Asyl-Irrsinn in Deutschland: Hybris der Politik

merkel_hybrisAm – logischen – Anfang eines Gemeinwesens steht das Individuum. Individuen agieren, verfolgen Ziele, zunächst vor allem materieller Art. Selbst wer nach „höheren“ Gütern strebt, bedarf eines materiellen Mediums. Aneignung setzt ein und Eigentum entsteht. Arbeitsteilung und Kooperation koordinieren die Begabungen. Man einigt sich auf Gewaltverzicht und Spielregeln. Regelverletzungen zu identifizieren und mit Sanktionen zu belegen wird an eine „Agentur“ delegiert. Wir nennen das den „Staat“ und, etwas martialisch, das „Gewaltmonopol“. Dessen Bestimmung ist es, die Unversehrtheit von Leib, Leben und Eigentum sowie das gewaltfreie Zusammenspiel der Akteure zu gewährleisten – nicht weniger und nicht mehr, einfach und verständlich.

(Von Marcus)

Zuwanderungsskeptiker beklagen in der Maßlosigkeit des Asyl-Geschehens und den Kollateralschäden der Bereicherung die Selbstaufgabe des Staates und „Untätigkeit“ der Politik: Lieber Vater Staat, was pennst Du? Komm heraus aus Deinem Kyffhäuser und rette uns mit starkem Arm vor all dem fremden Volk! Nein, unser Problem ist nicht, dass die Politik „nichts tut“. Im Gegenteil ist das Politikverständnis in diesem Land hoch ambitioniert. Durch die Asyl-Schwemme beflügelt, ist die Politik dabei, förmlich überzuschnappen und wittert die Gelegenheit, das ganz große Rad drehen zu können. Deutschlands Asyl-Irrsinn belegt nicht, dass der Staat kapituliert, sondern dass er den Turbo einschaltet. Schauen wir uns doch die Eskalationsstufen der Selbst-Überhebung des „Politischen“ an, die uns im „Diskurs“ um Asyl und „Flüchtlinge“ begegnen:

So meint unsere politische Klasse herausgefunden zu haben, dass Deutschland mehr Zuwanderung braucht und sieht sich berufen, eine aggressivere „Zuwanderungspolitik“ in Aussicht zu stellen. „Zuwanderungspolitik“ aber ist – wie „Mindestlohn“, „Mietpreisbremse“ und „Negativzins“ – per se ein deformierender Eingriff in die Feinsteuerung durch Angebot und Nachfrage und gleichsam „Gesellschaftspolitik“ mit dem planwirtschaftlichen Dampfhammer. Das bloße Konzept einer groß angelegten „Zuwanderungspolitik“ zeugt von dem konstruktivistischen Aberglauben, Wirtschaft und Gesellschaft quasi vom grünen Tisch aus zentral nach Masterplan „gestalten“ zu können.

Noch einen Gang höher schaltet die Politik, wenn man uns allen Ernstes einredet, Abermillionen Menschen aus aller Herren Länder mit den unterschiedlichsten kulturellen Voraussetzungen durch staatliche Intensivbegleitung auf die Anforderungen von Arbeitsmarkt und modernen Gesellschaft trimmen zu können. Zugespitzt: Was vorne als Analphabet mit solidem traditionell-islamischen Weltbild hereinkommt und dann in den Mühlen der deutschen Sozial- und Bildungsindustrie ordentlich durchgewalkt wird, kommt hinten als homophile, geschlechtsneutrale IT-Fachkraft mit buntrepublikanischem Bewusstsein wieder heraus. Geht’s noch!

Die maßlose Überschätzung der Leistungsfähigkeit von Politik ist noch steigerungsfähig. Deutschland muss, so heißt es, „Verantwortung für die Welt“ übernehmen. Jetzt wird es schon erhaben! Wir überschreiten den Horizont des schnöden Eigeninteresses (nichts da mit „Deutschland profitiert von…“) und wenden uns nobleren Zielen zu. Deutschland hat eine Mission. Alle gesellschaftlichen Kräfte müssen für diese unsere Mission gebündelt und mobilisiert werden. Wir müssen die Not der Welt lindern, indem wir sie vorbehaltlos bei uns aufnehmen. Millionen Afrikaner sollen wir hier bei uns in anspruchsvollen Berufen ausbilden und anschließend als frisch gebackene Spitzenkräfte zum Aufbau Afrikas hinaussenden. Größenwahn und Großmannssucht im philanthropischen Gewand!

Aus der Selbst-Überhebung der Politik, die sich unmöglich zu stemmende sozialpolitische Megaprojekte aufhalst, wird moralische Überheblichkeit, wenn die politische Klasse in volkspädagogischer Anmaßung zur migrationspolitischen Zwangsbeglückung der indigenen Bevölkerung schreitet. Man verordnet uns „Weltoffenheit“ und „Toleranz“, ermahnt uns zu Selbstzensur, auf dass wir das Fremde immer nur als „Bereicherung“ wahrnehmen und macht uns gar noch religionsphilosophische Vorgaben von Staats wegen – dass alle Religionen gleich sind oder der Islam zu Deutschland gehört. Was bilden sich diese Möchtegern-Philosophenkönige im Politikberuf und im Staatsdienst eigentlich ein, wer sie sind?

Sozialpolitische Gigantomanie und volkspädagogische Anmaßung sind ein explosives Gemisch, und so schlägt die Selbstüberschätzung der Politik vollends in Hybris aus, wenn das Projekt „Zuwanderung“ und Umvolkung sozialutopisch aufgeladen und zur innerweltlichen Heilsperspektive überhöht wird. Die größtmögliche Massenzuwanderung der geringstmöglichen Qualität – kommt zu uns ALLE, die ihr mühselig und beladen seid – ist unserem weltrettenden Ehrgeiz grad gut genug! Deren „Gestaltung“ durch die Politik mit dem staatlichen Gewaltmonopol gegen die indigene Bevölkerung im Rücken, soll den großen Sprung nach vorne bringen, der den bisherigen sozialistisch-kommunistischen Gesellschaftsexperimenten so katastrophal misslungen ist.

Deutschland als Versuchslabor und Vorbild einer besseren, neuen Welt, die die Fragmentierung in Rassen und Nationen, die Ungleichverteilung der Güter und Chancen, den „Gegensatz zwischen Nord und Süd“ überwunden hat. Dem im Wege steht die Schwerfälligkeit in Teilen der biodeutschen Urbevölkerung, deren Widerstand gebrochen werden muss. Das ist der „humanistische“ Kampfauftrag an das staatliche Gewaltmonopol in Zeiten der Zuwanderungsbesoffenheit. Es gilt, die „Festung Europa“ zu knacken und die teuflische weiße Rasse zu pulverisieren. Aus der Hybris erwächst der Hass, der Hass auf das Eigene, dem sich zu verdanken Stolz und Eitelkeit nicht ertragen. „Gesellschaftspolitik“ als Hass-Projekt.

Von wegen, der Staat schläft, zieht sich zurück, erschlafft, und die Politik sieht tatenlos und wie paralysiert zu! Die Politik will das ganz große Gesellschaftsprojekt und hebt sozial-utopisch aufgeputscht zum ganz großen Wurf an. Hiervon getrieben, entartet das staatliche Gewaltmonopol und löst sich ab von seiner ursprünglichen, nüchternen und natürlichen Bestimmung. Wenn also der Staat sich nicht mehr um „Sicherheit und Ordnung“ kümmert, dann nicht, weil er schwächelt, sondern weil er auf viel „höhere“ Ziele umgewidmet wird. Was interessiert den Staat, was interessiert die große Politik denn dann noch das lästige Gewürm kartoffeldeutscher Kleingeister, die sich um das redlich erworbene Eigentum an ihrem spießigen Reihenhäuschen sorgen.

Widerstand gegen den Asyl-Irrsinn in Deutschland, gegen die mittransportierten Untertöne und Überhöhungen, Ambitionen und Anmaßungen kommt daher nicht einem Ruf nach rettender staatlicher Intervention gleich, sondern ist Widerstand gegen die Hybris der Politik und den abhebenden Turbo-Staat, der gefälligst wieder runterkommen und sich bescheiden soll, seine eigentlichen Aufgaben wahrzunehmen. Nämlich Leben, Eigentum und Freiheit seiner Bürger zu schützen und gewaltlose Kooperation zwischen zivilisierten Menschen zu gewährleisten – nicht weniger und nicht mehr, einfach und verständlich.