„Flüchtlinge“ für 1,3 Mio Euro ins 3-Sterne Hotel

landhotelGespannte Stimmung herrscht im Ort Beselich-Niedertiefenbach in der Gemeinde Beselich (Landkreis Limburg-Weilburg, Hessen). Allen geht es durch den Kopf, aber keiner wagt es auszusprechen, aus Angst, als Rassist abgestempelt zu werden. Ab Juni ziehen die ersten der 36 Asylbewerber in das ehemalige Landhotel „Niedertiefenbacher Hof“. Der Mietvertrag läuft über eine Dauer von sechs Jahren, der durchaus verlängert werden kann, da die Zahl der „Flüchtlinge“ in Deutschland bekanntlich rasant zunimmt.

(Von Mina Jung)

Gedanken an die unmittelbare Nachbarschaft wurden bei dieser Entscheidung nicht verschwendet. Einwohner sorgen sich um Wertminderungen ihrer Immobilien. Aus Erfahrungsberichten geht hervor, dass diese bis zu 50% betragen können.

Als altansässiger Bürger bleiben diese Fragen nicht aus: Besteht denn kein Mitspracherecht der Einwohner? Muss man ein 3-Sterne Hotel im Ortskern als Asylantenunterbringung verwenden? Wird der Lärmpegel steigen, vielleicht sogar die Kriminalitätsrate?

Wieso das Hotel leer steht? So leer war es gar nicht, nachdem jedoch Karl Günter Ebel, der Hotelbesitzer, alle seine Mitarbeiter kündigte, war der Weg geebnet für einen Deal mit der Regierung: 1,3 Millionen Euro für 6 Jahre Hotelvermietung – kein schlechtes Geschäft.

Bewerber, die das Hotel pachten wollten (ein Vertrag war schon aufgesetzt), wollte Herr Ebel „dem Dorf nicht zumuten“. Ein Asylantenheim ist dagegen bedenkenlos.

Dieser Vorgang ist in vielen Dörfern schon zur Norm geworden, zur Freude aller Vermieter, die nun eine Chance auf den Jackpot haben. Die direkte Nachbarschaft, die sich sogar Einfahrt/ Hof mit dem Hotel teilen muss, ist empört über die Leichtigkeit dieser weit tragenden Entscheidung.

Grundsätzlich ist die Idee, politisch verfolgten Menschen Asyl zu gewähren, sehr gut, jedoch mit passendem Programm/Plan. Wer wird sich den Asylbewerbern annehmen? Eine Person wird eingestellt, die zuständig für 36 Köpfe sein soll. Starker Zweifel kommt auf, dass diese Person genug sein soll, um die Menschen richtig zu integrieren, ihnen Deutsch beizubringen und für ausreichende Versorgung vor Ort zu sorgen. Was passiert wenn eine Gruppe Menschen auf Dauer nur untereinander verkehrt, ohne ausreichende Betreuung? Das Wort Ghettobildung steht im Raum.

Es ist eine Impertinenz, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden und dann das Geschehen, via Info-Abend, serviert zu bekommen. Alle Entscheidungen sind getroffen, was bleibt, sind die rosaroten Brillen, die alle Einwohner zu Beginn der Veranstaltung am vergangenen Donnerstag aufsetzen sollten. Psychologisch klug ist der Vorgang von statten gegangen, das muss man sagen. Keiner wagte es, das Vorhaben auch nur zu hinterfragen.

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