Die Welt muss uns helfen!

Die Welt muss uns helfenKeine zwei Tage nach dem feigen, bestialischen und hinterhältigen Mord an mehreren Europäern, wird seitens Stefan Ehlerts (Foto) auf „tagesschau.de“ wieder auf die Tränendrüse gedrückt. Die „armen“ Muslime in Tunesien fürchten sich nun um ihre Zukunft. Denn, wo keine Kufar mehr sind, gibt es auch kein Geld.

(Von AlphaCentauri)

Konsequenz: die Touristen verlassen verständlicherweise das Land und es macht sich Panik unter den Mohammedanern in Tunesien breit. Ganz Tunesien ist in Aufruhr. Nicht aber in erster Linie wegen der ermordeten Menschen – genauer gesagt wegen der Ungläubigen – sondern wegen der Zukunft Tunesiens. Wie viele andere muslimische Länder verfügt auch Tunesien über nichts, über was unsere Welt verfügt. Industrie? Landwirtschaft? Forschung? Fehlanzeige!

„Zum Beispiel Mohamed, er betreibt in einer Hotelanlage neben dem Anschlagsort einen Kiosk: „Das ist jetzt das Ende des Tourismus, eine Katastrophe“, sagt er.“,

so Ehlerts.

Aber selbstverständlich ist das eine Katastrophe, Mohamed. Und selbstverständlich ist es eine Katastrophe für den Tourismus, nicht aber für die Hinterbliebenen der ermordeten Kufar. Diese sind zweit-, wenn nicht sogar drittrangig. Was für uns eine Katastrophe ist, nämlich, dass unschuldige Menschen regelrecht hingerichtet worden sind, ist für den geschäftstüchtigen Mohamed eine finanzielle, keine menschliche Katastrophe.

Und weiter geht’s:

„Sein Kollege Hamsa, einer der Animateure, stimmt ihm zu. Gestern morgen hat er noch fröhlich Volleyball am Strand gespielt mit den Gästen aus aller Welt. Heute sind mehr als die Hälfte der Gäste weg, Strand, Pool und viele Liegen bleiben leer.“

Und auch Hamsa hat nun Panik, denn wenn Liegen leer bleiben, bleibt auch der Geldbeutel von Hamsa und Mohamed leer.

Aber es wird noch deutlicher auf die Tränendrüse gedrückt:

„Was soll ich jetzt tun? Was soll ich denn jetzt tun?“, fragt der sportliche junge Mann im roten T-Shirt, der Uniform der Animateure. Er half Opfer zu versorgen, Menschen in Sicherheit zu bringen, erzählt seine Kollegin Turaya: „Wir haben geholfen, die Leute vom Strand zu holen, sie auf ihre Zimmer oder in die Bar geschickt und dann das Tor zum Strand geschlossen.“

Was für eine Leistung! Wir sind beeindruckt! Verletzten Menschen zu helfen scheint in Tunesien eine Besonderheit zu sein. Vom Schließen eines Tores ganz zu schweigen.

Wer aber glaubt, dass Stefan Ehlert und die Tagesschau wieder etwas sachlicher werden, der irrt gewaltig.

„Und heute? Heute reisen die Gäste zu Hunderten ab. Manche bleiben auch, aber im Foyer des Hotels Mouradi Palm Marina in Sousse warten viele geschockte Urlauber auf eine Reisemöglichkeit in die Heimat. Die vielen Toten, die lange halbe Stunde, bis die Polizei den Täter endlich stoppen konnte, das Blut und die Trauer lassen keinerlei Urlaubsfreude mehr aufkommen.“

Wen wundert es, dass nun Tausende das Land verlassen und dass keine Urlaubsfreude mehr aufkommt? Wundersam ist aber, dass der Qualitätsjournalist Ehlert eine Selbstverständlichkeit als solche nicht sieht und offenbar mehr Sympathie für die tunesischen Mohammedanhänger hat als für die verletzten und getöteten Menschen.

Aber die tunesischen Hoteliers wollen sich nicht geschlagen geben und eigene Sicherheitskonzepte umsetzen. Konkret: bewaffneter Schutz für Strandgänger, Röntgenscanner in den Eingängen und mehr Überwachungskameras.

Ja, da kommt Urlaubsfreude auf! Von bewaffneten Muslimen an den Strand geführt zu werden, an den Eingängen geröntgt und von Kameras überwacht zu werden. Ein paradiesischer Knasturlaub…

Zum Finale:

„Doch dabei muss die Welt uns helfen“, sagt Kioskbetreiber Mohamed. „Jeder weiß doch, dass wir keine Terroristen sind.“ Unter denen, die Unterstützung anbieten, ist auch Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere. Er will am Montag persönlich nach Sousse reisen.

Anstatt den verletzten Menschen und Hinterbliebenen Unterstützung anzubieten, reist „unser“ Innenminister am Montag nach Sousse, um Mohamed, Hamsa, Turaya – und den vielen weiteren, armen Muslimen in Tunesien zu helfen.

Irrsinniger geht es kaum noch. Reflexartig setzen sich „unsere“ Medien und „unser“ Innenminister erneut für eine uns völlig fremde und de facto feindselige Kultur ein, anstatt den Menschen zu helfen, die tatsächlich Hilfe und Unterstützung benötigen. Das Leid der Familien scheint den genannten Herrschaften gänzlich gleich zu sein.