht. Bedroht ist nun auch eine wichtige Ölpipeline zwischen dem Irak und der Türkei. Weiterhin hat IS auch den Mossul-Staudamm, den größten und wichtigsten Staudamm des Landes, unter seine Kontrolle gebracht.

Die Zeit berichtet:

Die kurdischen Peschmerga-Truppen hätten sich aus den Städten an der Grenze zurückgezogen, sagte ein Vertreter der Patriotischen Union Kurdistans, Cheiri Sindschari. Die IS-Kämpfer hätten ihre Flagge über den Behördengebäuden gehisst.

Hunderte Familien der kurdischen religiösen Minderheit der Jesiden flohen aus ihren Häusern, nachdem die Extremisten ihre Heimatorte eingenommen hatten. In den betroffenen Gebieten nördlich und westlich der Großstadt Mossul brachen Panik und Chaos aus. „Die Bewaffneten bringen uns alle ohne Gnade um“, sagte ein Bewohner. Die Extremisten hätten etliche Menschen festgenommen. Die Flüchtlinge suchten in den benachbarten kurdischen Autonomiegebieten und im Sindschar-Gebirge Schutz.

Die Terrorgruppe betrachtet die Jesiden als „Ungläubige“. Irakische Medien meldeten, die sunnitischen Extremisten hätten jesidische und schiitische Schreine gesprengt und zehn schiitische Kurden hingerichtet.

Ende der Woche war die Terrorgruppe auch im benachbarten Syrien näher an die mehrheitlich von Kurden bewohnten Gebiete herangerückt. Dort hatten die Extremisten einen Militärstützpunkt in der Nähe der Stadt Hasaka eingenommen. In Syrien flohen nach heftigen Angriffen der Armee mit Artillerie und Raketen rund 5.000 Menschen aus mehreren Dörfern in der Nähe der ostsyrischen Stadt Dair as-Saur.

Der Islam ist eine friedliche Religion, irgendetwas muss ISIS da wohl missverstanden haben – oder wir verstehen einfach die islamische Definition von „Frieden“ nicht, der erst dann eintreten kann, wenn alle Welt islamisiert ist.