Leidet Schäuble unter einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs?

wolfgang_schaeubleIn der aktuellen online-Ausgabe der Jungen Freiheit las ich einen Artikel über die „schier unendliche Geschichte der griechischen Insolvenzverschleppung“ und abgebildet war das obige Foto von Wolfgang Schäuble. Darauf ist zu sehen, wie er, einem Kind gleich, nahezu an seinem Daumen lutscht, in nachdenklicher, fast ängstlich-verunsicherter Pose. Dieses Foto lässt mich nun eine Frage formulieren, die ich mir seit einiger Zeit stelle: Leidet Wolfgang Schäuble unter einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs?

(Eine Betrachtung von MortenMorten)

Ich möchte gleich von Anfang an betonen, dass dies lediglich der Versuch einer Erklärung sein kann, lediglich eine Hypothese, die dem Zweck dient, das Unfassbare seines Verhaltens, das Handeln wider sämtliche Regeln der Vernunft und des Verstandes in Worte zu fassen. Diene es auch nur dem Zweck, dass ich mich rein egoistisch in einer solchen Situation der Hilflosigkeit etwas besser fühlen kann.

Ich habe des Öfteren gehört, Wolfgang Schäuble könne kein „Psychopath“ sein, da er ja genau wisse, was er tue und zudem hochintelligent sei. Bei dieser Argumentation fallen zwei Probleme zusammen. Erstens ist der Begriff des Psychopathen heute nicht mehr gebräuchlich und wenn er dennoch gebraucht wird, dann meist im alltäglichen Gebrauch und häufig falsch. Zweitens liegt der Denkfehler zugrunde, ein Mensch könne kein „Psychopath“ sein, wenn er rational handle und intelligent sei. Doch bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung handelt es sich nicht um ein Intelligenzproblem. Ganz im Gegenteil: Menschen mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs zeichnen sich gerade darin aus, dass sie hochintelligent sind und ihre Intelligenz dazu nutzen bzw. missbrauchen, ihr Umfeld zur Staffage der Selbstinszenierung zu degradieren, darin brutalen, rücksichtslosen Regisseuren gleich, die alles von ihren Schauspielern verlangen, das Letzte aus ihnen herausholen und dabei eine Atmosphäre der Einschüchterung, Bedrohung, Angst, Unterwerfung und Macht erzeugen. Jedoch sind sie Getriebene ihrer eigenen Angst, den erreichten Ich-Status zu verlieren, der Angst, ein erreichtes Leistungsniveau nicht halten zu können (Angst vor struktureller Regression). Solche Menschen sind recht häufig leistungsorientiert, bietet ihnen der extreme Leistungsgedanke doch eine ideale Kompensationsmöglichkeit für emotionale Leere. Angst vor sich selbst, Angst vor Kontrollverlust (und sie wollen alles und jeden kontrollieren), Angst vor dem Alleinsein, affektive Instabilität mit einhergehenden Stimmungsschwankungen… dominiert sie. Hinzu kommen noch Formen der Selbstbestrafung (Autoaggression) z.B. gegen Schuldgefühle. Begangene Fehler können und dürfen nicht eingestanden werden, denn dies wäre eine Bedrohung für das ganze System der Affektabwehr.

Wolfgang Schäuble ist einer der dienstältesten Berufspolitiker (ein Parteisoldat par excellence), die ihr gesamtes Leben in den Dienst der Partei gestellt haben, aber nur mit dem Ziel, eine Machtposition innezuhaben, um diese gegen ihre Umwelt einzusetzen. Das Ziel ist Grandiosität und narzisstische Selbsterhöhung. Er lebt einzig und allein für diesen Machterhalt und es ist geradezu Zeichen und Ausdruck seiner gigantischen Selbsterhöhung, davon überzeugt zu sein, dies sei für alle anderen, die Familie, die Partei, das Land, Europa, die Welt… auch das Richtige und Wahre.

Ich muss nicht groß darauf hinweisen, dass eine solche mentale und emotionale Disposition Menschen wie ihn sehr gefährlich macht, da sie Andere kollektiv in Haftung nehmen für ihre eigene Unzulänglichkeit.

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung schaffen um sich herum ein System extremer Abhängigkeiten und das schafft ihnen wiederum die Möglichkeit, Nähe/ Distanz so zu regulieren, wie es ihrem Affekthaushalt entspricht. Es gibt ein Märchen, das die Borderline-Dynamik geradezu idealtypisch zum Ausdruck bringt: Schneewittchen. Hier ist die Königin die große, brutale, rücksichtslose, über Leichen gehende Manipulatorin ihrer Umwelt. Sie muss immer das letzte Wort haben, sie will bewundert, angehimmelt werden. Sie bedarf der permanenten narzisstischen Zufuhr durch ihre Mitmenschen. Wehe aber, diese narzisstische Zufuhr und rücksichtslose Aufwertung des Selbst werden ihr versagt! „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste (Mächtigste) im ganzen Land?“.

Dann entlädt sich der ganze Hass, die Verachtung, die Erniedrigung der Bezugsmenschen. Wolfgang Schäubles Mimik und Gestik, sein extrem arroganter und aggressiver Sprachduktus sprechen Bände. Der Verdacht (Hypothese) liegt also nahe, dass es sich bei ihm um einen solchen Vertreter handelt. Es spricht sehr vieles dafür, als da wären: Die Form der Selbstbestrafung (Autoaggression), die sich bei ihm so äußern wird, dass sein ganzes mühsam aufgebautes Affektkontrollsystem zusammenbrechen wird, der Zusammenbruch des Bildes, dass sich seine Entourage von ihm macht und das existentiell so fundamental für ihn ist, Liebesentzug, Entzug der narzisstischen Selbstaufwertung, wenn das von ihm an vorderster Front selbst mitgeschaffene EU-Wahngebilde dereinst zusammenbrechen wird. Hier handelt Schäuble in der Tat extrem irrational, allerdings ist er in diesem Wahngebilde nicht der einzige, da er um jeden Preis am einmal eingeschlagenen Weg festhalten MUSS. Außerdem ist ein solcher Patient nicht nur der große Macher, der Akteur und der Manipulator seiner Umwelt, er ist auch und vor allem ein Abhängiger, ein Getriebener, was von der Psychodynamik her mindestens genauso interessant ist. Was also wäre ein Herr Schäuble ohne seine selbst geschaffene Bühne des absurden Theaters? Was wäre er ohne dieses Gefühl der Unverzichtbarkeit, der Macht des Königinnentums, das sich permanent durch die Beteiligung der Ko-Akteure generiert? Ein Nichts.

Neulich las ich irgendwo, Schäuble sei einer der gefährlichsten Männer Europas. Das sah auf den allerersten Blick sicher etwas reißerisch aus. Aber bei näherer Betrachtung ist es das überhaupt nicht. Derjenige, der diese Aussage gemacht hatte, meinte dies sicherlich hinsichtlich der Machtfülle und des Einflusses Schäubles, ohne die Tiefendimension zu berücksichtigen. Wenn also Akteure wie Wolfgang Schäuble mit einem enormen (auto-)aggressiven Potential zu politischen Entscheidungsträgern werden, dann werden auch immer diejenigen, für die eine derartige Politik gemacht wird, mit in den Abgrund gezogen. All dies wird, ja darf, nur dann thematisiert werden, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und entweder schwer verletzt, behindert oder gar tot aus diesem geborgen werden muss.