Roger Schawinski will keinen Widerspruch mehr

schawinski_thielRoger Schawinski (Foto l.), Schweizer Lügenpressevertreter und medialer linker Meinungsdiktator, gräbt sich zurzeit selbst ein Grab für seine journalistische Glaubwürdigkeit. Nach seinem ganz persönlichen Waterloo im Interview mit dem Satiriker Andreas Thiel (r.) am 15. Dezember jammert er nun in der „Sonntags-Zeitung“, Thiel habe ihn provoziert, ihm „Köder“ vorgeworfen (nach denen er wie ein Mäuschen nach dem Käse in der Falle schnappte) und habe ihn „destabilisieren“ wollen. Und er beklagt die bösen „Online-Medien“, die immer mehr Thiel-Stories verbreitet hätten. Nie wieder würde er sich Leute wie Thiel oder Oskar Freysinger einladen.

(Von L.S.Gabriel)

Was für eine tragische Figur dieser Mann doch ist. Als wäre sein Talk mit Andreas Thiel an sich nicht schon peinlich genug gewesen, ist er sich nun auch nicht zu dumm, ganzseitig sein Leid mit der besseren Rhetorik seiner offensichtlich ihm öfter einmal überlegenen Gesprächspartner zu thematisieren.

Die „Sonntags Zeitung“ berichtet:

Der Satiriker Andreas Thiel sass mir gegenüber, der mich ebenfalls mit einer eingeübten Performance provozierte. So weigerte er sich nicht nur kategorisch, die Grundregel jedes Interviews zu beachten – der eine stellt Fragen, der andere antwortet – sondern schleuderte mir in der ersten Minute «Papierjude» entgegen. Diesen Ausdruck hatte ich nie zuvor gehört. Darauf reagierte ich emotional, in einzelnen Passagen auch zu emotional. In einer solchen Extremsituation und zumal vor laufender Kamera ist es kaum möglich, auf jedes Wort richtig zu reagieren. Mein ärgerlichster Fehler war es jedoch, die mir als Köder hingeworfenen Fragen zu beantworten statt sie zu ignorieren («Findest du Hitlers ‹Mein Kampf› gut?»). Auf Thiels Verhalten war ich schlicht nicht vorbereitet. In über vierzig Jahren als Interviewer hatte ich noch nie Vergleichbares erlebt.

Er hat auch seine liebe Not mit der „großen Sprengkraft“ um das Thema Islam, da sei es „schwierig einen klaren Kopf zu bewahren“, schreibt er. Und noch ein, für ihn als Systemjournalist offensichtlich „destabilisierendes“ Problem macht er aus:

Der gewaltige, aber völlig unrepräsentative Blog-Mob, der sich bei solchen Themen subito in Marsch setzt, versetzte die Macher der Onlinemedien in einen kaum je erlebten Klickrausch, worauf sie immer weitere Thiel-Storys produzierten. Dabei wurden grundlegendste journalistische Regeln über Bord geworfen, auf die ich an dieser Stelle nicht eingehen möchte.

Es ist bestimmt qualvoll für einen abgehobenen Meinungsdiktator, jetzt im Zeitalter des Internets plötzlich auf die unzensierte Meinung der Leser und auf unabhängig berichtende Blogs zu treffen.

Zum Glück für seine psychische Gesundheit sprangen ihm aber „höchste politische Sphären“ per positiver Mailpost zur Seite. Die lobten also ihr Hündchen, obwohl es sich an einem selbst gesuchten Knochen verschluckt hatte. Wie drollig.

Und zu guter Letzt setzt er sich selbst den journalistischen Gnadenschuss:

Deshalb werde ich Personen, die sich systematisch verweigern und jede Sendung umfunktionieren, nicht mehr ins Studio holen. Also nie mehr Blancho, nie mehr Freysinger, nie mehr den Gaukler und Falschspieler Thiel. Aber auf spannende und erkenntnisreiche Diskussionen mit echten Debattanten freue ich mich mehr denn je.

Roger Schawinski lädt sich also nur noch Gäste ein, deren Antworten er kennt und die ihn nicht mit Wahrheiten und nicht-systemkonformem Denken konfrontieren. Denn darauf hat er weder Antworten, noch kann er dem eigene Argumente entgegensetzen. Das ist eigentlich nur noch armselig bis tragisch.

Hier noch einmal das kurzweilige Interview mit Andreas Thiel: