Leipzig / Tostedt: Zwei Asylbewerber tot

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Es ist schon wieder passiert. Diesmal wird der linksradikale schwarze Block allerdings nicht über Leipzigs Straßen ziehen (PI berichtete). Zwei Asylbewerber fanden vorletzte Nacht in Deutschland den Tod. Der eine wurde in Leipzig von einem Landsmann erstochen, der andere geriet bei einer „Rangelei“ mit einem Landsmann in Tostedt unter einen Zug.

Der FOCUS berichtet in seinem Polizeiticker:

Leipzig: Bei einem Streit zwischen zwei Flüchtlingen in einer Leipziger Asylbewerberunterkunft ist ein 18-Jähriger tödlich verletzt worden. Er soll sich zum Tatzeitpunkt gemeinsam mit einem 24-Jährigen in einem der Zimmer aufgehalten haben. Nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen gerieten die beiden aus noch ungeklärter Ursache in einen Streit. Wie ein Polizeisprecher gegenüber FOCUS Online mitteilte, habe der Tatverdächtige das Opfer mit einer „abgebrochenen Flasche oder einem abgebrochenen Glas am Unterleib verletzt“.

Das Opfer habe am Tatort eine Menge Blut verloren und musste reanimiert werden, bevor er ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Er starb jedoch später. Unter dringendem Tatverdacht wurde der 24-Jährige festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags. Der Mann soll noch heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

BILD und MOPO24 berichten regional. Demnach soll es sich um einen tödlichen Streit unter Syrern handeln.

Im nächsten Fall sind die Umstände noch nicht vollständig geklärt. Die Bundespolizei ermittelt, weil zunächst einmal festgestellt werden muss, welcher Zug den Somalier im Bahnhof Tostedt tödlich erwischt hat – und wie es dazu kam. Die Polizeiinspektion Harburg berichtet:

Somalischer Asylbewerber stirbt bei nächtlicher Rangelei mit Landsmann

Ein Zeuge meldete in der Nacht zu Mittwoch kurz vor 1.30 Uhr über Notruf zwei offensichtlich erheblich alkoholisierte Asylbewerber auf dem Bahnsteig des Bahnhofs Tostedt, von denen einer gegen den Fahrkartenautomaten trete. Funkstreifen der Polizei Buchholz und der Bundespolizei fuhren daraufhin sofort den Tostedter Bahnhof an.

Die wenige Minuten später eintreffenden Buchholzer Beamten trafen auf dem Bahnsteig einen 22-jährigen Somali an, der offensichtlich unter Schock stand. Bei der Suche nach dem zweiten Mann fand die Polizei einen 35-jährigen somalischen Asylbewerber, ebenfalls aus einem Asylbewerberheim in Tostedt, tödlich verletzt im Gleisbett.

Nach ersten Ermittlungen hatten die beiden Somalis auf dem Bahnsteig Alkohol konsumiert und waren dabei in eine Rangelei geraten. Dabei war der 35-jährige vermutlich gegen einen durchfahrenden Zug geraten.

Welche Rolle der 22-jährige Somali dabei gespielt hat, der sich zur Zeit in Polizeigewahrsam befindet, muss nun durch das Fachkommissariat 1 des Buchholzer Zentralen Kriminaldienstes ermittelt werden.

Noch in der Nacht waren durch Spezialisten der Tatortgruppe zahlreiche Spuren gesichert worden. Die Bundespolizei ermitteln derzeit, gegen welchen Zug der Verstorbene geraten ist. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Gerade in Tostedt (Landkreis Harburg) hatte man sich im Vorfeld große Gedanken über die Zusammensetzung des Asylbewerber-Zuzugs gemacht, wegen der Verträglichkeit verschiedener Gruppen. Dass nun ausgerechnet Landsleute tödlich aneinandergeraten, damit hatte wohl keiner gerechnet. Das Wochenblatt berichtet:

Viele WOCHENBLATT-Leser wundern sich, dass es fast ausschließlich junge, alleinstehende Männer sind, die Asyl beantragen. Das WOCHENBLATT fragte nach.
Laut dem Jahresbericht 2013 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sind bis zu 75 Prozent aller nach Deutschland kommenden Asylbewerber männlich und im Alter zwischen 18 und 35 Jahren.
Einen Grund dafür kann Johannes Freudewald, Sprecher des Landkreises Harburg, nicht nennen.

Der Landkreis sei bestrebt, die ankommenden Flüchtlinge in „homogenen Gruppen“, also von Alter, Geschlecht und Religion her verträglichen Gruppen, unterzubringen.

In Tostedt leben derzeit 114 Flüchtlinge, ebenfalls fast ausschließlich männliche. Pastor Gerald Meier hat in vielen Gesprächen eine Vorstellung über die Hintergründe dafür bekommen. „Die Syrer als Bürgerkriegsflüchtlinge sind mit ihren Familien aufgebrochen. Die Kinder und Frauen bleiben dann in den Massenflüchtlingslagern in der Türkei und im Libanon zurück. Die Väter, meist junge Männer, schlagen sich durch. Wenn sie als Asylbewerber anerkannt sind, holen sie den Rest der Familie nach“, erklärt er.
In den übrigen Fällen sei es so, dass sich jeweils das jüngste, überlebensfähigste Familienmitglied, meist ein Sohn, auf den Weg mache. „Viele, die hier sind, sparen dann ihr weniges Geld, um die Familie später nachzuholen“, so Meier.

Zwei Familien dürfen nun nicht mehr auf eine Zukunft in Deutschland hoffen. In der Gemeinde Tostedt ist indessen eine dritte Asylbewerberunterkunft geplant. Bei der Information der Bürger stellte die behördliche Aufsicht einiges klar:

Nicht einlassen wollte sich das Podium auf die Diskussion, dass in Wahrheit keine Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten nach Deutschland kämen, sondern nur religiöse Fanatiker, wie ein Anwohner lauthals behauptete.
Dass es sich bei den Flüchtlingen nicht – wie von manchen befürchtet – um durchweg kriminielle Randalierer handelt, die ihre Hormone nicht im Griff haben, machten der stv. Ordnungsamtsleiter Jürgen Lürtzing und Tostedts Polizeichef Hans-Jürgen Scholz deutlich. Ihren Erfahrungen nach würden die Bedenken binnen kürzester Zeit nach Ankunft der Flüchtlinge zerschlagen. Das sei vor allem auch dem großen Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher zu verdanken, die eine tolerante Willkommenskultur leben und versuchen, die Asylbewerber – u.a. durch Sprachkurse und gesellschaftliche Aktivitäten – zu integrieren. Es gebe nur vereinzelt Vorkommnisse, bei denen Asylbewerber einfache Diebstähle begingen oder sich untereinander stritten, so Scholz.

Da muss man die Frage stellen: Wo waren die Ehrenamtlichen in der Nacht zu Mittwoch um 1.30 Uhr? Warum griffen die beiden Somalier zum Alkohol? Warum hielten sie sich zu so später Stunde und auf diese Weise am Bahnhof auf? Wollten sie möglicherweise Tostedt verlassen?