Israels Botschafter warnt vor nach Deutschland eingewanderter Israel- und Judenfeindlichkeit

botschafterDer Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman (Foto), warnt vor zunehmender antisemitischer Einwanderung nach Deutschland. Die für Merkel unappetitliche Botschaft hat er, wie unter Diplomaten üblich, in schönes Geschenkpapier gewickelt.

(Von Sarah Goldmann)

Die deutsche Haltung in der Flüchtlingskrise sei in Israel „sehr positiv“ aufgenommen worden, sagte der Botschafter; „besonders die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)“, die in Israel ohnehin „sehr populär“ sei, sei mit großem Respekt gesehen worden.

Auch seine eigentlichen Befürchtungen sind erst einmal höflich und vorsichtig ausgedrückt, zum Beispiel hier:

Bei vielen Flüchtlingen aus Nahost dürfte „das Gefühl der Verantwortung für alle Kapitel der deutschen Geschichte weniger ausgeprägt sein“, sagte der Diplomat mit Blick auf Judenverfolgung in der NS-Zeit und die Lehren, die Deutschland aus dem Holocaust gezogen habe.

Ja, es ist so, das Gefühl der Verantwortung für alle Kapitel der deutschen Geschichte dürfte tatsächlich weniger ausgeprägt sein bei den Flüchtlingen, eher schon gar nicht oder wahrscheinlicher sogar negativ. In dem Sinne, dass sie die Verantwortung eher darin sehen könnten, das Mordwerk der Nationalsozialisten fortzusetzen und zu beenden als es zu bekämpfen. Hadas-Handelsman dürfte bei seiner Arbeit im und über den Nahen Osten nicht entgangen sein, dass Hitlers „Mein Kampf“ dort zu den nachgefragtesten Büchern gehört.

Antisemitismus ist weit verbreitet unter denen, die aus dem Irak, aus Syrien und aus Pakistan oder Afghanistan illegal in unser Land strömen. Aber nur die wenigsten von ihnen haben mit Israel als Staat eine politische Rechnung offen. Das wären im Grunde nur die Syrer, die eine Rückgabe der Golanhöhen verlangen könnten, sofern sie sich für ihren Staat überhaupt interessieren. Und der Rest, aus Afghanistan, Somalia usw.?

Der israelische Botschafter weist zu Recht darauf hin, dass viele aus ihren Familien und – bemerkenswert – aus Schulen einen Antisemitismus mitbringen nach Deutschland:

„Dazu kommt die Tatsache, dass es viele Flüchtlinge gibt, die in der Schule und im Elternhaus gelernt haben, dass Israel und die Juden ihre Feinde sind. Und das ist ein Problem“, sagte der Botschafter. Daher sei es die „Aufgabe aller Menschen in Deutschland“, etwas gegen aufkeimende Ressentiments zu tun, sagte Hadas-Handelsman.

Es gehe bei dieser Auseinandersetzung „nicht nur um Israel und die Juden, sondern um die Wahrung der Werte der freien Gesellschaft in Deutschland und in Europa“, sagte Hadas-Handelsman. „Diejenigen, die Antisemiten sind, die sind auch gegen andere Werte der westlichen Gesellschaft. Das muss man verhindern. Und wie verhindert man das? Die Antwort ist sehr einfach: Bildung, Bildung und nochmals Bildung.“

Das im letzten Satz erwähnte Mittel, Bildung, Bildung, Bildung, allerdings verliert ab einem bestimmten Zeitpunkt seine Wirkung, nämlich dann, wenn es zu viele werden, die mit bereits gefestigten Ansichten noch von westlichen Werten überzeugt werden sollen:

Einen Tag nach Angriff auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins Charlie Hebdo zeigte ein Kunstlehrer in seiner Collège-Klasse mit 13- bis 14-jährigen Schülerinnen und Schülern Mohammed-Karikaturen, die von Charlie Hebdo veröffentlicht worden waren. Er wollte den religiösen Tabubruch gegen die Werte der Republik – Meinungs- und Pressefreiheit – diskutieren. Tatsächlich löste er das genaue Gegenteil aus. [..]

20 Schülerinnen und Schüler muslimischen Glaubens beschwerten sich bei der Schulleitung. Die Sache ging bis zur Schulbehörde in Straßburg, die ihrerseits schriftliche Erklärungen einholte. Jean-Pierre Gougeon, der Leiter der Schulbehörde, sah sich zu einer drastischen Maßnahme veranlasst: Er suspendierte den Kunstlehrer für die Dauer von vier Monaten. Mit seiner Entscheidung habe er die Lage befrieden und Zeit schaffen wollen, um die Lage zu klären, begründete Gougeon seinen Schritt.

Bei dieser „Befriedung“, Herr Botschafter, kommen uns böse Erinnerungen an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Und deshalb wollen wir keine Antisemiten als Flüchtlinge haben wie überhaupt keine Menschen, die unsere abendländischen westlichen Werte ablehnen und verachten.

Die Verantwortung besteht darin, sie nicht weiter ins Land zu lassen und Feinde unserer Gesellschaftsordnung schnellstmöglich abzuschieben. Sie sollten sich, Herr Botschafter, die Frage stellen, ob die von Ihnen kritisierte Pegida-Bewegung oder die mit „Respekt“ bedachte Bundeskanzlerin dieser Zielsetzung am nächsten kommt.

Israel ist ein Hort der Freiheit und Menschlichkeit im Nahen Osten. Es zeigt, dass auch eine humane Gesellschaft sich ihrer Feinde erwehren kann. Darin sollte Israel für Deutschland ein Vorbild sein.