Bibeln für alle Türken?

ahmet_davutogluDie zwei wichtigsten türkischen Politiker machten Wahlkampf mit abenteuerlichen Thesen – und das mitten in Deutschland. „Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach in der russischen Exklave Kaliningrad (einst Königsberg), allen dort lebenden Russlanddeutschen eine Bibel, eine Fahne und ein Wörterbuch zu schicken. Angesichts von deutschen Flaggen meinte sie, wo sie wehen, sei Deutschland.“ Eine solche Meldung ist natürlich erfunden, reine Fantasie! Denn wenn Merkel das sagte, gäbe es ein politisches Erdbeben in ganz Europa. Die Kanzlerin müsste sofort von allen Ämtern zurücktreten (selbst wenn dies im immerhin fast 750 Jahre alten deutschen Königsberg geschehen wäre, das 1945 von der Roten Armee besetzt wurde).

(Von Helmut Matthies)

Ministerpräsident: „Für uns ist überall die Türkei“

Als Sonntag vor einer Woche der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu vor 15.000 Türken in Dortmund sagte: „Wir werden jedem, der dies will, einen Koran, eine Fahne und ein Wörterbuch schicken, so Allah will“, gab es von deutschen Politikern kaum Reaktionen. Vor einem Meer von türkischen Nationalfahnen äußerte der Spitzenpolitiker mitten in Deutschland sogar: „Wo diese Fahne weht, ist für uns die Türkei. Für uns ist überall die Türkei.“ Anders ausgedrückt: Demnach wäre in jedem Garten, an jedem Haus oder jeder Moschee mit türkischer Flagge „Ausland“ mitten in Deutschland. So etwas nennt man Landnahme. Kaum eine große Tageszeitung (außer „Die Welt“) berichtete über diesen Skandal. Dabei verstärkt die Rede des neben Staatspräsident Erdogan wichtigsten Politikers der Türkei sowohl die ohnehin schon massive Ghettoisierung vieler der rund drei Millionen Türken in Deutschland als auch deren Islamisierung. Auf diese Weise wird es jedenfalls keine Integration geben, auch wenn sich Davutoglu für sie ausgesprochen hat.

Aufruf an Türken: Verhindert solche Lehrpläne!

Unfassbar ist auch, dass er seine in Deutschland lebenden Landsleute aufforderte, die Lehrpläne an deutschen Schulen „zu verhindern“, wenn sie die türkische Geschichte nicht korrekt darstellten – also die Tötung von bis zu 1,5 Millionen christlichen Armeniern als Völkermord benennen. Das aber ist nichts weniger als ein Aufruf zum Schulkampf. Nur eine Woche später (also letzten Sonntag) machte auch Erdogan vor 14.000 Anhängern türkischen Wahlkampf – in Karlsruhe. Seine Rede begann er mit den Worten: „Ihr seid für uns nicht Gastarbeiter, sondern unsere Stärke im Ausland.“ Die Errichtung der „Neuen Türkei“ starte in Deutschland. Deshalb sollten die Türken ihre Sprache und ihren islamischen Glauben nicht vergessen.

Und was tun wir als Christen?

Wäre es für einen deutschen Regierungschef denkbar, den wenigen Deutschen in der Türkei die Zusendung einer Bibel zu versprechen? Natürlich nicht! Wenn es nun aber ein türkischer Ministerpräsident im Blick auf den Koran für seine in Deutschland lebenden Landsleute kann, dann könnten wenigstens deutsche Christen den Glaubensgeschwistern in der Türkei Bibeln schenken. Und was noch einfacher wäre: Sie sollten ihren türkischen Mitbürgern in Deutschland ein Neues Testament anbieten, sie nach Hause einladen und ihnen christliche Gastfreundschaft zeigen. So hätte das unsägliche Verhalten der türkischen Elite doch noch eine positive Folge.

(Gefunden beim christlichen Nachrichtenportal idea.de; der Autor ist idea-Leiter)