Video: Til Schweiger will protestierende Bürger in Freital wegschaffen und einknasten lassen

tsManchmal kann es gutgehen, wenn sich ein Schauspieler in die Politik einmischt. Ronald Reagan beispielsweise war wohl einer der besten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Aber was Til Schweiger am Mittwoch Abend an unverschämten Sprüchen in der Maischberger-Sendung zum Thema Asyl und Flüchtlinge von sich gegeben hat, war noch weit unter rotgrünem Gossenniveau. Der Nuschler offenbarte eine linksverdrehte geistige Eindimensionalität, die man sonst nur von den Plärrern der „anti“-faschistischen Straßentrupps her kennt. Den CSU-Generalsekretär Scheuer blaffte er aggressiv an: „Sie gehen mir auf den Sack!“ Die Demonstranten in Freital, die sich völlig zurecht gegen ein Asylantenheim in ihrem Ort wehren, seien ein „verfassungsfeindlicher Mob“, auf „Mord“ und „Brandlegung“ getrimmt, den die Polizei wegschaffen und für eine Nacht einknasten solle.

(Von Michael Stürzenberger)

In Freital riefen einige der Demonstranten in ihrer Erregung „Der Dreck muss weg“. Die Wortwahl „Dreck“ für Menschen ist sicher nicht zielführend, aber die Forderung, dass alle illegalen Asylbetrüger das Land unverzüglich verlassen sollen, ist selbstverständlich richtig. Schweiger nahm diesen einen Satz aber zum Anlass, alle zu Recht besorgten Bürger in Freital und natürlich auch andernorts pauschal in die Nazitonne zu treten. Der Schauspieler steigerte sich in einen Wortschwall sondersgleichen hinein, als ob diese rechtschaffenen Bürger in SA-Manier auf den Straßen Asylanten niedermetzeln und die von ihnen in Beschlag genommenen Häuser anzünden würden. In Freital sei ein „Mob“ unterwegs, der „verfassungsfeindlich“ und voller „Fremdenhass“ sei sowie zu „Brandanschlägen“ und „Mord“ aufrufe. Teil eins seiner völlig absurden, unverschämten und realitätsfremden verbalen Entgleisungen:

Die Demonstranten in Freital will Schweiger kurzerhand von Hundertschaften der Polizei wegschaffen und einknasten lassen, da sie seiner Meinung nach „die Verfassung bekämpfen und abschaffen“ wollen. Am Ende dieser zweiten Schimpfkanonade fällt auch der „Sack“-Spruch zu dem CSU-Generalsekretär Scheuer, den er zuvor nur als „diesen Politiker“ ansprach, da er ihn nicht einmal kannte:

Was für ein linksverdrehter Naivling. Alles „arme, bedauernswerte, gequälte, vergewaltigte, gefolterte und kriegstraumatisierte Flüchtlinge“? Zwei Drittel aller Menschen, die in unser Land eindringen, sind reine Wirtschaftswanderer, Glücksritter und Sozialhilfe-Erschleicher, fast alles junge kräftige Männer, darunter nicht wenige potentielle Drogendealer, Diebe, Frauenbelästiger und sonstige Kriminelle. Und dieser Typ erdreistet sich, alle Bürger als mordlüsterne Nazis zu diffamieren, die solche Invasoren nicht in ihrer Nachbarschaft haben wollen. Diesen „Kein-Hirn-Ohr-Hasen“ mit „Honig im Kopf“ sollte man eine Woche lang neben ein Asylantenheim einquartieren und jede „Bereicherung“ genüßlich registrieren. Beispielsweise in Suhl, wo die mohammedanischen „Flüchtlinge“ gestern Abend randalierend durch die Stadt zogen.

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Aber es kam in der ARD-Sendung noch besser. Der Schauspieler versuchte sich noch in Geschichts-„Unterricht“ und sonderte den völlig idiotischen Satz „Wir haben die Gastarbeiter geholt, weil wir unser Land nicht alleine aufbauen konnten“ ab:

Dass so einem Schwätzer in einer GEZ-finanzierten Sendung so viel Raum gegeben wird, sagt viel über den desolaten Zustand des Staatsfunks aus. Um das Volk zu dressieren, scheint jedes Mittel Recht zu sein. Da lässt man auch einen völlig unwissenden und unbeherrschten Proleten, der es irgendwann geschafft hatte, mit Manta Manta-Filmchen vor die Kamera zu kommen, blödsinnige Dinge schwadronieren.

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Um es kurz zusammenzufassen: Das Wirtschaftswunder wurde alleine von Deutschen geschafft. Ab 1955 klopften dann allmählich Italien, Portugal, Spanien und Griechenland an, da sie ihre Arbeitslosen wegbekommen wollten. Und die Türken, deren Staat Anfang der 60er völlig desolat war, wollten ihre 30%ige Arbeitslosigkeit mildern. Deutschland hat die Türken widerwillig, unter strengen Auflagen und nur aus Rücksicht auf ihre Nato-Mitgliedschaft aufgenommen. Eine Zeittafel hierzu:

21. Juni 1948 – Währungsreform in den Westzonen. Die D-Mark wird eingeführt. Der deutsche Außenhandel beginnt wieder.

1950 – Deutschland erreicht – trotz der fehlenden Ostgebiete – in den vier Zonen wieder die Wirtschaftsleistung von 1936. Die Arbeitslosenquote in Deutschland beträgt 12,2%

1952 – Im Westen Deutschlands ist das Wirtschaftswunder in Gang gekommen. Hohe Wachstumsraten, deutsche Innovationen und der Marschallplan führen zu hohem Wirtschaftswachstum und dem Aufstieg Deutschlands zu einer führenden Industrienation.

1952 – Bis 1952 fließen 13,1 Milliarden US Dollar aus dem ERP/Marschallplan in die Staaten der OEEC. Deutschland zählt seit 1952 nicht mehr zu den „bedürftigen Staaten“.

1953 – Die italienische Regierung bittet in Deutschland um die Erlaubnis, Arbeitskräfte nach Deutschland schicken zu dürfen. Dadurch soll das Außenhandelsdefizit mit Deutschland abgebaut werden und durch die Heimatüberweisungen der Italiener in Deutschland die Devisenkassen gefüllt werden.

1955 – Das Wirtschaftswunder und die deutsche Industrie läuft auf vollen Touren.

1955 – 0,4% der Arbeitskräfte in Deutschland sind Ausländer.

1955 – Trotz der Ablehnung aus dem Wirtschaftsministerium schließt das Außenministerium nach zwei Jahren Druck aus Italien ein Abkommen über den „Austausch“ von Arbeitskräften mit Italien. Dieses Abkommen soll „Pilotcharakter“ haben.

1959 – Deutschland ist die zweitgrößte Industrienation der Welt nach den USA. Das Wirtschaftswunder ist vollendet.

1960 – In Deutschland wird die Vollbeschäftigung erreicht. Das Abkommen mit Italien hat bis dahin kaum eine Wirkung gezeigt, die Anwerbung von Arbeitskräften aus Italien ist im wesentlichen nicht in Gang gekommen.

1960 – Weitere Staaten, die im Handel mit Deutschland hohe Defizite aufweisen, dringen auf Abkommen, die es Arbeitskräften ermöglichen sollen, in Deutschland zu arbeiten. Besonders Portugal, das in diesen Jahren fast von Hungersnöten gebeutelt wird und das Entwicklungsland Türkei, das von einer Wirtschafts- und politischen Krise in die nächste schlittert, machen Druck auf das deutsche Außenministerium, derartige Abkommen zuzulassen.

1961 – Das von der Türkei gewünschte Anwerbeabkommen wird unterzeichnet. Es wird vertraglich festgeschrieben, dass jeder türkische Arbeitnehmer maximal 2 Jahre in Deutschland arbeiten kann und dann zurückkehren muss (Rotation). Es wird vereinbart, nur Menschen aus dem europäischen Teil der Türkei aufzunehmen, ferner wird – in Abweichung zu den Anwerbeabkommen mit europäischen Ländern der Familiennachzug bzw. die Familienzusammenführung in Deutschland vertraglich ausgeschlossen.

1967 – Die Nettoanwerbung von ausländischen Arbeitskräften sinkt auf 0. Es werden nur noch „rotierende“ Gastarbeiter ersetzt. Führende Vertreter der deutschen Wirtschaft proklamieren: es gibt keinen wirtschaftichen Nutzen durch Gastarbeiter.

1973 – Nach 12 Jahren verhängt der deutsche Bundestag den „totalen Anwerbestopp“. Zu diesem Zeitpunkt sind zwischen 2,4 und 3 Millionen Gastarbeiter in Deutschland…

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Setzen sechs, Herr Schweiger. Die Maischberger-Redaktion hätte statt diesem nuschelnden Dampfplauderer besser die kompetente Frauke Petry ins Studio gelassen statt sie unter fadenscheinigen Gründen wieder auszuladen. Das wären dann aber wohl zuviel geballte Fakten geworden, die das Volk beunruhigt und dem Indoktrinierungsauftrag des Staatsfunks widersprochen hätten. Hier die gesamte Volksverblödungs-Sendung aus der ARD-Mediathek.