Warum Til Schweiger ein Flüchtlingsheim baut

rommelkaserneTil Schweiger, der Schauspieler, den keiner versteht, möchte zumindest von allen geliebt werden. Da er neuerdings aber sein Publikum beschimpft und nun auch noch ruchbar wurde, in welch skrupelloser Art und Weise sich dieser selbstverliebte Bessermensch offenbar an anderen bereichert und das auch noch als gute Tat verkaufen will, wird es wohl immer schwerer werden Applaus zu bekommen. Er will ein „Vorzeige-Flüchtlingsheim“ bauen, tönt der Mime, der erst vor kurzem völlig ausrastete, weil viele Kommentatoren auf seiner Facebookseite  nicht vor Ehrfurcht zerflossen, als er einen Spendenaufruf für Illegale unterstützte. Im Gegenteil, die Menschen diskutierten über das sattsam als undankbar bekannte Verhalten der Asylforderer und zweifelten an Schweigers Realitätssinn.

(Von L.S.Gabriel)

Schweiger quittierte das politisch unkorrekte Verhalten seiner Facebookfreunde mit: „Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!“. Das gab Schlagzeilen und da passte es dem Mimen gerade gut ins Konzept, den Bau seines Flüchtlingsheimes aufs Tapet zu bringen. Dieser angekündigte Akt der Gutmenschlichkeit hat aber mehr als nur einen Schönheitsfehler.

Das Projekt ist in Wahrheit schon länger in Planung. Es soll ein Heim werden für bis zu 600 „arme Geflohene“ mit Freizeitangeboten für Kinder, einer Sportanlage, einer Näherei und Werkstätten, wo die „Flüchtlinge“ arbeiten könnten und noch vieles mehr. Bei dem dafür vorgesehenen Gebäude handelt es sich um die ehemalige Rommel-Kaserne in Osterode am Harz, die Schweiger zusammen mit Freunden bereits Anfang 2014 erworben hatte. Offiziell gehört die Kaserne nun einer Firma „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“.

Die WELT weiß dazu zu berichten:

Das Land Niedersachsen hatte in der Kaserne in Osterode eigentlich bereits im Juni eine weitere Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge eröffnen wollen. Bisher seien die Verträge mit dem privaten Betreiber – die Firma Princess of Finkenwerder – laut Innenministerium aber noch nicht unter Dach und Fach.

„Das ist noch nicht eingetütet. Wir freuen uns, dass sich auch Herr Schweiger dort engagieren möchte“, sagte der Sprecher des niedersächsischen Innenministeriums, Philipp Wedelich, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Schweiger hatte in der „Bild am Sonntag“ gesagt, die Verträge seien seit vergangenen Donnerstag unterschrieben. Vorgesehen war offenbar schon länger, auf dem Gelände zunächst etwa 200, später bis zu 600 Flüchtlinge unterzubringen.

Eine Bürgerinitiative in Osterode hat gegen diese Planungen bereits Bedenken geäußert. Die aus Stade stammende Firma Princess of Finkenwerder sei keine Non-Profit-Organisation, sondern ein gewinnorientierter Betreiber, hieß es. Deswegen gebe es große Sorgen in der Bevölkerung in Bezug auf die Unterbringungsqualität.

Dass es sich bei dem angeblichen Bessermenschen-Projekt wohl doch eher um ein Besserverdienstprojekt handelt, ist aber auch nur die halbe Wahrheit, denn diese „Princess of Finkenwerder GmbH & Co KG“ ist es wert, genauer betrachtet zu werden.

Bei einer Informationsveranstaltung zum Projekt im März dieses Jahres gab Geschäftsführer Wolfgang Koch an, sein Unternehmen sei in der „Akteneinlagerung und im Betrieb von IT-Serverfarmen“ tätig. Ein weiterer Geschäftspartner, der Hamburger Unternehmer Jan Karras, ist Senior Berater einer Firma namens „Greenzone Consulting“ und bietet damit nicht nur Til Schweiger Personenschutz, sondern auch weltweit individuellen Schutz für Personen und Objekte an.

Der NDR berichtet darüber:

Jan Karras ist auch in anderen Branchen aktiv. [..] In seinem Profil rühmt er sich unter anderem seiner besonderen Kenntnisse im Umgang im Waffen. Auf deren Internetseite ist Karras als Ansprechpartner genannt. Der springende Punkt: Die Firma „Greenzone Consulting“ ist international im Sicherheitsgeschäft unterwegs, bietet ausweislich ihrer Internetpräsenz „Sicherheitsdienstleistungen für Personen und Objekte – auch und gerade in Krisen- und Spannungsgebieten“. Wörtlich heißt es dort:

„Das Sicherheitspersonal wird von uns überprüft, ausgebildet, ausgerüstet, eingesetzt und geführt. Die westlichen Einsatzleiter sind erfahrene ehemalige Angehörige westlicher Streitkräfte und Sicherheitsbehörden. Die internationalen Einsatzkräfte sind allesamt erfahrene ehemalige Militärangehörige. Es können bis zu ca. 600 internationale Einsatzkräfte bereitgestellt werden.“

Weiter heißt es bei Greenzone:

Für unsere Kunden aus allen Bereichen der Wirtschaft, des Staates, sonstigen Organisationen wie NROs und in der Entwicklungszusammenarbeit übernehmen wir alle Aufgaben, die der Risikominimierung bei Engagements in potentiell riskanten Umgebungen und einer effizienten und effektiven Umsetzung von Projekten jeder Art dienen. Als selbstständiges Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland sind wir Ansprechpartner für Unternehmen und andere Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Während wir einerseits sehr erfolgreich kritische Unterstützungsaufgaben für das Militär und zivile staatliche Institutionen übernehmen, sind wir in anderen Bereichen und für nicht-staatliche Auftraggeber nicht weniger erfolgreich aktiv: Sicherheit, Ausbildung, Entwicklung der Infrastruktur, Logistik, Life-Support, IT und Kommunikation. Mit diesen Fähigkeiten sind wir in der Lage, unseren Kunden End-to-End-Lösungen anzubieten – angefangen bei der Planung, der Personalanwerbung und Überprüfung über Reiseunterstützung, Empfang am Flughafen (einschließlich Transfer), Sicherheit (persönlich, statisch, elektronisch, Konvoi usw. ) bis hin zur räumlichen Verlegung (Luft und Land). Auch allgemeiner Life-Support wie der Aufbau von Unterkünften, Betrieb und Überwachung, Catering, IT und Kommunikation, Planung und Konstruktion zählt zu unseren Stärken.

Bringen wir auf den Punkt, mit welchen Leuten das Land Verträge abschließt: Schweiger und seine Söldner-Freunde kaufen ein Objekt, das der Eigentümer sowieso los werden will, machen mit geringen Mitteln daraus ein Flüchtlingsheim für etwa 600 Personen. Das Land Niedersachsen zahlt seit Juni 8.200 Euro pro Asylforderer und Jahr. Das sind bei 600 Untergebrachten rund 4,9 Millionen Euro pro Jahr.

Zusätzlich betreibt einer der Partner in genau jenen „Krisengebieten“, aus denen die „Flüchtlinge“ kommen, professionellen, militärischen „Sicherheitsschutz“ – übernimmt, wie er angibt, „Unterstützungsaufgaben für das Militär“. Heißt: Erst wird in den Ursprungsländern die Vertreibung von Menschen unterstützt, um sie danach hier steuergeldfinanziert vom Dummdeutschen durchzufüttern. Das nennen wir keine gute Tat, Til Schweiger, sondern eine grandiose Sauerei, die tatsächlich „zum Kotzen“ ist.

(Spürnase: Lisa)