HoGeSa: Systempresse und kritische Bürger

caroWährend der Hogesa-Demo am vergangenen Samstag war die mediale Aufmerksamkeit beträchtlich, die Ablehnung seitens der Demonstranten war es auch. Sowohl die ZDF-Reporterin Malin Ihlau wie auch ihre Kollegin vom NDR/ARD waren sichtlich angefasst, als sie auf ihre Fragen fast nur „Verpisst euch!“ hörten.

(Von Rotgold)

Der NDR berichtet (ab 1:20):

Die Kundgebung hat noch nicht begonnen, aber die Teilnehmer stellen schnell klar, was sie von den Journalisten halten.

Demonstranten: „Kamera aus hier!“ „ Deutsche Presse, auf die Fresse!“

Auch von NDR-Reporterin Christina Hofmeier sind Fragen unerwünscht. Besonders die Kamera – ein Hassobjekt.

Christina Hofmeier: „Du spürst halt, sie sind sehr aggressiv. Sie sagen nicht einfach: „Nein, wir sagen nichts.“ Sie zeigen den Mittelfinger oder garnieren’s mit irgendwelchen Schimpfwörtern.“

Demonstranten: „Mann, verpiss dich mit deiner Kamera. Wichser!“ „Braucht ihr gar nicht filmen, könnt euch verpissen.“

Schnell bilden sich Gruppen in der Näher der Kamerateams, vielleicht auch als Drohkulisse. Die Polizei warnt die Journalisten vorsorglich, behält auch sie im Blick.

Der Tenor der Reportage ist: Aggressive Hooligans boykottieren die Journalisten, die nur brav ihrer Arbeit nachgehen und „an Informationen kommen wollen“. Die beiden Journalistinnen von ZDF und ARD werden als höfliche „Informationssucher“ vorgestellt, denen der Pöbel unflätig antwortet:

Ab Min. 0:51:

Malin Ihlau: „Darf ich Sie was fragen? Warum demonstrieren Sie?

Demonstrant: „Ja, Sie zeigen sowieso im Fernsehen nur das, was Sie wollen.“

Mahlin Ihlau: „Sie haben Gelegenheit, sich zu äußern.“

Im Grunde stimmt das ja so. Die Journalistin sucht Informationen und die Demonstranten haben auch Gelegenheit sich zu äußern. Auch Teilnehmer einer Demo gegen Abtreibung hatten bei ihrem ZDF-Kollegen Lutz van der Horst Gelegenheit, sich zu äußern. Sie wurden mit ihren Äußerungen dann anschließend einem höhnischen Publikum in der „heute-Show“ als Lachnummern dargeboten.

Das wussten die Anwesenden in Hannover, wie man an der Antwort auf Ihlaus Anfrage sehen kann. Und sie wissen auch: Eine Ausnahme ist das nicht, wenn ihre Aussagen verdreht oder der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Es ist die Regel, wenn es „gegen Rechts“ geht oder was man dafür hält. Ausgewogenen und gerechten Journalismus gibt es nicht mehr in Deutschland. Am Samstag in Hannover war es nicht anders.

Dort, wo Christina Hofmeier von der ARD und Malin Ihlau vom ZDF weinerlich die unfaire Behandlung durch die nicht antwortenden Demonstranten beklagte, war gleichzeitig ihre Kollegin „Caro Korneli“ (Foto, ARD/NDR) unterwegs, um die Hooligans lächerlich zu machen oder zumindest Beweise für deren Aggressivität zu sammeln. „Caro“, die nach einigen Werbeklitschen Format zeigen wollte, band ihre Zoten-Häme und Beleidigungen in das Bild einer Filmproduktion ein:

Für das Mega-Movie wurden knapp 3000 Darsteller gecastet. Ihre Rollen: Komplizierte Charaktere, vielschichtige Figuren und Idioten.

„Caro“, mit Anspielungen aufs Äußere der Demonstranten:

„Wie lange warst du in der Maske?“ „Du hast für die Rolle extra 25 Kilo zugenommen. Ist dir das schwer gefallen?“

Keine Antwort. Leider. Der Aufnahmeleiter sieht das nicht gern.

Bei Min. 2.20:

„Die Darsteller dürfen nun alle wieder in die Maske und ihre hässlichen Fratzen können sie sich nun abschminken. Das war Caro Korneli für EXTRA 3.“

Das war das real existierende Deutsche Staatliche Fernsehen mit einer NDR-Micky Maus, die sich der Grünen-Mode entsprechend einen Comic-Kuschel-Kampf-Namen gegeben hat, so wie es Ska Keller, Jan, Terry, Malu oder Joschka ihr vorgemacht haben. Sie, die so aussieht, als ob sie sich (und vermutlich ihre Kinder) auf gesunde Ernährung trimmt, (vielleicht auch auf gesunde Zähne), sie, die in zweitklassigen Werbefilmen auftrat und sich deshalb jetzt für eine Satirikerin hält, sie trat vor deutsche Demonstrantinnen und Demonstranten hin, die ihr verfassungsmäßiges Recht wahrnahmen, und versuchte ihnen ins Gesicht zu spucken.

Und ihre Kolleginnen von ARD und ZDF beklagten sich gleichzeitig darüber, wie ungerecht und unfair und aggressiv (Mittelfinger und „Verpisst euch!“) ihnen doch die Demonstranten gegenübertreten.

Die einzige Antwort auf solche Heuchler ist: Lasst sie machen und ignoriert sie. Sprecht nicht mit ihnen, gebt ihnen keine Gelegenheit, euer Wort zu verdrehen, sich über eure Ängste lustig zu machen. Bleibt friedlich und ignoriert sie.

Bei „Caro“ haben sich die die Demonstranten richtig verhalten. Sie ignorierten sie und blieben friedlich und besonnen, sie mochte noch so sehr Mienen ziehen und bissige Bemerkungen machen. Ignoriert sie. Seid friedlich. Steht ein für unser Land. Und für unsere Kinder. Morgen – Für die Freiheit!