demo1Die Deutschen protestieren gerne. Dagegen gibt´s nichts zu meckern; denn es ist jedermanns (-fraus) Recht, sich die Hacken schiefzulaufen und den Hals heiser zu krähen, wenn´s um „die gute Sache“ geht. Und da es den Linken in diesem Lande immer (nur) um die gute Sache geht, sind die Proteste in Deutschland gemeinhin linkslastig. Wenn dann ´mal so ein Grüppchen von fünfzehn- oder zwanzigtausend nichtlinken Bürgern protestiert, geht das „aber auch gar nicht“, weil es bei denen logischerweise nicht um eine „gute Sache“ geht – da nicht sein kann, was nicht sein darf. Solche bürgerlichen Protestler sind automatisch – der Reflex funktioniert immer! – „Faschisten“, denen man das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht einräumen darf, da sonst die Demokratie gefährdet wäre.

(Von Peter Helmes, conservo.wordpress.com)

Kein Protest gegen links, kein Protest gegen den Zeitgeist

Noch schlimmer ist es natürlich, wenn sich Proteste gegen links richten. Das ist ja wohl das Letzte! Und muß frühzeitig verhindert werden! Jawoll! Und wenn dann so ein paar Irregeleiteten für ein angebliches „Recht auf Leben“ demonstrieren wollen, ist das der beste Beweis für die Gefährdung unserer Nation. Wer gegen Homo-Ehe auf die Straße geht, wer sich gegen die „Frühsexualisierung“ unserer Kinder wehrt, war also (auch verborgen gehaltene) Pädophilie in Kindergarten und Schule trägt oder dafür eintritt, daß Ungeborene leben (dürfen) – also gegen „Abtreibung“ demonstriert, stellt sich automatisch außerhalb unserer Gesellschaft.

Denn wir haben gefälligst stolz zu sein auf die Errungenschaften der Neuzeit: Auf zahllose neue „Geschlechterformen“ (LSBTTIQ) und noch zahlreichere Formen des Zusammenlebens, auf Frühsexualisierung, Euthanasierung äh „Sterben in Würde“ oder auch „Vielehe“ (aller mit allem). Die Ehemöglichkeit mit einem Besenstiel oder einer Hauskatze kommt wohl auch bald; jedenfalls dürfen wir jetzt schon ´mal zusammen beerdigt werden. Und dafür wird demonstriert, nach Leibeskräften. Capito?

Nein, und nochmals nein. Wer noch einen Funken „Anstand“ – welch gräßliches Wort aus der Steinzeit! – im Leibe hat und sich nicht dem Zeitgeist hingeben will, kommt deshalb zur Großdemonstration am 19. September in Berlin! Immerhin, diese Veranstaltung scheint den Linken Sorge zu bereiten. Schon im Frühjahr dieses Jahres begannen sie, gegen diesen „Auflauf reaktionärer Horden“ Stimmung zu machen, „Munition“ (auch im schlimmen Sinne des Wortes) zu sammeln und zur Blockade des „Marsches für das Leben“ aufzurufen. Es wird also munter in Berlin.

Marsch für das Leben: „Anwälte des Lebens und der Humanität“

Der Vorsitzende des (veranstaltenden) Bundesverbandes Lebensrecht (BVL), Martin Lohmann, begründete die Notwendigkeit des „Marsches für das Leben“ (auf kath.net):

…Warum? Weil das Lebensrecht nicht teilbar ist und die Würde des Menschen – von der sogar das Bundesverfassungsgericht ausging, als es dem bereits ungeborenen Menschen das Lebensrecht „zugestand“ und jede Tötung eines ungeborenen Menschen grundsätzlich als schweres Unrecht, als verboten definierte – nicht in Scheiben geschnitten und abgestuft werden könne. Nicht zuletzt deshalb ist der Marsch für das Leben seit Jahren schon nicht mehr „nur“ ein Marsch für das Lebensrecht der noch nicht geborenen Menschen, sondern eine Demonstration vieler Menschen aus allen Generationen für das Lebensrecht eines jeden Menschen, egal, in welchem Stadium seines Lebens er sich gerade befindet. Die Teilnehmer des Friedens-Marsches für das Leben in Berlin sind Anwälte des Lebens, Anwälte für eine Humanität, die allen (!) zugute kommt. Und davon kann es – zumal in einer in Sprache und Denken reichlich verwirrten Zeit – nicht genügend geben!

Der meinen Lesern durch seine kritischen Kommentare seit langem bekannte katholische Streiter Klaus Hildebrandt ergänzte den Aufruf Lohmann in seiner typischen Art:

Berlin ist erneut Veranstaltungsort für den Marsch für das Leben am 19. Sept. 2015, an dem im vergangenen Jahr etwa 6.000 Teilnehmer aus der ganzen Republik mitmachten. Wenn das mal kein ein gutes Omen ist! Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in diesem Jahr weiter an Momentum gewinnen werden und das Recht aller Menschen auf Leben in unsere Hauptstadt hineintragen können. Betrachtet die Mitteilung Lohmanns als Auftakt für den Marsch!

Der Text – der auch als Einladung an die Bischöfe gedacht ist – enthält interessante Ausführungen zum Lebensrecht und Stand der Dinge. Ich hoffe weiterhin auf einen Dammbruch, dass ein hoher Bischof endlich den Mut aufbringt mitzumarschieren. Wer sich offen für das Leben und die Nächstenliebe ausspricht und in diesen schwierigen Zeiten Gesicht zeigt, braucht sich wirklich nicht zu schämen. Wenn unser Land so viel Energie in den Lebensschutz und die Familien investieren würde wie in Wirtschaft, Außen- oder Verteidigungspolitik, dann wäre es ein ganz Anderes (…)

„Ein Herz für ungeborene Kälber“ – kein Herz für ungeborene Kinder?

Soweit Klaus Hildebrandt. Dann reicht er einen Text nach, der auch abgehärtete oder „abgebrühte“ Menschen erschüttern kann:

Abtreibung: Körperteile von toten Babys werden bei Partial-birth-Abtreibungen „geerntet“

…Es gibt Dinge, worüber man diskutieren kann, aber hier hört es definitiv auf: Gerhard Stumpf (forum-deutscher-katholiken.de] am 16.07.15 an „Verborgene_Empfaenger:

Betreff: Stellungnahme des Forums Deutscher Katholiken zum Schutz der ungeborenen Kälber

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
Nachrichten. die die Politik sensibilisieren:
„Leidvoll: Das Schlachten trächtiger Kühe“ – ARD Mediathek
„Kälber ersticken in Gebärmutter“ – Handelsblatt?
„Die ungeborenen Kälber ersticken langsam“ – Die Welt
„Der Tod der Feten durch einen Mangel an Sauerstoff ist von Schmerzen und Leiden geprägt“, führt das Ministerium in einer Pressemitteilung aus.
Der Landwirtschaftsminister: „Ich möchte, dass wir so bald wie möglich diese Praxis beenden.

Offensichtlich gibt es viele einflussreiche Menschen, die ein Herz für ungeborene Kälber haben.

Also, vom „Handelsblatt“ bis zur „Welt“ – von den Gutmenschen ganz zu schweigen – Proteste gegen das Schlachten trächtiger Kühe. Und der Herr Bundeslandwirtschaftsminister beeilt sich, dem tief betroffenen Volk mitzuteilen, daß er sich gegen diese „unmenschliche“ (untierische) Praxis ´was einfallen lassen wird.

Abtreibung und Euthanasie ergänzen sich

Daß wir uns nicht mißverstehen: Ich lebe seit frühester Kindheit mit Hunden und Katzen und bin Mitglied im Tierschutzverein. Ich liebe Tiere. Aber ich achte auch die Menschen. Und da stößt mir – und gottseidank nicht nur mir – sauer auf, daß hier gegen das Schlachten trächtiger Kühe lautstarker Protest organisiert wird, während man auf ähnliche Proteste und Pressestimmen(!) gegen das Abschlachten ungeborener Kinder im Mutterleib – verharmlosend „Abtreibung“ genannt – vergeblich wartet. Das Leben, das (medizinisch unbestritten) bereits vor der Geburt beginnt, ist ein Geschenk, das man gerade in einer so reichen Gesellschaft wie der unseren nicht wegwerfen darf. Abtreibung und Euthanasie sind die zwei Seiten einer Medaille.

Dem Vorsitzenden des Forums Deutscher Katholiken, Prof. Gindert, z. B. erwartet von den Politikern erst recht „ein Herz für ungeborene Kinder“.

Hier ist seine Stellungnahme im Namen des Forums Deutscher Katholiken:

„Es ist absolut inakzeptabel, dass trächtige Kühe geschlachtet werden. Deswegen wollen und müssen wir etwas dagegen tun“, sagt Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Er wird dabei von den Schlachthausveterinären, von der deutschen Fleischwirtschaft und vom deutschen Bauernverband unterstützt. Was ist die Begründung?

Die ungeborenen Kälber ersticken nach dem Tod der Kuh in einem Prozess, der bis zu 20 Minuten dauern kann. Das sei aus ethischen Gründen nicht vertretbar.

Die Initiative des Bundeslandwirtschaftsministers für die ungeborenen Kälber ist zu begrüßen. Sie provoziert aber gleichzeitig die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, dass ungeborene Kinder im Mutterleib getötet werden dürfen?

Auch Abtreibung ist qualvoll!

Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers verlangt ein Weiterdenken, nämlich dass zum wirksamen Schutz der ungeborenen Kinder das System der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung geändert werden muss.“

Prof. Dr. Hubert Gindert

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27 KOMMENTARE

  1. Aber wenn geborene Rinder, Ziegen, Schafe etc. qualvoll geschächtet werden, dann sagen sie nix….

  2. Ich erinnere mich noch an den Münchner Marsch vor so etwa 7 Jahren. Da wurde extra für uns, die Kirche vor der der Marsch endete zugesperrt. Normalerweise sind Kirchen, wenigstens katholische ganztägig geöffnet. Wenn jemand aber friedlich gegen Massenmord demonstriert, dann ist das für die Kirche Grund genug, ihre Türen vor diesen Leuten zu verschliessen.

  3. Wer für Kinder und gegen Abtreibung ist, ist Nazi.
    So die Logik der Antideutschen Faschisten(AntiFa).

    Und fällt das Nazi Wort, dann gerät der Deutsche in Panik.
    So wie im Mittelalter, als man „Hexe“ statt „Nazi“ rief.
    Mit beiden Begriffen konnte man ein Leben auslöschen.

    Mir selbst macht es nichts aus Nazi genannt zu werden.
    Denn dann muß ich etwas Richtiges gesagt oder getan haben.
    Würde die Gegenseite mir allahdings zustimmen, dann wüsste ich, dass ich etwas sehr dummes gesagt oder getan haben muß.

  4. Mal ganz unabhängig davon wie man zu Abtreibung steht, wer in diese verkorkse Gesellschaft noch sehenden Auges Kinder setzt, hat doch einen an der Waffel.
    Und jetzt braucht keiner sagen, dass wegen solchen Ansichten der Laden im Arschh ist – nein, ich habe diese Meinung, weil das Land den Bach runter geht. Als Teenager hatte ich noch Hoffnung, da hab ich mir auch noch Kinder gewünscht. Aber mittlerweile wollte ich den Irrsinn hier in Schwachmatistan meinem hypothetischen Nachwuchs nicht mehr zumuten.

  5. #5 MadMurdock,

    muss es auch nicht! 😉

    Griechische Juden prägten vor 2000 Jahren den Begriff “Nazi”,
    der für Personen aus dem “heiligen Herkunftsort” (Nazareth) sowie für “von Go auserwählte,
    heilige Personen” steht und Eingang in die Bibel fand.“Die Bezeichnung ¸Jesus von Nazareth’
    dürfte somit verstanden werden als ¸Jesus der Nazarether’ [in der englischen Bibel ¸Nazirite’
    genannt, zu deutsch: Naziverehrer, also Nazi] …. Die Bezeichnung ¸Nazirite’ bedeutete ¸eine heilige
    oder hervorgehobene Person, auserwählt von Go’ [Bibel, Amos 2:11,12]….Somit war Jesus gemäß
    Evangelien ¸ein Heiliger’ oder ein ¸von Go Hervorgehobener’ in Verbindung mit Nazareth, dem
    ¸Herkunftsort des Heiligen bzw. des Erhabenen’. … Der Begriff Nazirite [englische Bibel, oder
    ¸Nasiräer’, deutsche Bibel von 1871] stammt aus der Wurzel Nzr oder Nsr und ist höchst
    bedeutsam. Nsr dürfte ein altertümliches ägyptisches Verb sein, das bedeutet ¸brennen’ oder
    ¸lodern’. Das Wort Nsrsr ist deshalb mit ¸Insel des Feuers’ zu überseen. (Alan F. Alford, When
    The Gods Came Down, Hodder and Stoughton…

    Original ansehen (https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2014/01/10/wissen-sie-uberhaupt-wo-der-begriff-nazi-herstammt/)

  6. da fehlen
    einem
    die Worte.

    das Gleiche
    bei der Flüchtlingsproblematik.
    jeder neu bebaute Quadratmeter
    wird beklagt,
    dann werden Millionen
    Menschen ins Land gelassen/-holt
    und Flächen zugestellt
    und Quartiere überbevölkert.

  7. #6 Tess

    keine Kinder wollen
    und
    ein Kind abtreiben,
    das sind zwei ganz
    andere Verhaltensweisen.

  8. Politische Protestkultur

    Leben wir wirklich in einer Demokratie? Ich bezweifle das sehr. Politiker Marionetten aller Farben müssen die Anweisungen von Onkel Sam „YES we can“ ausführen. Nur wenige trauen sich in der Öffentlichkeit die Tatsche beim Namen zu nennen.

    Proteste sind eine Art zur gesellschaftlichen Selbstbefriedigung geworden. Ziele werden oftmals nicht erreicht. Erschreckend ist die Intoleranz von selbst ernannten Gutmenschen die sich im Laufe der Jahre eingeschlichen hat. Schwarz weis Denkmuster statt Weltoffenheit. Böse und schlechte, Linke und Rechte, schwarze und weiße (weise) Menschen. Wir dürfen die Dinge nicht so sehen wie sie sind, sondern wie sie sein sollten. George Bernard Shaw ein weiser Vordenker.

    Politically Incorrect leistet einen hohen Beitrag zur eigenen Meinungsbildung von besorgten Bürgern.

    Querdenker

  9. Tja, leider macht der Autor genau das was er anderen vorwirft.
    Er geht davon das man einfach gegen Abtreibung, gegen eine diffuse angebliche Homosexualisierung der Gesellschaft sein muss und wer es wagt das anders zu sehen, ist gegen die Meinungsfreiheit.
    Niemand spricht diesen kleinen Gruppen das Recht auf Meinungsäußerung ab – aber sie müssen damit Leben das andere Menschen (in diesem Fall sogar ein riesiger überwiegende Teil der Bevölkerung) das anders sieht und das auch mitteilt.

  10. ES IST SCHÖN, DASS WIR TIERE SCHÜTZEN!

    MÜSSEN WIR IMMER ÜBERTREIBEN?

    MÜSSEN WIR UNS MENSCHEN HASSEN?

    AFFENLIEBE

    „“So reagiert dieser Gorilla auf ein Wiedersehen mit seinem Pfleger…

    „Er sah mir in die Augen, mit solch einer Intensität und Liebe – es war ein unbeschreiblicher Augenblick.“…

    Es zeigt ihre friedliche, menschliche[sic] Seite und welch bemerkenswerte Tiere Gorillas sind.““
    (HUFFINGTON-POST, 3.8.15)

  11. @ #6 Tess (04. Aug 2015 22:36)

    WAS SOLLTEN UNSERE GROSSELTERN SAGEN, die immerhin zwei Weltkriege, Währungsreformen, Hungersnöte, Bombennächte, gefallene Söhne, vergewaltigte Töchter erlebten?

    Ich vermute, Sie denken mehr an sich. Sie möchten Ihr Leben nicht für Kinder einschränken, wenn Sie dafür vielleicht nie einen Lohn sehen werden.

    Hätten die Iberer aufhören sollen, Kinder zu bekommen, immerhin lebten sie, unterdrückt, als Dhimmis und Sklaven fast 800 Jahre unter maurischer Besatzung?

  12. In der Schwäbischen Zeitung forderte gestern PETA die Abschaffung von Kutschfahrten, weil bei uns eine solche umgefallen ist… Wir leben in einem völlig absurden Sch…land!

  13. #13 Reconquista2010 (05. Aug 2015 10:26)
    In der Schwäbischen Zeitung forderte gestern PETA die Abschaffung von Kutschfahrten, weil bei uns eine solche umgefallen ist… Wir leben in einem völlig absurden Sch…land!
    ———————
    ich dachte die Meinungsfreiheit ist so großarig??!!
    Dazu gehören auch sinnlose und bizarre Meinungen.
    So etwas hat eh keinerlei Aussicht auf Erfolg, aber sagen kann man ja mal und nur wenn es dafür ist, dass man hier seine Vorurteile bestätigt sieht.
    Ein Sch….land wäre es, wenn solche Meinungen nicht laut gesagt werden dürften (ich weiß das viele sich hier das wünschen).
    Aber genau das ist Demokratie und Meinungsfreiheit und dann ist es auch egal wie man selber zu dem Thema steht!

  14. Die Forderung des Bundeslandwirtschaftsministers verlangt ein Weiterdenken, nämlich dass zum wirksamen Schutz der ungeborenen Kinder das System der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung geändert werden muss.

    In einer gesunden Gesellschaft wäre es genau andersherum:

    Nachdem man das qualvolle und würdelose Töten ungeborener Kinder in Frauenkörpern verurteilt hat, kann man dazu übergehen, diese moralischen Maßstäbe auch auf Tiere auszuweiten – völlig unabhängig vor irgendeinem Landwirtschaftsminister.

  15. Das mit den Viechern hab ich im übrigen nie verstanden. Welcher Bauer lässt ein Tier decken, was ja immerhin mit Kosten verbunden ist und schlachtet es dann, bevor der Nachwuchs da ist. Verdient wird ja hauptsächlich daran, Jungtiere aufzuziehen und die anschliessend zur Mast zu verkaufen. Gut, es mag solche Fälle geben, aber mit Sicherheit nicht in dem Ausmass, der auf die Abtreibung zutrifft. Da redet man immerhin von 1000 Fällen/Tag.

  16. Schwieriges Thema wie ich finde.
    Natürlich haben Lebensschützer das Recht ihr Meinung zu äußern und es besteht auch ein Ungleichgewicht in der Berichterstattung darüber. Das Leid der Kühe wird aktuell medial ausgeschlachtet.
    Die Lebensschützer sind aber auch nicht ganz ohne.
    Auf dem neusten Stand sind sie mit ihren Zahlen nicht
    Abtreibungen sind zum einen nicht legal sondern werden nicht strafrechtlich verfolgt. Das ist ein Unterschied. Wer eine Abtreibung vornehmen lassen will muss sich einem aufwendigen Procedere unterziehen. Arztbesuch , erstellen der Indikation, Beratungsgespräch in einer Schwangerenkonfliktberatung. dieses Procedere führt auch dazu dass sich viele Frauen doch für das Kind entscheiden. Wenn die Abtreibung abgeschaft wird führt daas nur dazu das illegale Abtreibungen durchgeführt werden–>Engelmacherinnen.
    Die Pille danach unterschlagen die Lebenschützer auch immer in ihrer Argumentation . Die ist weitaus gefährlicher.
    Da würde ich mir von den Religioten mehr Realitätsinn wünschen. Wir leben hier in einem säkularen Staat da hat die Meinung von religiösen Gott sei Dank nur wenig Gewicht.

    @Uli12us
    Es geht um die Milch.
    Nur trächtige Kühe geben Milch
    Um eine kontinuirliche Milchproduktion zu gewährleisten werde Kühe dauergeschwängert und die Kälber dann getötet das ist schon grausam.

  17. Bei der Abtreibungsdebatte werden die Konservativen zu den gleichen Pseudomoralpredigern wie es die Linken in der Flüchtlingsdebatte sind. Die eigene Meinung wird moralisch überhöht, die anderen sind böse Mörder.

    In keinem einzigen von konservativen Abtreibungsgegnern verfassten Artikel habe ich jemals eine sachliche, rationale Auseinandersetzung mit dem Thema gefunden. Es geht nur um „Recht auf Leben“, was das sein soll, und wer das hat und warum und in welchem Verhältnis es zu anderen Rechten steht, wird niemals thematisiert. Kein Wunder, denn da müsste der Abtreibungsgegner vermutlich zugeben, dass er sich auf ganz dünnem Eis bewegt. Stattdessen werden haufenweise Pauschalisierungen rausgehauen:

    Auch Abtreibung ist qualvoll!

    Ach ja? Für wen? Für die Mutter? Oder für das Embyo? Oder für den „Lebensschützer“?
    Fakt ist: „qualvoll“ kann etwas nur dann sein, wenn es ein Subjekt mit einer bewussten Wahrnehmung, einem Bewußtsein gibt, das diese Qual wahrnehmen kann. Für einen Tisch ist das zersägen nicht qualvoll, für eine Diestel ist das herausreissen nicht qualvoll, für ein Bakterium ist das desinfizieren nicht qualvoll.
    Da können wir auch wirklich froh drüber sein, weil wir uns sonst lieber gleich selbst umbringen sollten, … ach nee, das wäre ja aus Sicht der „Lebensschützer“ auch wieder unmoralisch.

    So und wann hat ein Kind eine bewußte Wahrnehmung?
    Bis zum 14. Tag der Schwangerschaft existiert noch nicht einmal ein Embryo, sondern nur eine Blastozyste. Das ist ein Zellhaufen, ohne jegliche Differenzierung der Zellen. Das hat noch weniger Bewußtsein als mein Blinddarm.
    Das Gehirn des Fötus beginnt erst mit der 9. bis 10. Schwangerschaftswoche Aktivität zu entwickeln.
    Vorher gibt es also kein Subjekt das ein Bewußtsein, bzw. eine Wahrnehmung hat.
    Und wann ist das Bewußtsein da? Das weiß ich nicht, aber das weiß auch Herr Helmes ganz sicher nicht. Das müsste man schon der Wissenschaft überlassen.

    Ohne ein Subjekt gibt es auch keine Qual, und es gibt kein Recht auf irgendwas.
    Bei der 12. Schwangerschaftswoche kann man das komplett anders sehen. Muss man nicht, kann man aber. Wer sich dieser Diskussion aber selber entzieht, sich auf den Standpunkt „sobald das Spermium die Eizelle befruchtet hat, ist das ein menschliches Leben, Punkt“ beschränkt, der muss sich nicht wundern, wenn man ihn nicht erst nimmt.

    Und nun nochmal zum Thema Moral. Wenn ein linker „Antispezizist“, sich über das Schlachten und Essen von Tieren echauffiert, dann wird das von konservativer Seite im besten Fall belächelt, meist aber eher als irre, krank und verblendet abgetan. Für einen Konservativen „Lebensschützer“ ist also das Leben einer Haufens undifferenzierter Zellen mehr Wert, als das Leben eines wahrnehmenden und fühlenden Wesens, das Schmerz, Angst und Freude empfinden kann, wie z.B. eine Kuh.
    Und das Überleben dieses Zellhaufens zählt mehr als die zukünftige Lebensqualität der Mutter, und des Kindes.
    Die Moral dahinter ist also überhaupt nicht auf Vermeidung von Leid ausgelegt, sondern auf irgendein religiöses Dogma. (Und darauf, dass gewisse Dinge zu anstrengend sind, wer will schon auf leckeres Fleisch verzichten…)

    Das ist für mich einer der Grenzpunkte wo ein konservatives Weltbild in ein religiös reaktionäres übergeht. Bei den Gegnern von „Sterbehilfe“ geht das ganze schon in ein krankhaft anti-liberales, anti-auklärerisches und menschenfeindliches Weltbild über, dessen moralischer Kern darin besteht, dass das Erzeugen – durch Unterlassung – von physischem und seelischem Leid bei einem Menschen gerechtfertigt ist, wenn andere das auf Grund ihrer religiösen Vorstellungen für besser halten. Gott bewahre, dass wir jemals wieder in einer Welt leben müssen, die von solchen Ansichten bestimmt wird.

    Meine persönliche Ansicht als dedizierter Rationalist dazu: https://i.imgflip.com/p33w2.jpg
    >:-)

  18. #18 Selberdenker (05. Aug 2015 10:49)

    In einer gesunden Gesellschaft wäre es genau andersherum:

    Nachdem man das qualvolle und würdelose Töten ungeborener Kinder in Frauenkörpern verurteilt hat, kann man dazu übergehen, diese moralischen Maßstäbe auch auf Tiere auszuweiten – völlig unabhängig vor irgendeinem Landwirtschaftsminister.

    Dabei haben Sie eines nicht bedacht: In unserer Gesellschaft wird das „qualvolle und würdelose Töten ungeborener Kinder in Frauenkörpern verurteilt“, es ist verboten, und jenseits einer Frist auch strafbar. Nur weil unsere gesetzlichen Regelungen einigen noch nicht weit genug gehen oder zu weit gehen, heisst das nicht, dass wir nicht schon lange einen Rahmen dafür geschaffen haben.

    Nur weil sich Scheibwelt-Anhänger und Hohlwelt-Anhänger nicht über die Form der Erde einigen können, heisst das nicht, dass wir deshalb keine Raumsonde zum Pluto schicken fürfen.

  19. #21 mabank
    Danke, mabank. Ich hatte mich beim Lesen dieses Artikels schon allein auf weiter Flur gefühlt.
    An die anderen Kommentatoren ein paar Argumente in ungeordneter Reihenfolge:
    Frauen, die abtreiben werden nicht kurz vor der Niederkunft geschlachtet. Sie werden nicht ermordet. Sie wollen kein Kind.
    Warum verhüten sie dann nicht? Es gibt doch alle Arten von Kontrazeptiva in Hülle und Fülle. Frau kann sie sogar kombinieren, dann sind sie garantiert sicher. Vielleicht wollten diese Frauen ja einen Mann reinlegen und er hat sich nicht mit der Schwangerschaft erpressen lassen? Vielleicht haben sie einfach keinen Bock, sich um Verhütung zu kümmern? Abtreibung zahlt ja die Kasse.
    Möchtet ihr so eine verantwortungslose Person als Mutter???
    Nun zu den Kühen: Sie werden hochträchtig geschlachtet, weil der Rindfleischbedarf enorm gestiegen ist – und wer fordet dieses Rindfleisch?? Das wisst ihr doch alle.
    Ich bin aus Überzeugung bei PI UND als Vegetarierin seit Jahrzehnten Mitglied bei ProVieh (siehe Foto oben). Das passt zusammen. Die sind gegen das Schächten wie wir!

  20. #24 Wirtswechsel (05. Aug 2015 14:09)
    Warum verhüten sie dann nicht?
    ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
    Was macht das für einen Unterschied, für die die bei so etwas auf die Straße gehen ist Verhütung das Selbe wie Abtreibung?
    Jeder Lebensentwurf der nicht 2-3 oder mehr Kinder ergibt und bei dem jeder Geschlechtsverkehr nicht unter dem Aspekt der Zeugung steht, wird ja strikt abgelehnt.

  21. #22 732 (05. Aug 2015 13:49)
    Was hat ein Politiker bei so einen Kongress der Katholiken su suchen?
    Privat kann er das ja gerne machen aber in seiner Position als Politiker hat er auf so einer Veranstaltung definitiv nix zu suchen.
    #23 Wirtswechsel (05. Aug 2015 14:09)
    Pauschalisieren hat noch nie zur Klärung eines Sachverhalts beigetragen. Offenbar herrscht hier eine große Unkenntnis bzgl Schangerschaftsabruch.
    Erst einmal kann nicht jede Frau wie sie gerade lustig ist abtreiben. Dafür gibt es ganz eng gesteckte Regelungen. Wenn eine Frau einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung zieht muss sie im ersten Schritt zum Gynäkologen eine Indikation stellen Lassen ( Sozial- Medizinisch oder aus kriminologischen Gründen zb Schwanger durch Vergewaltigung) Das muss auch belegt werden. Danach muss eine Beratung durch eine Schwangerenkonfliktberatungsstelle erfolgen. Danach kommt erst der Schwangerschaftsabbruch, wenn überhaupt. Ein Schwangerschaftsabbruch der ohne Indikation oder nach den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft ist nach wie vor Mord und wird auch strafrechtlich verfolgt.
    Das sich die Lebensschützer aber auch immer nur darauf konzentrieren ist realitätsfremd.
    Mittlerweile gibt es freiverkäuflich die Pille danach, die ist bei den religiösen aber nie Thema.
    Ganz ehrlich ich bin froh das die Lebensschützer mit ihren Ansichten eher neben her laufen.

  22. #26 GundelGaukeley
    Frauen, die sich verhalten wie in den von mir aufgeführten Beispielen habe ich selbst kennengelernt. Sie haben mir persönlich davon erzählt. Ich wollte nicht pauschalieren, sondern lediglich darauf hinweisen, dass es oft besser ist, wenn solche Personen keine Kinder haben. Ein Kind sollte weder als Mittel zum Zweck missbraucht werden, noch unter einer verantwortungslosen egoistischen
    Mutter leiden müssen.
    Damit meine ich natürlich kein schwangeres Vergewaltigungsopfer. Diese Sichtweise findet man bekanntlich bei Moslems, sogar in Dubai. Auch die Abtreibung fast völlig entwickelter Babies durch Tötung der Mutter ist eine orientalische Eigenheit.
    Dasselbe in einem zivilisierten Land mit Kühen zu tun, finden anscheinend nur wahre Tierfreunde widerlich. Schade, dass ihr mehrheitlich so wenig Mitgefühl mit der ausgebeuteten Kreatur habt, und schade, dass die Hindus in diesem Fall nicht protestieren.

  23. #15 Maria-Bernhardine (05. Aug 2015 09:42)

    Mal ganz abgesehen davon, dass meine eigenen Großeltern sicher keine zwei WKs erlebt haben, finde ich Ihren Kommentar ziemlich anmaßend.
    Ich selbst weiß mit Sicherheit besser als Sie, warum ich in diesem Deutschland keine Kinder großziehen möchte.

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