Köln: 5000 Teilnehmer bei „Hogesa“-Demo gegen Salafisten am Sonntag erwartet

hools_salaAm Sonntag um 15 Uhr findet die mit großer Spannung erwartete Hooligans-Demonstration gegen Salafisten in der Domstadt statt. War bislang nur von einer Kundgebung die Rede, so wird es morgen vom Treffpunkt Breslauer Platz einen Zug durch die Kölner Innenstadt geben. Erwartet werden nach Medienberichten bis zu 5000 Teilnehmer, aber auch die Gegenseite mobilisiert aus dem ganzen Bundesgebiet.

Der Spiegel berichtet gewohnt „objektiv“:

Sie pöbeln, sie beleidigen, sie vernetzen sich immer weiter: Auf Social-Media-Kanälen, in internen Chats, per Kurznachrichten rufen Fußball-Gewalttäter dazu auf, „endlich Deutschland zu verteidigen“. Allein auf Facebook sammelte die Gruppe „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) zwischenzeitlich über 40.000 Likes. Am Sonntag soll es in Köln zu einer bundesweiten Demonstration kommen. Der bisher größten dieser Art.

Die Veranstalter brüsten sich mit „5700 Anmeldungen“, die Kölner Polizei rechnet eher mit „1000 bis 1500 Teilnehmern“, wie deren Sprecher Christoph Gilles sagt. Letzteres dürfte realistischer sein, doch selbst mit einer solchen Teilnehmerzahl wäre der Gruppe die Machtdemonstration gelungen, die ihr seit ihrer Gründung vorschwebt: „Alle nach Köln“ heißt es in den sozialen Netzwerken seit Wochen, die bislang größte Kundgebung in Dortmund (350 Teilnehmer) müsse „in den Schatten gestellt“ werden.

Das dürfte problemlos gelingen, zumal die Gruppierung, die ursprünglich fast ausschließlich aus rechtsgerichteten Hooligans bestand und deren Existenz SPIEGEL ONLINE Anfang Mai öffentlich machte, „in letzter Zeit gehörigen Zulauf hatte“, wie Gilles betont. Sogar Hooligans aus Wales, Österreich und Polen werden in Köln erwartet. Das Netzwerk, das in Großen Teilen aus der Gruppe GnuHonnters erwachsen ist, arbeitet seit geraumer Zeit auch mit zumeist rechten Hooligans anderer europäischer Länder zusammen.

Zudem sind sowohl Ort als auch Zeitpunkt günstig gewählt: Köln ist durch seine Lage prädestiniert für bundesweite Treffen, besonders der Südwesten, das Rheinland und das Ruhrgebiet – also die drei geografischen Schwerpunkte von „HoGeSa“ – liegen verkehrsgünstig. Dementsprechend hoch ist der Mobilisierungsgrad, viele Dutzend Fahrgemeinschaften haben sich in den vergangenen Tagen zusammengetan.

Kein Programm, keine vorbereiteten Sprecher

Die Gegenseite ist alarmiert. Zwei Gegendemonstrationen haben sich angekündigt. Sie werden vor dem Kölner Hauptbahnhof demonstrieren, die „HoGeSa“ trifft sich am Hinterausgang. Befürchtungen, dass beide Gruppen aufeinanderprallen, zerstreut Polizeisprecher Gilles: „Falls eine der beiden Gruppen den Versuch machen sollte, die jeweils andere zu attackieren, werden wir mit genügend Beamten vor Ort sein, um das zu unterbinden.“ Allerdings müsse man abwarten, ob es den Veranstaltern gelinge, für einen friedlichen Ablauf zu sorgen. […]

Hier ein kurzes Video-Statement zur „Nazikeule“, die jetzt wieder von Spiegel, BILD & Co. geschwungen wird:

Aktuelle Infos zur Demo gibt es auf der Facebook-Seite der Hogesa. Wir werden in den nächsten Tagen ausführlich mit Videos und Fotos vom „heißen Sonntag“ in Köln berichten.