Das Gender-Wort zum Sonntag

Wer am Samstag absichtlich oder aus Versehen spätabends nach der Spätausgabe der Tagesschau der ARD nicht wegzappte, der wusste nicht sofort, ob da eine Comedysendung oder grüne Wahlwerbung ausgestrahlt wurde. Aber es handelte sich um die kirchliche Sendereihe „Das Wort zum Sonntag“.

(Von Alster)

Zugegeben, Pastorin Annette Behnken war recht nett anzuschauen, aber was sie da für ihre Schäfchen von sich gab, war eine bestimmte theologisch verbrämte politische Zeitgeistideologie. Herhalten musste die WM der Fußballfrauen (in Kanada). Die deutschen Fußballfrauen hätten sich erstmal daraufhin untersuchen lassen müssen, ob sie auch wirklich Spieler“innen“, also Frauen seien.

Die hübsche Pastorin:

„Mir erscheint es so willkürlich, die Definition „Frau“ oder „Mann“ am Testosteron-Spiegel festzumachen. Wer legt denn fest, wie viel Testosteron in einer Frau drin sein darf? Wann eine Frau aufhört, eine Frau zu sein. Oder ein Mann anfängt eine Frau zu sein. Genauso absurd wär’s, wenn die männlichen Spieler beweisen müssten, dass sie wirklich – wirklich! – keine Frauen sind. Wir sehen uns an, scannen mit Blicken: „Mann“ oder „Frau“ – mit Blicken, die von unserer Kultur geprägt sind, vom Gewohnten und dem, was wir als normal empfinden. Das Verhalten, die Kleidung – sofort ist klar: Männlich oder weiblich. Weibliche Männer. Männliche Frauen. Das irritiert viele, immer noch.“

Der Zuschauer ist schon ganz durcheinander, weiß nicht mehr ob er selber Männlein oder Weiblein ist – geht es um die Fußball-WM der Frauen oder der Männer? Oder geht es schon um eine neue Variante: Mixed-Fußball-WM?

Pastorin Annette Behnken aus Wennigsen (bei Hannover) weiß aber noch mehr zum Thema:

„Wissenschaftler sprechen von tausenden unterschiedlichen Geschlechtervarianten bei uns Menschen. [..] Dass in der Bibel steht: „Gott schuf den Menschen als Mann und Frau“, darauf haben sich Kirchen und Gesellschaft lange berufen. In der Vergangenheit und bis heute ist damit viel Unheil und Unrecht angerichtet worden. Verfolgung, Ausgrenzung und Diskriminierung und die erzwungene Zuordnung zu einem eindeutigen Geschlecht… Schöpfung ist Vielfalt.“

Der Zuhörer fragt sich: Schöpfung? Sind die Tiere auch schon gegendert?

Schließlich bringt Frau Pastorin noch zwei ganz verschieden gemeinte Zitate aus der Bibel und weiß nun selbst nicht mehr weiter:

„Gott schuf den Menschen als Mann und Frau“ steht in der Bibel. Und da steht auch: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Das ist die Vision. Seit biblischen Zeiten. Bis heute. So. Und nun?“

Und nun kommt, was kommen muss – der Zeigefinger, wenn wir nicht alles Fremde und alle grenzenlos tolerieren, dann muss sie und ihresgleichen so lange weiterpredigen, bis keine Ausgrenzung mehr stattfindet. Die nicht nur grün gekleidete Annette droht:

„Höre ich die Stimmen, die sagen: Kann man dieses Thema nicht mal endlich lassen? Haben wir darüber nicht schon genug gehört und geredet? Nein. Haben wir nicht. Solange nicht, bis keine Ausgrenzung mehr passiert. Denn im Kern geht es um Toleranz – allen gegenüber, die uns fremd sind, die nicht ins Schema passen und unsere Wahrnehmung irritieren. Sei es das Geschlecht, die Nationalität, Religion, wie einer lebt, was einer glaubt – was auch immer…“

Da muss sich die Kirche nicht über den zunehmenden „Kexit“ (neudeutsch für Kirchenaustritt) wundern. Wer fühlt sich als Christ in einer sich zunehmend als tagespolitisch gerierenden Kirche, die sich vom Evangelium entfernt hat, noch wohl?

Der eingeschüchterte Zuhörer hat zufälligerweise noch eine Meldung der Presse vor sich liegen, in der die CDU-Politikerin Rita Süssmuth in Düsseldorf beim 7. Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress unter dem Motto „Wissen schafft Zukunft – Gemeinsam auf dem Weg zur Heilung“ für die „Ehe für alle“ einschließlich eines Adoptionsrechts für homosexuelle Paare plädiert. Sie sagte wörtlich: „Das ist doch eine Chance zu zeigen, wie heilvoll das Leben mit Kindern für alle Menschen sein kann“. Was soll das denn heißen? Das ist ja Diskriminierung pur. Sind Homosexuelle Paare etwa krank und bedürfen der Heilung durch adoptierte Kinder?

Kontakt:

» E-Mail: annette.behnken@wort-zum-sonntag.de