Schwester Hatune bei Flüchtlingen im Irak – unbeschreibliche Gräueltaten

hatuneVielen Lesern ist sie bekannt, die Bundesverdienstkreuzträgerin mit dem großen Herzen, Schwester Hatune Dogan ist ein lebendiges Beispiel echter Nächstenliebe, tröstender und auch deutlicher Worte. Sie schweigt nicht, wie so viele andere zu den Gründen von Verfolgung und Leid durch den Islam. Wort und Tat – auch dadurch zeichnet sich Schwester Hatune in besonderer Weise aus. Sie bereitet sich zurzeit auf ihren nächsten Einsatz im Nahen Osten vor. Sie wird dort christlichen und jesidischen Flüchtlingen helfen in ihrer Heimat zu überleben und in ihrer Heimat eine Perspektive zu finden. Europa, insbesondere Deutschland, wird für diese Menschen dann nicht mehr Ziel sein und Christen werden so auch im Irak weiter eine Zukunft haben können.

Um sich einen Eindruck von der Arbeit der Schwester Hatune Stiftung machen zu können, hier einige Bilder und ein Erlebnisbericht vom letzten Hilfseinsatz den die engagierte Ordensfrau selbst bis zum 31.12.14 leitete.

Schwester Hatune schreibt:

Wir waren persönlich im Nahen Osten bis 31.12.14. Bei dieser Reise hatten wir Wolldecken (Preis 20$, ca. 17 Euro), Nahrungssäcke ( Preis 50$, ca. 40 Euro), komplette Winterbekleidung (Preis 70$, ca. 50 Euro) und weitere Gegenstände, einschließlich Medizinprodukte, dabei.

Horror von Vergewaltigung und Folter

Den Weihnachtsabend feierte Schwester Hatune gemeinsam mit zwei vergewaltigten und von Verfolgung bedrohten jungen Mädchen. Ihre Eltern wurden vom Islamischen Staat brutal getötet. Sie selbst wurden drei Monate lang in Gefangenschaft gehalten. Die Mädchen wurden im Namen des Korans mit „Tageshochzeiten“ von verschiedenen Kämpfern vergewaltigt. Sie konnten freigekauft werden. Viele weitere Mädchen befinden sich noch in gleicher „Gefangenenhaltung“, schreibt Schwester Hatune. Es kostet viel Geld sie freizukaufen. Einmal sind es 500 €, einmal 1.500 €, je Mädchen.

Die beiden Mädchen haben sich sehr über die Weihnachtsgeschenke in Form von Kleidern, Süßigkeiten, Lebensmittel und über die Umarmungen, den Trost und die liebevolle Zuwendung von Schwester Hatune gefreut. Sie nennen sie „Mutter“.

Viele Mädchen begehen Selbstmord. Sie stürzten sich von hohen Felsen, um nicht in die Hände der islamischen Kämpfer zu fallen und Schändung zu erleiden, erfuhr Schwester Hatune vor Ort. Auch halfen zahlreiche muslimische Bewohner ihre christlichen und jesidischen Nachbarn dem Islamischen Staat auszuliefern. „Unsere Augenzeugen kennen viele Orte mit Massengräbern“, berichtet sie weiter.

Am 12.09.14 wurden etliche Jesiden lebendig verbrannt. Einige der Kriegsschächter wohnen jetzt in Dohuk (Stadt im Nord-Irak), als ob nichts gewesen sei.

Immer wieder brechen die Mädchen in Tränen aus, müssen erzählen. Die Einschüchterung und Angst bleibt spürbar.

Im Folgenden geben wir den Bericht aus dem Nordirak stark gekürzt wieder, da im ursprünglichen Text sehr viele Zahlen, Orte und Namen enthalten sind, die den Umfang des Artikels sprengen würden.

Verrat im Nordirak

Die Männer werden aufgefordert zu konvertieren oder sich abschlachten zu lassen. Ein Mann wird in einem Brotofen zu Tode gegrillt. Eine ältere Frau wird auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Den YPK von Syrien verdanken die Flüchtlinge ihr Leben. Die syrischen YPK bildeten den Tunnel aus dem Schingalgebirge! Die irakischen Peschmerger haben in Schingal die Jesiden verraten. Die örtlichen Medien helfen den irakischen Peschmergern, indem sie Lügen verbreiten.

Die YPK (Volksverteidigungseinheiten) sind eine bewaffnete kurdische Miliz in Syrien. Die Führung der YPG behauptet unabhängig zu sein und nicht der PKK anzugehören.

Schutz für Bahtschol gibt es nicht. Fliegt nur einen Tag keine US-Force-Maschine, sind die IS-Kämpfer in Bahtschol und es wird keiner übrig bleiben!

Alltag der Nichtmuslime im Nordirak: 1 Liter Milch kann für nur 30 Cent (Währung USD) verkauft werden. Ein Moslem erzielt 2 $ beim Verkauf von 1 Liter Milch. Ein simples Obstmesser kostet Nichtmuslime 6 Cent, für Muslime sind es nur 3 Cent. Produkte von Christen oder Jesiden sind „unrein“. Vor dem Sturz von Saddam Hussein gab es keine finanzielle Ausbeutung von Christen und Jesiden. Seit Saddam Husseins Sturz verstärkt sich dieses wirtschaftliche Ausbluten lassen. Der Geschmack von Verrohung ist allerorts spürbar.

Den Christen und Jesiden im Nordirak ist kein Restaurantbetrieb möglich. Von Händen der Nichtmuslime berührtes wird „unrein“. Ausübung von Staatsberufen ist nicht möglich (Lehrer, Beamte, Straßenkehrer, Müllabfuhr, Ärzte, etc.).

Entweder es wird eine Schutzzone errichtet, oder alle Nichtmuslime müssen aus dem Nordirak weggehen.
In Koco (Jingal) wurden 1100 Dorfbewohner (alle!) getötet. Mädchen von dort wurden entführt, wochenlang vergewaltigt und verkauft für die Kriegskasse. In Soya wurden auch 50 Bewohner getötet.

Im Krankenhaus muss ein Jeside warten, bis alle Moslems behandelt wurden, bevor er den Arzt sehen darf.

Vergewaltigungen, Leichen, Flüchtlinge

Was Schwester Hatune alleine an einem Tag gegen Ende letzten Jahres erfuhr und erlebte ist ob der Grausamkeit eigentlich kaum zu ertragen.

28.12.2014: Heute Zeltflüchtlingscamp in Dohuk besucht. Gestern Bilder von Gräueltaten der IS-Kämpfer, Leichen mit abgeschlagenem Kopf, per Handy aufgenommen, gesehen. Ein Flüchtlingszelt besteht aus einem Innenzelt, mit zubindbarem Eingang, und einem Außenzelt mit Reißverschluss zu schließendem Eingang. Umgeben ist es von einer ca. 1 m hohen Zementsteinmauer und teilweise zweier betongegossener Stufen zum Innenzelt. Beide Zeltteile sind aus Kunststoff, bei Kurzschlüssen brennen beide Zelte innerhalb von zwei Minuten ab. Bislang sind 8 Menschen in Lagern in Dohuk verbrannt. Der Boden in den Lagern besteht aus Lehmerde. Es gibt Gemüsehändler, Kleiderhändler vor den Lagern. Viele Kinder, Jugendliche und Frauen sind zu sehen, wenig Männer, egal welchen Alters.

Das Hanuk-Camp in der SO-Türkei besteht seit 4 Monaten. In der Türkei muss jeder Flüchtling ab 3 Wochen Aufenthalt Strafe zahlen.

Das Zeltinnere wirkt sehr spartanisch, die jesidischen Flüchtlinge sind sehr diszipliniert.
Ein Mädchen wurde einen Monat lang von IS-Kämpfern missbraucht, Tageshochzeiten. Später in Mosul lernte es vier weitere missbrauchte Mädchen kennen. Sie wurden verkauft. Fünfzig Stück wurden verkauft. Sie sollten dann im Koran lesen. Als sie sich weigerten wurden die IS-Leute sehr hart und pervers. Ca. Oktober wurden sie von Mosul nach Bashga (???) gebracht. Drei Mädchen schildern, dass ihre Schwester und ein viertes Mädchen noch nicht befreit wurden. Von Mosul wurden sie nach Raqal verkauft. In Raqal wurden sie missbraucht, aber im Vergleich mit den Mosul-IS-Leuten war es erträglicher. Schwester Hatune gab ihnen seelischen Trost, sie erzählten nüchtern. Schüchternheit und Scheu war festzustellen. In den bislang gesichteten und auch besuchten Camps fehlen Schulen und Kinderspielplätze. Wir fahren weiter. 29.12.14: Ein ständiges Provozieren, Erniedrigen und Morddrohungen von Seiten der Muslime sind an der Tagesordnung, sowie finanzielle Ausbeutung.

Diese und noch viel mehr unglaubliche Grausamkeiten erlebte Sr. Hatune vor Ort. Bilder die uns übermittelt wurden:

Schwester Hatune bittet um Unterstützung

Vor ihrem nächsten Hilfseinsatz schrieb sie:

Wir haben überlegt, diesen Winter den Flüchtlingen ein wenig Hoffnung zu überbringen. Wir möchten nicht nur über Solidarität sprechen, sondern den Flüchtlingen unsere Solidarität persönlich zeigen! So ist geplant, dass wir als Stiftung vom 20.2. bis 28.2.2015 Hilfe vor Ort im Bürgerkriegsgebiet an die Flüchtlinge leisten werden; dass wir nicht nur für sie beten, sondern ihnen auch mit Taten helfen, denn Glaube ohne Taten ist leer.

Wir bedanken uns im Vorfeld für ihre Gebete und die finanzielle Unterstützung im Namen der Bedürftigen kleinen und großen Schwestern und Brüder. Ihr seid meine Flügel ohne Euch kann ich nicht fliegen.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Jahr 2015, dass es nicht so blutig wird wie 2014. Herzliche Grüße aus der Stiftung Helfende Hände für die armen und unterdrückten Menschen.

Schwester Hatune

Weitere Informationen: » www.hatune.de
Englisch: » hatunefoundation.com