Video: Heimo Schwilk über Merkels Machtpolitik

Für sein Lebenswerk erhielt der Journalist Heimo Schwilk kürzlich den Gerhard-Löwenthal-Ehrenpreis für Publizistik 2015. Schwilk war Chefkorrespondent bei der „Welt am Sonntag“. Die Junge Freiheit berichtete über die Preisverleihung. Die Laudatio hielt der kurz zuvor von der „Welt“ entlassene Matthias Matussek. Danach trat Heimo Schwilk ans Mikrofon und rechnete mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. Nachfolgend ein Auszug aus seiner Rede (im Video ab 11:20 min.):

„Angela Merkel schläft jedoch nicht, niemals. Hinter der Fassade demonstrativer Gelassenheit lauert eine hellwache, schlaue Sprungbereitschaft, um, wenn der Augenblick gekommen ist, blitzartig auf den Zeitgeist aufzuspringen, wie ihn die herrschenden Medien verkörpern. Diese Bundeskanzlerin hat keine Strategie, keinen Plan, sondern Instinkt. Sie entscheidet sich zumeist für das Opportune, niemals für das Riskante. Falls sie einmal doch Widerständigkeit zeigt, was ihrem innersten Wesen widerspricht, dann gegenüber den Erwartungen des eigenen Volkes.

Zu DDR-Zeiten war sie nicht nur eine Mitläuferin, sondern auch Aktivistin im Dienst des Sozialismus, dessen Ideologie sie als FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda offensiv vertrat. Angela Merkel gehörte zur systemkonformen Wissenschaftselite der DDR, sie war ehrgeizig, aber auch in höchstem Maße angepasst. Dass sie lange vor dem Mauerfall ins nichtsozialistische Ausland reisen durfte, also zum privilegierten Reisekader gehörte, wird von den zahlreichen Merkel-Claqueuren regelmäßig unterschlagen. Und dass von der Physikerin nach der Rückkehr detaillierte Berichte erwartet wurden, über ihre Begegnungen mit West-Wissenschaftlern, das Verhalten der Mitreisenden und so weiter, hat auch keinen Eingang in ihren Lebenslauf gefunden.

„Man weiß über 35 Jahre meines Lebens kaum etwas“, notierte sie einmal süffisant. Dank der Bücher von Hinrich Rohbohm und Ralf Georg Reuth wissen wir heute – wenn wir es denn wissen wollen – vieles über den habituellen Opportunismus einer Karrierepolitikerin, die gern als die mächtigste Frau der Welt bezeichnet wird. Angela Merkel nutzt ihre Macht aber nicht, um die Interessen ihres Landes zu vertreten oder Schaden von ihm abzuwenden, sondern allein, um ihre eigene Macht zu stützen.“

Was aktuell wieder beim Bundesparteitag der CDU zu sehen ist, bei dem nach BILD-Informationen nicht mehr wie vorgesehen über Obergrenzen und Grenzschließungen diskutiert werden soll.