Erdogan erpresst Visa-Freiheit für Türken – Davutoglu: „Historischer Tag!“

imageDie EU und die Türkei haben sich auf einem Sondergipfel am Sonntag auf einen gemeinsamen Aktionsplan geeinigt, mit dem der Zustrom von Flüchtlingen nach Europa begrenzt werden soll. Das sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU). So solle die Türkei-Hilfen in Höhe von drei Milliarden Euro zur Versorgung der Flüchtlinge erhalten. Im Gegenzug solle das Land seine Küsten besser schützen und verstärkt gegen Schlepper vorgehen. Zudem wolle die EU der Türkei bis zum Oktober 2016 einen visafreien Reiseverkehr ermöglichen, sollte das Land seine Zusagen in der Flüchtlingskrise einhalten. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sprach von einem „historischen Tag“ in den Beziehungen zwischen seinem Land und der Europäischen Union.

(Orginal-Artikel erschienen auf Epoch Times)

Zu dem jetzt abschgeschlossenen Aktionsplan erschien am 21.10. ein treffender Artikel in der CSU-Parteizeitung „Bayernkurier“, der darlegt, dass Erdogan zuerst den „Flüchtlingstrom“ mitproduziert und dann gezielt nach Europa weitergeleitet hat, um die EU, wie jetzt geschehen, erfolgreich erpressen zu können:

Ankara droht Griechenland und der ganzen Europäischen Union mit dem vollständigen Migranten-Chaos und der ganz großen humanitären Katastrophe. Was Erdogan da treibt, ist nicht mehr bloß rüde Verhandlungstaktik, um den Preis in die Höhe zu treiben. Das ist blanke türkische Aggression gegen die Europäische Union. Wer so handelt – und verhandelt – ist kein Partner und schon gar kein Beitrittskandidat mehr, sondern macht sich zum Gegner.

Ankara ist mit ursächlich für den IS

Erdogans Spiel wird umso übler, wenn man sich erinnert, welchen Anteil er und seine Regierung an der syrischen Katastrophe haben: Jahrelang hat die Türkei Zehntausende wilde Dschihadisten aus aller Welt ungehindert über ihre Grenze nach Syrien reisen lassen. Ankara hat syrischen Rebellen selbst der übelsten Sorte in der Türkei Etappen-Quartier, Rekrutierungs- und Behandlungsraum sowie Unterstützung aller Art gewährt. Der türkische Staatschef handelte und handelt jedenfalls aus kaltem Interessenskalkül: Erdogan wollte den syrischen Diktator Assad beseitigen, die Etablierung eines kurdischen Territoriums an der türkischen Grenze verhindern und für die Türkei Einfluss gewinnen auf die Neuordnung Syriens.

Man muss es demnach so offen sagen: Ankara hat den syrischen Bürgerkrieg nach Kräften angeheizt und befeuert. Am Tod von 250.000 Syrern und an der Zerstörung ihres Landes haben Erdogan und die Türkei damit großen Anteil – und, natürlich, am millionenfachen syrischen Flüchtlingselend.

Welt-online titelt auch treffend: Wie Sultan Erdogan die Bundeskanzlerin vorführt. Erdogan spricht seit Jahren ganz offen davon, „den Islam siegreich nach den Westen zu führen.“