Straßenschlachten zwischen Kurden und Türken

Der Krieg in Syrien wird in kleinerer Form auch aktuell auf deutschem Boden fortgeführt. In Berlin, Frankfurt und Bielefeld kam es in den letzten Tagen zu heftigen Straßenschlachten und Randale zwischen Türken und Kurden.

Aufgrund der „Vielfalt“ und „Buntheit“ in Deutschland regnete es in Berlin Flaschen und Steine :

Es begann als Spontan-Demo und endete in einer Straßenschlacht: Am Kottbusser Tor gerieten türkische Nationalisten und Kurden aneinander. Der blutige Konflikt in der Türkei – er hat Berlin erreicht. Mit einem Autokorso hatten die Nationalisten die 1000 Kurden provoziert, die aus Protest gegen die türkischen Angriffe auf PKK-Kämpfer im Nordirak und Attacken auf die prokurdische Partei HDP auf die Straße gegangen waren. Die Kurden warfen Flaschen und Steine, raubten türkische Fahnen. Erst als eine Hundertschaft der Polizei eingriff, beruhigte sich die Lage.

In Bielefeld griffen Kurden eine Moschee der türkischen rechtsextremen „Grauen Wölfe“ an:

Mindestens 25 Vermummte haben eine türkische Moschee in Bielefeld angegriffen und mehrere Autos beschädigt. Hintergrund der Attacke am Donnerstagabend sei vermutlich der Konflikt zwischen Türken und Kurden in der Türkei, teilte die Polizei am Freitag mit. Die mutmaßlich kurdischen Angreifer hätten erfolglos versucht, in die Moschee einzudringen. Die Polizei nahm eine Person fest. Die Angreifer hätten vor der Moschee parkende Autos beschädigt und Parolen der kurdischen Untergrundorganisation PKK an ein angrenzendes Gebäude geschmiert. Das Gebäude werde wohl von der rechtsgerichteten türkischen Vereinigung „Graue Wölfe“ genutzt, berichtete die Polizei. Menschen wurden nicht verletzt.

Das obige Video zeigt eine heftige Schlägerei zwischen Türken und Kurden in Frankfurt. Anlass war ein von rund 400 türkischen Nationalisten abgehaltener „Solidaritätsmarsch zum Gedenken an gefallene türkische Soldaten“.

Letzte Woche überfielen türkische Rechtsextremisten eine kurdische Demonstration im bergischen Remscheid. Bereits im August wurde im schwäbischen Kornwestheim eine „Graue Wölfe“-Moschee von Kurden angegriffen. Dieser Vorfall wurde komplett seitens Politik und Presse verschwiegen (PI berichtete hier). Ebenfalls im August wurden in Berlin die Scheiben einer Ditib-Moschee eingeschmissen und ein PKK- und „Anti“-Fa-Symbol hinterlassen, ohne dass dies groß thematisiert worden wäre.