Stuttgart: Salafisten verteilen Koran vor und in Geschäften – Händler wehren sich

geschaefte1Wenn es um die Einnahmen geht, hört der Spaß auf. Jede Woche stehen sie da. In vielen deutschen Städten, so auch in Stuttgart. Salafisten werben mit der „Lies“-Aktion für ihr „heiliges“ Buch, den Koran. Die von den Aktionen der Salafisten betroffene Stuttgarter Geschäftswelt auf der Haupteinkaufsmeile Königstraße wehrt sich. Immer mehr Kunden beschweren sich, sogar schriftlich und wollen teilweise nicht einmal mehr zum Einkaufen in die Stadt kommen, um so den Belästigungen durch die Salafisten entgehen zu können.

Bettina Fuchs, Managerin der City-Initiative Stuttgart (CIS), bestätigt den Unmut im Handel: „Auch uns erreichen Beschwerden unserer Mitglieder, aber auch von großen Häusern.“ Alle Klagen hätten den selben Inhalt. Alle stört es, dass Kunden im direkten Umfeld eines Ladens angesprochen werden. „Manche gehen aus diesem Grund schon nicht mehr gerne in die Stadt“, sagt City-Managerin Fuchs, „wir finden das sehr bedauerlich.“

Salafisten der Lies-Stiftung verteilten auch im Buchladen Wittwer den Koran. Daraufhin erreichten den Wittwer-Geschäftsführer Rainer Bartle böse Briefe mit der Frage: „Macht Wittwer etwa mit den Salafisten gemeinsame Sache?“ Bartle reagiert seinerseits und schrieb einen geharnischten Brief ans Amt für Öffentliche Ordnung.

Im Wortlaut heißt es darin: „Die politische und religiöse Ausrichtung dieser Herrschaften müsste der Stadt und Ihnen bekannt sein. Demnach ist die wiederholte Erlaubnis als stillschweigende Unterstützung oder gedankenlose Schlamperei zu werten. Der nun zum dritten mal direkt vor unserem Haus befindliche Stand ist mittlerweile nicht nur geschäftsschädigend und imagegefährdend für uns, sondern schlicht als Unverschämtheit und klare Provokation zu betrachten. Für die Salafisten ist ein Stand vor dem prominentesten Buchhaus im Vergleich zu einem Nagelstudio oder einem Drogeriemarkt ein Traum. Schön dass Sie diesen Traum ermöglichen!“

Hier auf dem Foto wird ein Konvertit in seine neue Aufgabe eingewiesen, vielleicht morgen schon in Syrien:

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Dorothea Koller, Leiterin des Amtes für Öffentliche Ordnung sagt, dass ihr die Hände gebunden wären. Sie verweist auf die Sondernutzungsrichtlinien zur Innenstadt. Darin sei geregelt, dass die Stadt solche Infostände nach entsprechendem Antrag genehmigen müsse: „Verbote gibt es nur dann, wenn die Organisationen verboten sind oder kommerzielle Ziele verfolgen.“ Sei dies nicht der Fall, so Kölle, dürfe man auf dem Mittelstreifen der Königstraße auch Infostände aufbauen.

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Zum Fall der Salafisten, die direkt vor dem Buchhaus Wittwer ihren Stand aufgebaut hatten, sagt sie: „Wir haben dies der Organisation untersagt.“ Die Folge war: Die Salafisten rückten einen Samstag später ein paar Meter weiter Richtung Straßenmitte, blieben aber in unmittelbarer Nähe zum Buchhaus Wittwer.

Meist wird mit den Koranverteil-Aktionen auch die Königstraße auf ganzer Länge belagert, damit auch ja niemand den „Angeboten“ ausweichen kann, wie auf dem folgenden Bild eindrücklich zu sehen ist.

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Für Rainer Bartle bleibt die Sache auch so unerträglich und geschäftsschädigend. Selbst die neuste Nachricht, dass die Salafisten in den Monaten Oktober, November und Dezember vor einen anderen Laden in der Königstraße umziehen müssen, tröstet den Buchhändler kaum: „Dann trifft es eben einen anderen armen Hund auf der Königstraße“, sagt er und fragt sich: „Warum schickt man die nicht an den Marien- oder Ostendplatz?“

Heinz Reinboth von der Interessengemeinschaft Königstraße will sich damit nicht abfinden. Nach dem Vorfall mit den Salafisten fordert er:

„Hier ist eine Willensäußerung der Kommunalpolitik nötig, damit so etwas in Zukunft nicht mehr passiert.“ Mit anderen Worten: Die Königstraße als beliebte Einkaufsmeile brauche einen besonderen Schutz. „Am besten wäre es“, sagt Heinz Reinboth, „wenn sich die Bürgerschaft zur Wehr gegen solche Aktionen setzt, damit der Druck auf die Kommunalpolitik wächst.“

Wir sagen das schon lange. Wer sich dem Protest gegen den Gesinnungsterror durch Salafisten anschließen will, kann das hier tun:

» Ordnungsbürgermeister
Martin Schairer (CDU)
Tel.: 0711/216-60625
Fax: 0711/216-0627
martin.schairer@stuttgart.de