imageIn einer Amazon-Werbung steht über eine Interrail-Broschüre: Das Interrailticket, ein Dauerbrenner seit über fast vierzig Jahren, stellt eine der günstigsten und nettesten Reisemöglichkeiten zum Kennenlernen Europas dar. Interrail ist eine Phase im Leben, die jeder einmal durchläuft. Mit dem Rucksack unterwegs, neugierig, fremde Länder zu entdecken… und so weiter. Und wie sieht die Praxis – zumindest manchmal – aus? Auf der Fahrt von Dresden nach Prag schliefen irgendwo neben mir drei Schweizerinnen fast durchgehend mit Stöpseln im Ohr, offensichtlich schon seit Berlin. Eine wollte noch ihre Füße auf meinen Sitz legen, vom malerischen Elbsandsteingebirge sahen sie nichts, falls gerade eine wach war, glotzte sie nur auf ihr Handy, nie aus dem Fenster.

In Prag wachten dann alle auf, eine sah den Fluß und fragte, ob das die Donau sei oder die Wolga. Die richtige Antwort suchten sie nicht, und es war ihnen egal. Wenig später in einem anderen Zug: ein Däne fragt ein spanisches Pärchen, wo sie herkommen. Salamanca war die Antwort. Wo ist das, fragte der Däne und danach, wieviele Einwohner hat es. Die Spanier wußten keine Antwort, was die Bevölkerungszahl anging, obwohl sie offensichtlich in Salamanca studierten. Das war auf den letzten Metern, bevor der Zug hielt, sonst hatten sie auf der ganzen sechsstündigen Fahrt von Budapest bis Zagreb kein Wort miteinander gesprochen.

Irgendwie hatte ich mir das Kennenlernen Europas per Interrail anders vorgestellt. Aber zu einem Job bei der EU wird es reichen! Die in Brüssel wissen auch nicht mehr!

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49 KOMMENTARE

  1. Das Problem, daß die heutige Jugend (auch die Gymnasiasten)zum größten Teil ungebildet ist liegt daran, daß auch ihre Lehrer strohdumm sind. Das sind sogenannte Fachidioten, die außer den Fächern, die sie studiert haben, nichts, aber auch gar nichts wissen. Und diese Leuchten sitzen dann irgendwann durch ihr Parteibuch in den Landesregierungen/Bundestag. Da muss man sich nicht wundern daß in D alles Sch….ist.

  2. Tempora mutantur….hatte kürzlich ein ähnliches Erlebnis mit zwei Kanadierinnen auf dem Weg nach Berlin.Meine interrail-Reise vor gut 35 Jahren möchte ich trotzdem nicht missen.Im Zug haben wir immer gepennt,um die Unterkunftskosten zu sparen. Ich war sogar im Louvre und versuchte das Lächeln der Mona Lisa zu ergründen.(bei den leibhaftigen Französinnen gelang es besser)Meine Tochter ist jetzt mit work away unterwegs.Es gibt also auch interessierte Jugendliche.Bin aber auch schon froh, wenn sie nicht mit dem Handy vorm Gesicht beim Gehen auf das Gleis stürzen.

  3. Das erinnert mich ein wenig an eine Sendung letzte Woche im Fernsehen.
    Da wurden aktuellen Einser Abiturienten/innen ganz banale Allerweltsfragen gestellt, wie läppische Prozentrechnungen.
    Persönlichkeiten auf Bildern wie George Harrison bzw. Ex – Kanzler – Depp Schröder wurden nicht erkannt!
    Einer/Eine blöder als der/die andere!
    Sowas Blamables habe ich noch nie gesehen.

  4. #2 Altenburg (25. Aug 2014 09:15)

    Mir wäre es lieber, die Augen in Deutschland häufig geschlossen zu halten, so unerträglich ist inzwischen so Vieles!!!

  5. #6 von Politikern gehasster Deutscher (25. Aug 2014 09:25)

    der/die ANDERE natürlich groß geschrieben!!!
    Mist!
    🙂 🙂

  6. Mit 19 Jahren war ich auch Interrailen. Alles was mich interessiert hat waren Mädels und Partys, und Mädels auf Partys abzuschleppen.

    Das war eine super Zeit, ich hab gesoffen und gepimpert bis zum Abwinken. Dann ein paar Stunden Schlaf im Zug oder der Jugendherberge und weiter im Text! 😉

    Lass doch den jungen Leuten doch ihren Spaß.

    semper PI!

  7. Ein dümmlicher Artikel!
    Bei Interrail geht es um das günstige Vorankommen. Deine Schweizer werden wohl sicher mal aus dem Zug steigen und die Gegend erkunden, oder?
    Ich bin früher getrampt. Da war das Highlight auch nicht die Konservation mit dem Fahrer.

  8. Für mich verkündete Jesus eine Grundbotschaft:
    „Vertraut euren Sinnen und benutzt euer Gehirn!“

    Wenn ich meine Frau oder eine Bekannte kutschiere, wundere ich mich, was die nicht sehen.

    Wenn ich über Dinge rede, die ich kurz zuvor gesehen habe, fragen sie mich, über was ich spreche. Dann frage ich: „Habt ihr das nicht gerade gesehen?“

    Dann ist eine Weile Ruhe, und dann geht das banale Geplaudere weiter.

  9. edit: #10 Fischbein (25. Aug 2014 09:37)

    Bitte Konservation gegen Konversation austauschen, dann stimmts wieder.
    Da bin ich sehr konversativ 😉

  10. Ich bin nie mit Interrail gefahren, dafür mit 16 Jahren (1959) mit dem Fahrrad von Kleve/Ndrh. nach Leicester, Mittelengland , 1962 mit dem Motorrad (150ccm) nach Spanien bis Barcelona, 1963 wieder mit dem Motorrad nach England, habe überall nette und hilfsbereite Leute kennengelernt, aber eben nicht im Dutzend, war meinerseits aber auch immer freundlich und hilfsbereit. Alle Reisen waren ein wirkliches Erlebnis ohne Handy und doppelten Boden.

    Jetzt lebe ich in Spanien und war letztes Jahr wieder mal mit dem Motorrad (700ccm) in Deutschland, es war immer noch ein Abenteuer, aber mit Handy, man wird ja älter, aber Interrail ist heute für mich auch aus alterstechnischen Gründen keine Alternative mehr. … und das ist gut so!

  11. Je weniger man weiß und mitkriegt, umso besser ist es doch mittlerweile, da eh kaum was zu ändern ist.

    Gut, irgendwann wird man von den dann herrschenden Verhältnissen unangenehm überrascht, aber vorher konnte man bequem und ohne Sorgen leben. Hat doch auch was.

  12. Diese ungewaschenen Pädagogik- und Sozialstudent_innen auf dem Foto reisen bloß von einer Party zur nächsten, um sich ihren stark frequentierten Unterleib hobeln zu lassen und möglichst viel Alkohol in die pseudo-intellektuelle Birne zu schütten.

    Die Landschaft, Kultur und Identität Europas interessiert die so viel, wie einen Freier die Geburtsurkunde der Nutte.

  13. Für die meisten Eisenbahnreisenden ist das Ziel das Wichtigste, nicht der Weg.
    Daher auch der Trend in Großstädten jegliche Eisenbahnanlagen in den Untergrund zu verbannen, nicht nur S und U Bahn.

    Weiterhin war auch vor 25 die Mehrheit der Freizeiteisenbahnfahrer nur am Ziel interessiert, also es gab aus meiner Sicht keine große Mentalitätsveränderung, außer dass der Ausfall von Klimaanlagen mittlerweile als Katastrophe wahrgenommen wird.

    Und: aus Erfahrung kann ich sagen, dass man auf den Sitzen tschechischer Eisenbahnwagen hervorragend schlafen kann, ganz im Gegensatz zu diesen Ergonomiemonstern im ICE.

  14. Auch ich habe in meiner Jugend begeistert „Interquäl“ gemacht und dabei preisgünstig Land und Leute kennengelernt.

    Heute gibt es nur noch wenige durchgehende internationale Züge, der Nachtzugverkehr in Deutschland steht kurz vor dem Aus, Abteilwagen, wo man bei ausgezogenen Sitzen gut schlafen konnte werden immer seltener und fliegen ist billiger und schneller, wenngleich man nichts mitbekommt von der Welt.

    Gefährlich ist es auch geworden, besonders Nachts auf den Bahnhöfen.

    Daß es „Interrail“ überhaupt noch gibt ist ein kleines Wunder.

  15. Was ist „Allgemeinbildung“?

    Die Antwort hat sich mit Sicherheit in den letzten Jahrzehnten verschoben.
    Leider vermehrt in den Bereich der wirklich und wahrhaftig subrelevanten Themen.

    Persönlich habe ich gute und viele Kontakte zu Lehrern.
    Nehmen wir gleich die grausamste Hürde:
    Geschichte!
    Meiner Treu, wie sich gestandene Geschichtslehrer die letzten hundert Jahre erklären – ist ein echter Brüller.
    Da sind ganze Weltkriege losgebrochen ohne jeden wirtschaftlichen Hintergrund – „Keppler-Kreis?“ – nee, kenne ich nicht.
    Und selbst die „Finanzkrise“ aus 2008 wird nicht mit dem Fach Geschichte in Verbindung gebracht.
    Außenhandelsbilanzen und EU? – Was ist eine Außenhandelsbilanz? – hat auf jeden Fall nichts mit der EU zu tun!

    Nein, den armen Kindern ist kein Vorwurf zu machen – den Lehrern aber irgendwie auch nicht.
    Fazit: Wir haben eine systembedingte Verblödungskrise.
    Unsere jungen Menschen verherrlichen Pop-Stars und Leute aus dem Promi-Container.
    Gerade hat eine Frau die höchste Ehrung für ihre mathematischen Studien erhalten – interessiert aber nicht!
    Urlaub machen die jungen Unterschichtler auf „Malle“ oder sonst weit, weit weg.
    Wie bitte? – Wo Rügen liegt?
    Ist das nicht seit Jahrzehnten polnisch?

  16. Ich selber bin auch mal mit dem Nachtzug von Dresden nach Wien gefahren und war der einzige der bis Prag wach war um die schöne Stadt nachts zu sehen, alle anderen schliefen.
    Ich glaube die Leute wollen einfach nur mal zeigen: Hey ich bin durch das kulturvolle Europa gereist, aber mitgenommen haben sie nichts.

  17. Ich habe bei der Allgemeinbildung den Eindruck, dass sich das Gewicht erheblich in den Bereich „Sozial“ verschoben hat. Naturwissenschaftliche Fächer werden mit Allgemeinbildenden Fächern zusammengefasst und bis zur 7.ten Klasse liegt der Schwerpunkt auf den sozialen Themen. Bis dahin hat die Flegelphase endgültig eingesetzt und der Rest kommt wenn überhaupt nur noch bei einer Minderheit an.

  18. Die jungen Leute sind auf der Suche, waren wir auch mal. Aber je weiter sie – mit den heutigen Möglichkeiten – herumkommen, desdo orientierungsloser werden sie. Schuld daran ist die Käfighaltung im modernen streng überwachten Wohlfahrtsstaat ohne Eigenverantwortung. Man will nur auch da gewesen sein und ein sogen. ‚has been‘.

  19. Da muss man nicht Interrail fahren um solche Sachen zu erleben… genügt schon ein ganz normaler Interregio-Zug oder die U-Bahn in einer Großstadt.

  20. Die Entwicklung im Bahnverkehr war vorhersehbar: Nachtzugverbindungen wird es nur noch international geben, rein deutsche Verbindungen lohnen sich kaum noch, da ein ICE Netz zur Verfügung steht, das die gleiche Strecke in erheblich kürzerer Zeit schafft und für die Nachtverbindung nur das Billigsegment bleibt.
    Wenn man z.B. heute von Südbaden nach Hamburg fährt sind das über Nacht 9 Stunden, tags 6 Stunden. D.h. man fährt sehr früh los und hat trotzdem den ganzen Nachmittag komplett zur Verfügung.

    Dass die Bahnanlagen/-höfe so runter gekommen sind hat schlicht und einfach finanzielle Gründe. Ist uniformiertes Personal vor Ort, ist das eben eine ganz andere Atmosphäre, als wenn das nur Kameras und Automaten sind.
    Ein Schaffner im Zug erzeugt im Allgemeinen ein ganz anderes Benehmen als wenn es höchstens einen Notrufknopf gibt.

    Es ist nun mal leider so, dass die zahlende Kundschaft scheinbar mehr Wert auf Geschwindigkeit, tolle Optik, knappe Anschlüsse setzt als eben auf miefige Wagen aus den 70ern, die zwar relativ zuverlässig gelaufen sind, aber mittlerweile derartig mit Sicherheitstechnik vollgestopft wurden, dass der kleinste Ausfall den ganzen Wagen unbrauchbar macht.

  21. OT: Die Stadt Köln hatte vor einigen Wochen das Bonotel für mehrere Mio erworben, um aus dem Hotel ein Flüchtlingsheim zu machen. Heute berichtet der Express (bisher nur Print, Artikel ist auf der letzten Seite), dass die ca 30 Mitarbeiter des Hotels ihren Arbeitsplatz verlieren.

  22. Sind die Neger aus Italien auch Interrailer?

    Australien machts richtig!

    Asylsuchende Kinder interniert in Camps und keine dauerhaften Aufenthaltsgenehmigungen für Familien – diese Maßnahmen seien „effektiv“, um andere Flüchtlinge davon abzuhalten, in Boote nach Australien zu steigen: So rechtfertigte Einwanderungsminister Scott Morrison die harte Politik der australischen Regierung gegenüber Asylsuchenden.

    Auch wenn die Gutmenschen Camps „uncool“ finden!
    Auch in Deutschland sollte es solche Camps geben. Das würde die Flut schon mal mächtig eindämmen.

    http://www.dw.de/fl%C3%BCchtlingsrat-australien-verletzt-die-un-kinderrechtskonvention/a-17875127?maca=de-rss-de-all-1119-rdf

  23. War auch Ende der 1970er Jahre mit dem Nachtzug von Basel nach Berlin unterwegs (nicht mit Interrail) in Winter. Habe (ganz gewollt) kein Auge zugetan ; war eine eindrückliche Fahrt (auch ein wenig beängstigend) für mich damals als junges Frau 20, noch zu DDR-Zeiten. Mitten in der Nacht stand eine ‚Uniformierte‘ an der Tür und verlangte den Ausweis, bei Halten des Zuges war jeweils die Polizei anwesend und kontrollierte den Zug aussen herum mit (Polizei-)Schäferhunden. Diese Fahrt vergesse ich nie!

  24. Ganz plakativ und auf die Spitze getrieben:

    Wissen ist voll Rechts!

    Die Realität ist voll Rechts!

    Interesse an Geschichte ist voll Rechts!

    Damit ist für mich ein weiterer Schritt zur Abschaffung des Abendlandes vollzogen. Es begann meiner Auffassung nach bereits mit Folgendem:

    Ästhetik ist rechts!

    „Schönheit“ ist verdächtig.

    Alles muss dysästhetisch „dekonstruktiert“ werden und vor allem ständig „ENTLARVT“ werden.

    Gleichzeitig passt aber keine der linken Schablonen auf die Realität – weder ästhetisch noch sonst irgenwie – die Realität ist der Feind der Ideologie und der greifbare Beweis für Falschheit linksideologischer Erklärungsansätze.

    Das, was mir das iphone liefert – in Form von Internetrealität oder in Form gegenseitiger Bestätigung der eigenen Verirrung durch „Freunde und Liker“ – gibt mir einen stabilen Rahmen. Die Realität da draussen ist verwirrend und wer sich mit ihr näher befasst… ist schnell „irgendwie angehaucht“, nicht zwangsläufig „rechts“, wer aber im Vorbeifahren Wälder als Buchen-, Kiefern- oder Fichtenwälder bezeichnen kann, ist doch schon irgendwie „komisch“. Wer im Vorbeifahren Kirchtürme anhand der Form in etwa datieren kann, ist doch schon „komisch“, wer im Vorbeifahren an historischen Orten im Erspüren des genius locii etwas von historischen Ereignissen murmelt, ist doch schon „komisch“.

    Ich war mit genau diesen „komischen“ Leuten damals auf Interrail-Tour.

    Wir fuhren an „komische“ Orte wie das Kloster San Juste oder nach Ravenna oder auch zum Lechfeld oder auch zu den Katharern oder blieben einfach eine Woche auf einem Bauernhof in den Abruzzen. Wir sind noch viel gewandert und haben uns nicht von Hostel zu Hostel karren lassen…

    Und „Party“ hatten wir auch, wir nannten es nur „Saufen in der Dorfkneipe!“ 🙂

    Ach ja, schön war Europa in den 80er Jahren :))

  25. Ich kenne Lehrer, die lachend und stolz und fast erleichtert sagen, dass sie von Geschichte „Null-Ahnung“ haben.

    Gerade mal den Anfang und das Ende des 2. Weltkriegs hätten sie noch drauf, ansonsten – (lustig mit der Hand abwinkend) Totalausfall. *Lach*

    Was ich da noch heraushörte war fast so etwas wie eine Befreiung: Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss…

    Ich fieser Miesepeter hakte natürlich sofort nach: Und? Wie sind denn die Daten des WKII?

    Sie: „ja, von 39 bis 45“

    Ich: Daten!! Keine Jahreszahlen!

    Sie: *LACH* Fehlanzeige! …äh Moment: 8. Mai war der Krieg aus.

    Ich: Und jetzt mal scharf nachgedacht…. wie sieht es mit dem ERSTEN Weltkrieg aus?

    Sie: …Irgendwie bis 1918 oder 19 oder?

    Ich: bis 18 aber egal. Geschichte kann ja auch unnötig belasten *lllaaach** … aber wie siehst Du die Rolle Deutschlands in Europa in Bezug auf Krieg und so in den letzten Jahrhunderten?

    Sie: Ziemlich negativ!

    Ich: Wie kannst Du das beurteilen, wenn Du ausser drei-einhalb Jahreszahlen keinerlei Ahnung von Geschichte hast? Woher nimmst Du das Wissen?

    Sie: Komm! Ich mein, das ist doch wohl klar, dass „Deutschland auch viel Scheisse gebaut hat“ in der Geschichte.

    ….und schon war ich wieder „der Komische“ :))

  26. Gleiches erlebte ich letzen Herbst im Bus.
    Ein wunderbarer Herbsttag, blauer Himmel, traumhafte Herbstfärbung, eine Wohltat für die Augen! Die jungen Leute im Bus hatten alle ihre Mobiltelefone in der Hand und bekamen ringsum nichts mit. Vermutlich gugelten sie gerade „Herbst“.

  27. Auf der Fahrt von Dresden nach Prag schliefen irgendwo neben mir drei Schweizerinnen fast durchgehend mit Stöpseln im Ohr, offensichtlich schon seit Berlin.

    Ist schon nicht schlecht, gleich mit drei Schweizerinnen zu schlafen.
    Die Schweizerinnen sind meistens hübsch. 😀

    Eine wollte noch ihre Füße auf meinen Sitz legen,…

    Die würde ich gleich zu mir nehmen.
    😀 😀 😀

    In Prag wachten dann alle auf, eine sah den Fluß und fragte, ob das die Donau sei oder die Wolga.

    Das passiert leider, wenn man im Lande keinen richtig großen Fluss hat, sondern nur Berge. 😀

    Aber halb so schlimm.
    In Amerika können die meisten Tschechien von Tschetschenien nicht unterscheiden, was bei Plannungen der bunten Revolutionen eine fatale Rolle spielt.

  28. Auf der Fahrt von Dresden nach Prag schliefen irgendwo neben mir drei Schweizerinnen fast durchgehend mit Stöpseln im Ohr,…
    sonst hatten sie auf der ganzen sechsstündigen Fahrt von Budapest bis Zagreb kein Wort miteinander gesprochen.

    Lieber schlaffende Schweizerinnen oder schweigende Spanier als lautstark quatschende schwerhörige Seniorengruppen oder gar besoffene Fußballfans.

    Ich würde sagen, Kewil hat eine sehr angenehme Reise gehabt.
    Das ist leider i.d.R. nicht so.

  29. Was soll ich heutzutage mit diesem Ticket, was eigentlich Interarabia heißen müsste..egal, wo ich hinfahre..Muslköppe überall.
    Dat habe ich auch zuhause.

  30. Beachten wir auch, dass – sogar auf „Gymnasien“ – die neue Spaßideologie gepflegt wird, deren Motto da heißt:
    „Doofsein ist cool!“

    Deutschlehrer gehen mit ihren Oberstufenlehrern in Filme wie „Fuck ju Göhte!“. Kein Witz! Sie wollen hip sein und biedern sich an, selbst denken und Stellung beziehen, auch mal mit Argumenten und gegen den Niveauverlust – das wäre ja anstrengend…

    Und wenn ich jederzeit auf Wikipedia nachschauen kann, wann welcher Krieg wo und wie getobt hat, dann muss ich doch mein eigenes Luxushirn nicht damit belasten. Ist ja wichtiger, dass man die neueste Schlabberfäschn kennt und welcher VUP welchen VIP stalkt.
    So sagen es die Fernseh- und Radiosender, die Zeitschriften und die Freunde im Netz.
    Wer noch so richtige Bücher liest, freiwillig, Seite für Seite (!), muss ein Grufti sein.

    Dummheit wird zum Lebensgefühl. Aber studieren will man natürlich schon, schließlich hat man ein Recht auf einen gut bezahlten Dschopp. Und versteht dann den komischen Professor nicht, der immer nur an an den Seminararbeiten herumkritisiert. Dabei hat man es doch nur aus dem Netz übernommen, macht doch eh jeder. Soll sich mal nicht so anstellen.

  31. Deshalb wurde ja auch das Abiturniveau in Bremen, Hamburg und Berlin noch weiter gesenkt. Dahinter steckt vermutlich die rot-grüne Idee auf diese Weise doch noch zur Einheitsschule zu kommen, in der wirklich alle (!) Schüler zu gleichen „Bildungszielen“ geführt werden.

    Aus diesem Grunde wurden in Schleswig-Holstein von der grünen Kultusministerin zunächst einmal in der Grundschule alle Ziffern-Noten abgeschafft, damit sich niemand mehr vergleichen kann – das stört nur die Einheit! Auch die Eltern sollen nicht vergleichen! Alles wird gleich – gleicher – am gleichesten!

  32. man muß schon froh sein, wenn keine Schwarzfußindianer und Moslemhorden im Zugabteil randalieren…

    abends kann der öffentliche Nah-und Fernverkehr sehr gefährlich sein. Aber unsere Politik interessiert dies nicht…

    Ohne Bahnschutz und Bundespolizei könnte man überhaupt nicht mehr abends fahren 🙁

  33. Oh nein, man fährt anders Zug als „früher“?

    Ja, wenn ich nach Prag im Zug fahren würde, würde ich auch mit dem Handy beschäftigt sein und nur gelegentlich mal rausgucken. Haben die bestimmt auch mal getan.

    Und wenn ich jederzeit auf Wikipedia nachschauen kann, wann welcher Krieg wo und wie getobt hat, dann muss ich doch mein eigenes Luxushirn nicht damit belasten.

    Hm, und? WW1 + WW2 sollte man wissen, Vietnam zumindest ins richtige Jahrzehnt stecken.
    Muss man wissen wann der Sezessionskrieg war?
    Der hansisch-englische? Seeschlacht von Kopenhagen? Ne, kann man alles nachgucken.

  34. Der investigative Journalismus lebt! PI sei Dank! Endlich wird der große Interrail-Skandal aufgerollt. An dieses heiße Eisen würden sich Monitor, Frontal und Report nie wagen: Schweizerinnen, die nicht aus dem Zugfenster schauen, obwohl das Elbsandsteingebirge vorüberzieht.

  35. Meine Güte, war kewil nie jung? Oder sind ihm die traditionellen Feindbilder abhanden gekommen?
    Empfehle ihm Bahn-Reise neben dem Fahrradabteil oder mit dem Zug durch Anatolien. Dann kriegt der Artikel auch wieder Biß. 😀

  36. Jaja, die „weltoffenen EUropäer“, statt die Vielfals Europas zu schauen, stecken sie die Nase ins Schlau-Fon.

    Wozu brauchen die offene Grenzen? Mit deren Interesse für die Kulturlandschaften Europas kann man die auch in einen Zug packen und vier Stunden im Kreis ums heimische Kleinkleckersburg chauffieren – sie würden die Ortsnichtveränderung nicht bemerken.

  37. Jaja, alles unwissende Deppen, verdummte Jugend, früher war alles besser, bla bla bla… So ein Schwachsinn.

    Die Jugend von heute weiß in der Regel deutlich mehr als noch vor 30 Jahren.
    Aber man kann nicht alles wissen, alles lernen, etc. Daher muss man Prioritäten setzen.
    – Wo die Wolga oder Donau liegen? Nutzlose Information für die meisten Dinge des Lebens. Ich hab diese Info jedenfalls noch NIE benötigt.
    – Anzahl der Einwohner von Stadt x? Wen interessierts?

    Heute zählen ganz andere Dinge:
    – Kenntnis der Englischen Sprache (bei jungen Menschen weitaus besser, als bei alten!)
    – Wie benutze ich einen Windows-PC oder Mac
    – Wie benutze ich google, Wikipedia, Facebook, etc?
    – Wie kann ich mit meinen Smartphone ein günstiges Restaurant finden?
    – Wie kann ich im Hotel WLAN bekommen?
    – Welche Roaming-Gebühren muss ich im Ausland zahlen?
    – Welche Gebühren zahle ich für Bar-Abhebungen von meiner Kredit-Karte?
    – Was kann ich im Handgepäck im Flugzeug mitnehmen?

    All diese Dinge waren vor 30 Jahren irrelevant, heute sind sie essentiell. Unsere Welt wird immer komplexer. Sowohl im Beruf, als auch in der Freizeit. Wer seine Zeit mit dem Anhäufen von nutzlosem Wissen verschwendet, wird bald feststellen, dass er nicht mehr mit dem Wissen der Zeit mithalten kann.
    Viele der Rentner-Generation können ja nichtmal zwischen WLAN und USB unterscheiden.

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