Stützpunkt Europa: IS-Terror Camp in Bosnien

bosnien1Sie sind mitten unter uns. Längst hat der IS Europa nicht nur als Anschlagsziel, sondern auch als Basis für seine Kämpfer und Operationen ins Ziel genommen. Terroristen des Islamischen Staates haben in einem abseits gelegenen Dorf, heimlich Grundstücke und Häuser gekauft. Mitten in Europa, umgeben von tiefen Wäldern, liegt der Ort Osve in Bosnien ungefähr 60 km von Sarajevo entfernt. Ein Reporter der Sunday Mirror war vor Ort und berichtet.

Schießübungen im Wald – Frauen in Burkas

Sicherheitsdienste gehen davon aus, dass der IS das Dorf als Trainingslager nutzt, um Terroranschläge auf den Westen vorzubereiten. Pistolen und andere Waffen sind in Bosnien leichter als in anderen Teilen Europas auf illegalen Wegen zu erhalten – ein Erbe der Balkankriege der 1990er Jahre. Auch die strategische Lage beunruhigt. Aufgrund der Nähe zum Mittelmeer können Dschihadisten aus Syrien, dem Irak und Nordafrika die Region gut erreichen. Die Einreise geschieht meist aus Syrien über die Türkei, weiter nach Griechenland, dann durch Mazedonien und Serbien. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Ort nicht durch GPS kartiert ist.

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Außerdem ist das Dorf schwer zu erreichen. Kurvenreiche und sehr steile Straßen sind kaum breit genug, um sie mit Autos passieren zu können.

Mindestens 12 IS-Kämpfer sollen in den letzten Monaten hier trainiert haben. Der Terror Experte Dzevad Galijasevic sagt, dass von diesem Dorf bisher eine große Anzahl von Menschen nach Syrien gegangen sind und noch immer dorthin aufbrechen.

Dorfbewohner tragen Kleidung im islamischen Stil. Frauen tragen Burkas. Der Fahrer und Übersetzer riet den Reporter davon ab Fotos von ihnen zu machen. Außerdem empfahl der Begleiter sich schnell wieder aus dem Dorf zu entfernen. Es bestand die Gefahr, dass die Bewohner Verdacht schöpfen könnten. „Wenn sie die Kamera sehen, wird die Hölle losbrechen!“, so der Übersetzer.

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Trotzdem konnte der Reporter noch mit einem Dorfbewohner sprechen und erfahren, dass dieser das Dorf als „Nest für Terroristen“ bezeichnet. Natürlich will der Mann nicht genannt werden. Er erzählte noch, dass sie jede Woche Schüsse aus dem Wald hörten. Er vermutet Schießübungen oder Ähnliches und berichtete weiter, dass berüchtigte Mitglieder des IS hier Land kauften, aber es besser wäre in diesem Zusammenhang keine Fragen zu stellen. Der Interviewte macht sich außerdem Sorgen um die Erziehung seiner Kinder und plant weg zu ziehen. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, wer alles in diesem Dorf Eigentum erworben hat.

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Bedrohliche Ansammlung von IS-Kämpfern

Der IS-Fan Harun Mehicevic, ein Fanatiker der in den 1990er aus Bosnien nach Australien floh und dort als einer der gefährlichsten Männer des Landes galt, hat zwei Hektar in der Region erworben. In einer Predigt soll er vor einem Publikum mit potentiellen Rekruten Folgendes gesagt haben: „Allah wird mit Mudschaheddin („Heiligen Kriegern“) einen islamischen Staat errichten, in dem Muslime mit Würde und Ehre leben können“.

Auch andere Terroristen, wie Jasin Rizvic und Osman Kekic haben vermutlich Land in diesem Dorf gekauft. Beide kämpfen zurzeit mit dem IS in Syrien.

Ein muslimischer Führer aus Bosnien Herzegowina, Izet Hadzic, der vor kurzem bei einer Razzia festgenommen wurde, hat ebenfalls Eigentum in Osve, wie viele weitere Dschihadisten die momentan im Irak und in Syrien kämpfen.

Nicht nur in Osve richtet sich der IS ein. Zu einem Anti-Terror Einsatz im Norden des Landes, im Dorf Gornja Maoca, gab es Berichte, dass in den Häusern die IS-Flagge sicher gestellt wurde. Zudem ist das Gebiet die Heimat von Anhängern der streng islamisch, sunnitischen Wahabiten-Bewegung.

Überflüssig zu erwähnen, dass die zurückkehrenden Kämpfer nicht nur für Bosnien, sondern auch darüber hinaus eine Gefahr für ganz Europa darstellen. Zu dieser Erkenntnis kommt auch ein Bericht der Behörden des Landes über Dschihadismus in Bosnien.

Zwischen 2013 und 2014 sollen 156 bosnische Männer, 36 Frauen und 25 Kindern nach Syrien aufgebrochen sein. Offiziell wird davon ausgegangen, dass bisher 48 zurückgekehrt sind. Zeitbomben, die nur auf die passende Gelegenheit warten, um zu detonieren. Nicht in dieser Rechnung enthalten sind all jene, die sich zusätzlich aus dem Nahen Osten aufmachen, um als „Flüchtlinge“ getarnt, ebenfalls den Terror nach Europa zu tragen. Bei dieser Entwicklung stehen wir allerdings erst ganz am Anfang.